2024-05-22T11:15:19.621Z

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Wormatia-Torschütze Jannik Marx (rotes Trikot) wird von Eintracht-Kapitän Maurice Roth abgeräumt.	Foto: Christine Dirigo/pakalski-press
Wormatia-Torschütze Jannik Marx (rotes Trikot) wird von Eintracht-Kapitän Maurice Roth abgeräumt. Foto: Christine Dirigo/pakalski-press

Wormatia Worms: Eine Niederlage, die Mut macht

Oberligist zeigt sich bei 1:3 im Traditionsduell gegen Eintracht Trier deutlich formverbessert

Worms. Es hat nicht viel gefehlt, dann hätte Wormatia-Torwart Luca Pedretti der Historie dieses Traditionsduells eine weitere Anekdote hinzugefügt. Doch der Abschluss des aufgerückten VfR-Keepers führte in der Nachspielzeit aus wenigen Metern Torentfernung nicht zum 2:2, sondern direkt in die Hände von Eintracht-Torhüter Radomir Novakovic. Weil die bereits als Aufsteiger feststehenden Trierer wenige Augenblicke darauf mit einem Konter sogar noch einen weiteren Treffer erzielten, standen die Wormser nach dem 1:3 (0:2) und einem umkämpften Derby schlussendlich erneut ohne Punkte da.

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Während sich die Gäste nach dem Schlusspfiff mit Oberligameister-Sprechchören von ihren zahlreichen Anhängern feiern ließen, waren die Wormaten nach der dritten Niederlage in Folge frustriert. Der ordentliche Heimauftritt gegen die Nonplusultra-Mannschaft der Liga hatte nicht gereicht, um den Abstand auf den neuen Tabellenzweiten SV Gonsenheim (nun acht Punkte) zu verkürzen. Trainer Peter Tretter war selbstredend nicht glücklich nach der erneuten Niederlage, mit der Art und Weise wie seine Spieler aufgetreten waren aber „sehr zufrieden“. Er sagte: „Mit so einer Leistung wie heute, hätten wir letzte Woche in Gonsenheim nicht verloren.“

Ohne die verletzten Topscorer der Saison Maximilian Fesser (Muskelverletzung) und Daniel Kasper (Oberschenkelprobleme) – auch Pascal Nicklis (krank) fehlte – waren die Wormser als Außenseiter in die Partie gegangen, präsentierten sich aber deutlich verbessert im Vergleich zu den vergangenen Spielen. Trotz schläfriger Anfangsphase, in der die Gäste nach einem Durchbruch auf der linken Seite und einer perfekten Hereingabe durch „Vollender“ Jan Brandscheid früh in Führung gegangen waren (2.), zog die Wormatia ihr Spiel durch. Der Gegentreffer führte nicht dazu, dass die Tretter-Mannschaft einbrach. Durch längere Ballbesitzphasen holten sich die VfR-Spieler Selbstvertrauen und hielten Trier vom eigenen Strafraum fern.

VfR-Trainer mit der Leistung seiner Spieler einverstanden

Beinahe-Torschütze Luca Pedretti sagte nach dem Spiel: „Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht und dagegengehalten. Das haben wir in den letzten Wochen, warum auch immer, nicht geschafft. Das können wir uns selber nicht erklären. Heute war das aber wieder der Fall und positiv.“ Doch in die Pause gingen die Wormser dennoch mit einem 0:2-Rückstand. Nach einem Eckball blockte die VfR-Hintermannschaft den ersten Abschluss, den zweiten hielt Pedretti bravourös, der dritte zappelte aber im Netz. Christopher Spang hatte erfolgreich nachgesetzt (39.). Überzeugung, Genauigkeit und Effektivität – die Trierer demonstrierten in den ersten 45 Minuten in einer aus ihrer Sicht nicht besonders überragenden Halbzeit, warum sie der Wormatia und ihren Liga-Kontrahenten in dieser Saison so weit enteilt sind. Pedretti bilanziert treffend: „Trier hat einfachen Fußball gespielt und unsere Fehler ausgenutzt.“

Leistungssteigerung nach der Pause

Die Wormser, die ihren besten Abschluss in Hälfte eins nach einer Standardsituation durch Stefano Maier hatten (32.), machten sich ihre aussichtsreichen Aktionen immer wieder durch eigene Ungenauigkeiten zu Nichte. Da eine schlechte Ballannahme, dort ein ungenauer vorletzter Pass – offensiv blieben die Wormser lange harmlos. Das änderte sich nach der Pause. Zunächst vollendete Jannik Marx per Abpraller einen selbst initiierten Angriff über die linke Seite (52.), dann ging ein Kopfball von Jan Dahlke so knapp am Pfosten vorbei, dass der Wormser Jubel auf der Tribüne erst nach ein paar Sekunden abgebrochen und realisiert wurde, dass der VfR nicht ausgeglichen hatte. „Wir hatten die Chancen auszugleichen und mit etwas Glück vielleicht sogar zu gewinnen“, fand Pedretti nach der Partie und meinte damit wohl auch eine weitere Großchance Dahlkes, nach dessen vom Torwart abgewehrten Schuss der Ball zwar in Richtung Tor trudelte, dort von einem Eintracht-Verteidiger aber noch vor der Linie weggebolzt wurde (85.).

Statt eines Punktgewinns gegen den Rivalen, eine Belohnung in Form von Punkten und einem Stimmungsumschwung nach zuletzt tristen Wochen, waren die Wormser nach Abpfiff trotz der Leistungssteigerung erstmal bedient. Die lautstarken Trierer Feierlichkeiten taten ihr Übriges dazu. Und dennoch: Ein erster Schritt aus der Formkurve scheinen die Wormser mit diesem Auftritt gemacht zu haben.

VfR: Pedretti – Ludwig, Maier (75- Haber), Smiljanic, Sonn – Jensen, Marx – Azahaf (75. Marquardt), Loechelt, Sentürk (82. Manganiello) – Dahlke.

Tore: 0:1 Brandscheid (2.), 0:2 Spang (39.), 1:2 Marx (52.), 1:3 Hammel (90+5.).

Zuschauer: 1511.

Aufrufe: 021.4.2024, 19:02 Uhr
Stefan MannshausenAutor