
Gegentor, Abpfiff. Mit der letzten Aktion des Oberligaspiels gegen den SC Idar-Oberstein gab Wormatia Worms vor 637 Zuschauern zwei Punkte ab. Das 2:2 (2:1) war nicht nur vermeidbar, weil beide Gegentore nach Einwürfen fielen. Die Platzherren hätten das Spiel längst entscheiden müssen.
Vier Hochkaräter ließen die Wormser liegen, ehe das erlösende 1:0 fiel. David Schehl legte auf den hinterlaufenden Nicolas Obas, dessen Flanke köpfte Niklas Meyer am und neben den kurzen Pfosten ein (38.). Auf den ersten Rückschlag – Daniel Rafisamii knallte nach einen noch geblockten Abschluss einen Volley in den Winkel (43.) – antwortete Mert Özkaya prompt per Handelfmeter (45.+2).
Was bis dahin ein spielerisch vielfach flüssiger und dominanter Wormser Auftritt war, entwickelte sich zu einer immer wilderen Partie. Drei weitere, gute Chancen ließen die Platzherren liegen, während Idar lange im Wormser Strafraum nicht stattfand. Und doch wirkte der Dreier mehr und mehr in Gefahr. Auch, weil in Laurenz Graf und Tom Fladung der Kapitän und sein Stellvertreter verletzt vom Feld mussten. Auch Jabez Makanda lief in der Schlussphase sichtlich unrund.
Einmal rettet der Rasen
So kam es, dass die Schmuckstädter mit dem Distanzschuss ihres angeschlagen nur eingewechselten Top-Torjägers Florian Zimmer (80.) zur Schlussoffensive bliesen. Zwei dicke Konterchancen vergab der VfR – und konnte sich bei einem Platzfehler bedanken, dass der mittig vor der Hütte frei gespielte Zimmer ein Luftloch schlug (90.). Beim letzten, verlängerten Einwurf und Zimmers Flugkopfball (90.+7) zum 2:2 konnte auch der hoppelige Untergrund nichts mehr retten.
„Wir hätten das Spiel in der ersten Halbzeit schon klar ziehen müssen“, hielt der gesperrt von der Tribüne aus zuschauende Trainer Anouar Ddaou fest, der gern einen oder zwei Elfmeter-Pfiffe gesehen hätte, die nach Vergehen an Noah Maier und Lionel Gitau durchaus möglich waren. „Maximal bitter und unverdient“ fand Ddaou die Punkteteilung, wohl wissend, dass die neuerlichen Verletzungen aus der Führungsachse das junge Wormser Team ins Wackeln brachten. Und dann hat Idar halt, wie Ddaou sagt, mit Zimmer „einen Spitzen-Predator“ vorne drin.
Neuzugang aus den USA
Lionel Gitau? Der jüngere Bruder des im Sommer zu Mainz 05 II gewechselten André Gitau zog zum Jahreswechsel aus den USA nach Worms und trainiert seither bei Wormatia mit. In der dritten US-Liga kam der Offensivspieler 19-mal zum Einsatz (ein Tor), in der U17-Nationalmannschaft zweimal (ein Tor). Nun ist der seit kurzem 18-Jährige, der einen Vertrag bis Sommer unterschrieben hat, spielberechtigt. Und feierte direkt sein Debüt – sowie um ein Haar seinen ersten Scorerpunkt, doch Maiers Matchball (90.+5) ging nicht rein. „Er hat sehr viel Speed und ist gut im Eins-gegen-Eins“, blickt Ddaou auf Gitau, „wir wollen ihn langsam heranführen.“
Die beste Nachricht aus Wormser Sicht verkündete Pressesprecher Christian Bub en passant bei Wormatia TV: Kapitän Tom Fladung hat seinen Vertrag verlängert. Der regionalligaerfahrene 24-Jährige, lange ausgebildet beim FCK, kam im Sommer von Verbandsligist VfR Heilbronn. „Ich hoffe und gehe davon aus, dass nun der ein oder andere nachzieht“, sagt Ddaou.
Wormatia Worms: Edinger – Ralda (71. Siontis), Makanda, Graf (46. Baderschneider), Obas – Fladung (64. K. Özkaya) – Sundin, M. Özkaya – Jäger, Meyer (88. Maier), Schehl (71. Gitau).