
Diefflen. Besser hätte der Auftakt nach der langen Winterpause für die Fußballer des VfR Wormatia Worms gar nicht laufen können: Zwei Chancen, zwei Tore – die Wormaten lagen beim Oberliga-Duell beim FV Diefflen schon nach 11. Minuten mit 2:0 in Führung. Kurz darauf parierte Wormatia-Schlussmann Luca Pedretti obendrein einen Elfmeter (23.). Dass ausgerechnet Angreifer Erijon Shaqiri, der den größten Teil der Vorbereitung individuell an seinem Comeback schuftete und gerade mal ein einziges Testspiel mit seinen Mitspielern bestreiten konnte, in der 88. Minute den 3:1 (2:0)-Endstand markierte, passte zu diesem aus Wormser Sicht gelungenen Samstagnachmittag.
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Frühe Führung und Pedretti geben Sicherheit
„Ein verdienter Sieg, mit dem Glück des Tüchtigen”, hatte Wormatia-Trainer Marco Reifenscheidt von seiner Mannschaft gesehen. Außerdem eine frühe Zweitore-Führung durch Neuzugang David Schehl (3. Minute) und Irfan Catovic (11.), eine giftige eigene Mannschaft, die leidenschaftlich auftrat und ein Torwart, der nicht nur beim Elfmeter, bei dem er den Ball von Schütze Nico Wiltz sogar festhielt (23.), ein bärenstarker Rückhalt war. Kurzum: Reifenscheidt war mit dem Auftakt-Spiel seines Teams vollauf einverstanden.
Dabei war der Erfolg für den 43-jährigen Trainer nicht nur wegen der drei Punkte ein ganz besonderer. „Für mich war wichtig, dass wir als Mannschaft nach der Entscheidung des Vereins ein Zeichen setzen.” Denn nur einen Tag vor dem Spiel beim FV Diefflen hatte der Wormser Verein bekannt gegeben, den auslaufenden Vertrag ihres Cheftrainers im Sommer nicht verlängern zu wollen (wir berichteten).
Das Spiel im Saarland war also für den VfR-Trainer die erste von insgesamt 14 verbleibenden Partien als Coach an der Seitenlinie der Wormaten. Umso wertvoller fühlte sich der Sieg für Reifenscheidt an, der betonte, dieses Thema in den abschließenden Saisonspielen nicht an die Mannschaft heranlassen zu wollen.
Das gelang Reifenscheidt und Co. unweit der französischen Grenze. Der Wormatia-Trainer genoss die 90 Minuten und das Spiel seines Teams bei frühlingshaften Temperaturen. Dass seine Mannschaft es versäumte, nach dem 2:0 nachzulegen und viele der eigenen Konter zu schlampig ausgespielt wurden, konnte über die gute Teamleistung der Wormaten nicht hinweg täuschen, die auch Glück hatten, dass die Gastgeber mehrere gute Chancen nicht nutzten. Beflügelt von der frühen Führung waren die Wormser gut im Spiel und zeigten den Siegeswillen und die Einsatzbereitschaft, den die Fans in dieser Saison bislang so häufig vermissten. Dass der Gegner erneut ein Standardtor erzielte („Den Eckball haben sie uns reingedrückt”) schmälerte die Laune des Trainers anschließend nur gering. „Die Jungs haben gekämpft und alles gegeben. Und die, die rein kamen, waren gut.” Auch Luca Manganiello gehörte zu den Jokern und stand das erste Mal nach seiner im Oktober erlittenen Knieverletzung wieder auf dem Feld.
Eine kleine Hiobsbotschaft gab es für die Wormaten dann aber doch. Angreifer Andre Gitau musste nach einem Schlag auf das Knie schon in Halbzeit eins den Platz verlassen (29.). Marco Reifenscheidt sagt: „Er muss jetzt erstmal zum Arzt. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes.”