
Worms. „Erneut die Schlussphase“ mag womöglich so mancher Wormate gedacht haben, als der Wormser Oberligist im Heimspiel gegen den FV Dudenhofen nach 86 Minuten per Elfmeter den 1:1-Ausgleich kassiert hatte. Schon gegen Idar-Oberstein und zuletzt bei Hertha Wiesbach hatte die Mannschaft von VfR-Trainer Anouar Ddaou in den Minuten vor dem Abpfiff Punkte hergegeben. Gegen Dudenhofen waren die Wormser nach einem Leistungsabfall in Durchgang zwei jedoch mit dem 1:1 (1:0)-Endresultat gut bedient.
Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.
„Es waren genug brenzlige Situationen dabei“, sagte Wormatia-Kapitän Tom Fladung unmittelbar nach dem Abpfiff. „Deswegen müssen wir mit dem 1:1 leben.“ In der Nachspielzeit hatte Gäste-Angreifer Julian Scharfenberger frei vor dem Tor den Siegtreffer auf dem Fuß. Der Ball prallte jedoch vom Innenpfosten nicht in das Tor, sondern in die Hände des schon geschlagenen Wormser Torwarts John Dos Santos. Außerdem echauffierte sich das FVD-Lage wohl nicht zu Unrecht, bei insgesamt drei strittigen Entscheidungen im Wormatia-Strafraum keinen einzigen Elfmeter bekommen zu haben (35., 45. und 88.). Immerhin einen Strafstoß pfiff der Schiedsrichter für die abstiegsbedrohten Dudenhofener. Der Ex-Wormate Irfan Catovic verwandelte diesen sicher (86.).
Die Wormaten im Elfmeterglück
„Damit sind wir nicht zufrieden, ganz klar“, bilanzierte Tom Fladung das 1:1 und ärgerte sich darüber, dass seine Mannschaft nach einer guten ersten Halbzeit mit zahlreichen Abschlüssen, in Durchgang zwei überhaupt nicht mehr offensiv in Erscheinung getreten war. „Wir bekommen es in unserer aktuellen Situation und mit der jungen Truppe wie schon die gesamte Saison nicht hin, konstant gute Phasen in unserem Spiel zu haben. Das klappt mal 60 Minuten, mal weniger lange. Heute waren es 45 Minuten. Ein Ergebnis zu verwalten, das geht mal zehn, mal 15 Minuten gut. Aber wie heute 45 Minuten? Das ist zu lange.“ Also haderte der Kapitän mit der Effizienz in Halbzeit eins. „Wir müssen einfach die Qualität haben, das Spiel früher zu entscheiden.“
Im ersten Durchgang dominierten die Wormser das Spiel. Die Gäste setzten Nadelstiche und kamen durch Max Lichti (15., gute Parade von Dos Santos) und Marvin Klehr (39., Distanzschuss) immerhin zu zwei gefährlichen Abschlüssen. Die Wormser kamen zu Chancen durch Mart Özkaya (3., Freistoß), Bobby Edet (9.), Noah Maier (32.) und Luca Baderschneider (36.). Und zum einzigen Tor vor der Pause, den der US-Amerikaner Edet erzielte. Der Großteil dieses Treffers gehörte allerdings Flügelstürmer Nico Jäger, der bei einem Solo mehrere Gegenspieler stehen ließ, an die Grundlinie zog und den Ball im perfekten Moment zu Edet passte, der nur noch den Fuß hinhalten musste (7.). Weitere potenzielle gute VfR-Möglichkeiten versandeten im Ansatz, weil den Wormaten im letzten Spieldrittel die letzte Konsequenz fehlte. Beispiele: Noah Maier versprang der Ball, als er alleine auf das Dudenhofen-Tor zulief (31.), Mert Özkaya konnte sich bei einer ebenfalls aussichtsreichen Situation nicht zwischen Querpass und Abschluss entscheiden. Heraus kam ein ungefährliches „Schüsschen“ (14.).
Diese Nachlässigkeit rächte sich in Durchgang zwei für die Wormser, bei denen die U19-Mittelfeldspieler Joshua Correa und Rohan Moni ihr Oberligadebüt feierten und Amir Moore als Außenverteidiger (erst rechts, dann links) nach seiner ersten Einwechslung zuletzt nun auch eine souveräne Startelf-Premiere absolvierte. Zwar passierte nach dem Seitenwechsel vor beiden Toren nicht viel, wenn, kam es jedoch zu Aktionen vor dem Wormatia-Gehäuse. Die Wormser Offensive blieb im zweiten Durchgang völlig unsichtbar.
Zur tragischen Figur wurde in der Schlussphase, als bei den Wormsern angesichts der Personalnot (es fehlten Laurenz Graf, Niklas Meyer (beide Gelb-Rot-Sperre) und Kaan Özkaya (Rotsperre) sowie die verletzen Marc Nauth, Jabez Makanda, Tobias Edinger, Lukas Sundin, Nicolas Obas und Kerem Kabadayi) zahlreiche U19- und U21-Spieler auf dem Platz standen, ausgerechnet Debütant Rohan Mani, der seinen Gegenspieler bei einer eigentlich ungefährlichen Aktion im Strafraum gefoult hatte. Tom Fladung machte den jungen Spielern anschließend „keinen Vorwurf“. Fakt sei stattdessen, so der VfR-Kapitän: „Wir haben aktuell eine Verletztenmisere. Und eine „Dummheitsmisere” mit Roten Karten“.