
Worms. Das Viertelfinal-Ticket ist gelöst, doch am Ende war es beim FV Dudenhofen erneut eine Zitterpartie. Nach rund einer dominant geführten Stunde geriet der 3:2 (3:1)-Sieg von Wormatia Worms hinten raus vor 438 Zuschauern noch zu einer wackeligen Angelegenheit.
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„Wir haben eine Stunde richtig guten Fußball gespielt und den Gegner in die Schranken verwiesen“, lobt Trainer Anouar Ddaou, „wir hätten noch höher führen müssen. In den letzten 20 Minuten haben wir es nicht geschafft, für Entlastung zu sorgen, und nur noch verteidigt, aber auch nicht so viel zugelassen. Bei Standards und Fernschüssen waren sie gefährlich. In meinen Augen war das eine sehr reife Leistung.“
Laurenz Graf hatte seinen Lauf fortgesetzt, im doppelten Sinne. Seit der Sechser in die Sturmmitte beordert wurde, steuerte er in jedem Spiel eine Torbeteiligung bei. Diesmal machte sich Graf zunutze, dass der FVD einen Ballverlust bei eigenem Einwurf sowie ein Luftloch produzierte. Er lief über den halben Platz Richtung Tor. Flachschuss, 1:0 (4.).
Damit war ein flottes Spiel eröffnet, in dem die Vorderpfälzer mehrmals mit Wucht in den Strafraum drängten, aber stets im Kollektiv geblockt wurden. Die Ausnahme: Tom Handrichs Treffer nach einer Ecke, als er mit dem Rücken zum kurzen Pfosten und dem langen Bein den Ball artistisch ins lange Eck bugsiert (19.).
Wormatia blieb das Team, das deutlich mehr aufs Tor brachte. Und es war der Tag der selbst initiierten Treffer. „Bei Laurenz freut mich besonders, wie er sich das Tor selbst vorlegt, den Gegner im Pressing unter Druck setzt und dann die Nerven hat, nach so langem Lauf noch eiskalt zu vollenden“, betont Ddaou.
Beim 2:1 war es Marc Nauth, der mit einer Verlagerung selbst eine engmaschige Spielsituation öffnete und dann mittig aus der Drehung Tom Fladungs Querpass verwertete (37.). Und beim 3:1 Mert Özkaya, der eine Kerze sauber annahm, in den Strafraum zog, gefoult wurde und den Elfer selbst versenkte (43.).
Damit krönte der VfR eine Druckphase, die sich nach dem Seitenwechsel bruchlos fortsetzte – bis die Platzherren aus dem Nichts den Pfosten trafen (62.). „Ich hatte das Gefühl, es ist nur eine Frage der Zeit, bis das 4:1 fällt“, sagt Ddaou. Doch das fiel nicht, und der FDV fasste immer mehr Zutrauen.
Drei Distanzschüsse parierte Tobias Edinger, jüngst im Ligaspiel in Dudenhofen (1:0) Matchwinner, sicher – um dann bei einer Flanke ins Leere zu greifen. Yannis Albrecht bedankte sich im zweiten Nachsetzen (85.). Es folgte eine Reihe Flanken, Standards und Schussversuche, doch Marvin Sprenglings Freistoß (90.+2) und ein letzter Kopfball nach einer Ecke (90.+7) flogen knapp am Kasten vorbei.
Das nun anstehende Viertelfinale sieht der SWFV ab dem 22. Oktober vor. Mitte März steigen die Halbfinals, am 24. Mai im Rahmen des Finaltags der Amateure das Endspiel. Ddaous Wunschlos? „Wenn es ein Oberligist wird, dann gern daheim." Und das bekommt der VfR auch, sollte sich der FK Pirmasens beim Landesligisten TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim durchsetzen, denn der Sieger dieser noch ausstehenden Pokalbegegnung muss gegen die Wormser ran, wie die Pokalauslosung vom Freitagvormittag ergab.
Erst einmal richtet sich der Fokus wieder auf die Oberliga, denn da stehen binnen fünf Wochen drei echte Kracher gegen das Top-Trio an. Beginnend am Samstag (14 Uhr) in der EWR-Arena gegen den FV Engers, dann zwei Wochen später gegen die TuS Koblenz und am Mittwochabend, 12. November, das Nachholspiel beim FK Pirmasens, gegen den die Wormatia zudem vorher schon im Pokal-Viertelfinale auflaufen könnte. Zwischendrin: drei weitere Auswärtsfahrten, zu Eisbachtal, Eppelborn und Emmelshausen-Karbach.
Ddaou lobt, inmitten zweier Englischer Wochen: „Alle drei Tage bringen die Jungs so eine Energie auf den Platz. Wir wissen auch, dass nicht immer alles funktioniert.“ Doch die Einstellung stimme. „Ich habe den Jungs gesagt: Ihr seid jung, in eurer besten Zeit. Da erwarte ich, dass ihr alle drei, vier Tage performt. Ihr müsst alles raushauen, danach gut regenerieren, gut essen, gut schlafen, gut trainieren und fertig.“
Die Engers-Analyse folgt nun auf dem Fuße. „Wir freuen uns auf diese Top-Begegnungen, weil sie uns fordern und entwickeln“, sagt Ddaou, „wir sind wieder voller Vorfreude. Ich erwarte einen bärenstarken Gegner, aber wir sind auch gut drauf.“