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Wormatia nach sechs sieglosen Spielen wieder erfolgreich

Wormser bewältigen ihren Frust +++ Doch die Fans schweigen

von Stefan Mannshausen · 24.11.2024, 14:14 Uhr · 0 Leser
Wormatia-Stürmer Jan Dahlke (links) belohnte sich gegen Herxheim mit einem Treffer. Rechts: Alexander Schulz.	Foto: Dirigo/pakalski-press
Wormatia-Stürmer Jan Dahlke (links) belohnte sich gegen Herxheim mit einem Treffer. Rechts: Alexander Schulz. Foto: Dirigo/pakalski-press

Worms. Schon am Jubel war abzusehen, wie wichtig allen Wormaten der erlösende 1:0-Treffer von Mert Özkaya beim letztlich klaren 3:0 (0:0)-Heimsieg des Wormser Oberligisten VfR Wormatia gegen den SV Viktoria Herxheim war. Alle Spieler rannten zur Jubeltraube, von der Bank stieß Trainer Marco Reifenscheidt hinzu und schrie seine Freude lautstark hinaus. Zwölf Minuten später ein ähnliches Bild. Dieses Mal hatte Jan Dahlke getroffen, dem nach vier frustrierenden Torlos-Spielen der vorentscheidende 2:0-Treffer glückte. Auch hier: pure Erleichterung und ein glücklicher „Wormatia-Haufen”, der den Torschützen herzte.

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Wormatia-Fans verzichten auf Unterstützung

Nach dem Sieg ging es jedoch nicht nur um den ungefährdeten 3:0-Erfolg und drei Punkte, sondern auch um den Stimmungsboykott der Wormatia-Fans auf der Raphael-Hügel-Vortribüne. Die „Supporters Worms 1997“ hatten mit einem Flyer beim vergangenen Heimspiel gegen Engers (0:1) einen Boykott-Verzicht nur mit einer „Schonfrist“ für Neu-Trainer Reifenscheidt begründet und sich vorbehalten, bei weiteren schlechten Leistungen, künftig auf Unterstützung verzichten zu wollen. Das Spiel gegen Engers genügte dann offensichtlich, um die Schonfrist zu beenden. Gegen Herxheim fehlten die Fahnen im Block, die Fans verzichteten auf Trommeln und abgesehen von einzelnen Rufen gab es überhaupt keinen organisierten Support.

Für Worms’ Mittelfeldspieler Nik Rosenbaum, der gegen Herxheim mit einer engagierten Leistung und vielen Ballgewinnen überzeugte, keine Überraschung. „Dass es dazu kommen kann nach den Spielen zuletzt und der Ankündigung war klar und finde ich verständlich“, sagte er nach dem Abpfiff der Partie. „Wir sind dankbar, dass trotzdem viele Fans gekommen sind und hoffen, dass es in den nächsten Wochen wieder besser wird.“

Erfolgserlebnis für neues Selbstvertrauen

Mit der Leistung gegen Herxheim tat die Reifenscheidt-Mannschaft jedenfalls einen ersten Schritt aus der Krise und mit dem 3:0-Sieg tütete der neue Wormatia-Trainer in seinem vierten Spiel den ersehnten ersten Sieg ein. Ein Erfolgserlebnis das Selbstvertrauen gibt, das die Wormser mit in die verbleibenden Spiele in diesem Jahr beim TSV Schott Mainz (30. November) und gegen TuS Mechtersheim (7. Dezember) nehmen wollen. Rosenbaum sagt: „Zu null spielen war uns heute wichtig und wir hatten uns vorgenommen, mehr Chancen herauszuspielen, was vor allem in der zweiten Halbzeit geklappt hat.“

Mit zwei gefährlichen Abschlüssen in den ersten beiden Minuten waren aber die Gäste mit einem Blitzstart in die Partie gestartet. In der Folge fand dann die Wormatia, die auf ihren verletzten Kapitän Sandro Loechelt verzichten musste und das Hinspiel zum Rundenstart 4:3 gewonnen hatte, besser in die Partie und übernahm die Spielkontrolle. Angreifer Jan Dahlke, zuletzt kaum von seinen Mitspielern gefunden, hatte bereits in den ersten zehn Minuten zwei gute Abschlüsse. Die beste Wormatia-Gelegenheit vergab Julian Marquardt, als er nach einer Flanke von Mert Özkaya am langen Pfosten aus kurzer Distanz an Gäste-Torwart Kai Anschütz scheiterte (35.).

Doch auch Herxheim hatten seine Möglichkeiten und war mehrfach nach Standardsituationen dem ersten Tor des Spiels nahe. Wormatia-Schlussmann Luca Pedretti verhinderte nicht nur einmal einen Rückstand. Nach der Pause stockte die Gäste-Offensive dann jedoch. Dafür hatte die Wormatia mehrere Torchancen. Die erste nutzte Mert Özkaya nach einem schönen Steckpass von Irfan Catovic zur 1:0-Führung (49.). Mit Körpereinsatz und einem satten Schuss legte Jan Dahlke nach (61.). Nik Rosenbaum hatte auf dem Feld das Gefühl: „In der zweiten Halbzeit war es nur eine Frage der Zeit, bis wir unsere Tore machen.“

Mit zunehmender Spieldauer ergaben sich für die Wormatia, bei der Nachwuchs-Spieler Justin Jennewein in der Schlussphase sein Oberliga-Debüt feierte, große Lücken auf dem Spielfeld. Jan Dahlke (76.) und der eingewechselte Erijon Shaqiri (79., und 80.) verpassten jedoch Treffer Nummer drei. Auf der Gegenseite fanden die Gäste in Pedretti zweimal ihren Meister (82. und 88.), der eine spannende Schlussphase verhinderte und Mert Özkaya somit die Bühne bot, nach einem Konter den Deckel auf den VfR-Heimsieg zu machen (90+3.). Happyend also? Nicht ganz. In Richtung Fans sagte Rosenbaum: „Wir geben alles, damit sie alle wieder kommen und uns anfeuern. Mehr haben wir nicht in der Hand.“