2026-01-09T09:36:09.492Z

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Ein Wormatia-Youngster, der seine Einsatzminuten für Eigenwerbung nutzt: Vasileios Siontis (am Ball). Links der Auersmacher Sandro Kempf, rechts Nico Jäger.	Foto: Christine Dirigo/pakalski-press
Ein Wormatia-Youngster, der seine Einsatzminuten für Eigenwerbung nutzt: Vasileios Siontis (am Ball). Links der Auersmacher Sandro Kempf, rechts Nico Jäger. Foto: Christine Dirigo/pakalski-press

Wormatia Kader: Viele Allrounder, ein breiter Kader

Ganz perfekt ist der Saisonstart der Wormatia nicht – aber nah dran ist die Mannschaft von Trainer Anouar Ddaou

Worms. Der Saisonstart von Oberligist VfR Wormatia Worms ist gelungen. Platz zwei in der Liga (inklusive Nachholspiel beim FK Pirmasens in der Hinterhand), im Verbandspokal im Achtelfinale, zuhause makellos – sieht man die reinen Ergebnisse, können die Wormaten um Kapitän Altin Vrella mit den ersten Monaten der neuen Spielzeit völlig zufrieden sein. Nur bei der FCK-Reserve (0:3) und in Gau-Odernheim (2:2) wurde Zähler liegen gelassen.

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Das beinahe komplett neue Team der Wormser hat sich zügig gefunden. Und auch wenn VfR-Trainer Anouar Ddaou immer wieder betont, man stehe noch am Anfang einer Entwicklung, ist diese durchaus schon zu erkennen. Dabei überzeugte die Wormatia in den ersten Saisonwochen gar nicht dauerhaft mit dem dominanten Spiel einer Spitzenmannschaft. Keinen Gegner spielte der VfR an die Wand. Und in jeder Partie gab es Phasen, die die Wormser „überstehen“ mussten. Die Heimsiege gegen Diefflen (4:1), Auersmacher (3:0) und Wiesbach (4:1) fielen höher aus, als die Spiele vermuten lassen. Unübersehbar waren bislang aber zwei Erfolgsfaktoren des jungen Teams. Sie sind eng mit Trainer Ddaou und dem Sportlicher Leiter Aydin Ay verknüpft.

Ein Kader mit Breite

In der jüngeren Vergangenheit, als die Wormser ebenfalls große Kader-Umbrüche im Sommer erlebten, kristallisierte sich jeweils eine erste und eine zweite Reihe heraus. Auch in der abgelaufenen Saison kamen von der Bank zu wenig Impulse. Viele Transfers im Sommer 2024 von Aydin Ay floppten und Ausfälle wichtiger Spieler konnten nicht adäquat aufgefangen werden. In dieser Spielzeit wirkt die Breite im Kader der Wormser Mannschaft ausgewogener.

In der Partie gegen Wiesbach fielen mit Thomas Roetynck, Leo Klein und Marc Nauth drei Stammkräfte aus. Sie wurden durch Vasileios Siontis, Ajet Grajcevci und Niklas Meyer ersetzt, die allesamt Aktien am 4:1-Erfolg des VfR hatten. Mit Bobby Edet blieb ein Angreifer, der in den vergangenen Wochen viel Spielzeit erhielt, 90 Minuten auf der Bank. Doch wirklich Anlaufzeit benötigte die „zweite Reihe“ nicht. Die Wormaten die spielten, überzeugten. Und sie bewiesen, dass das Niveau des Teams bei der vermeintlichen Startelf nicht aufhört.

Ein weiterer Unterschied zur Vorsaison: Dass die Ddaou-Mannschaft bislang ohne größere Verletzungssorgen (lediglich Ersatztorhüter Timo Ulpins fällt längerfristig aus) auskommt, wirkt sich positiv auf den Konkurrenzdruck im Kader aus. An jedem Wochenende kommt es zu Härtefällen bei der Besetzung des Spieltagskaders. 21 der 24 offiziellen Kadermitglieder (ausgenommen die Ersatztorhüter John Dos Santos und Timo Ulpins sowie Talent Fridel Ralda de Oliveira) kamen inzwischen zu Einsatzminuten in der Liga. In so einem frühen Stadium der Saison eher ungewöhnlich und für Anouar Dadou, der wöchentlich Spieler „enttäuschen” muss, das Zeichen eines Luxusproblems.

Allrounder, die überzeugen

Man habe, verriet Aydin Ay am Rande des Wiesbach-Spiels, bei den Neuzugängen auch auf die Fähigkeit geachtet, sich an verschiedene Spielstile und Positionen anpassen zu können. Sprich: Allrounder sind bei Anouar Ddaou hoch im Kurs. In jedem Spiel setzt der 45-Jährige, je nach Gegner, seine Spieler auf unterschiedlichen Positionen ein. Der Plan der sportlichen Entscheider geht bislang auf. Luca Baderschneider spielt Linksverteidiger, rückt bei Ausfällen in der Innenverteidigung aber ohne Anpassungsschwierigkeiten ins Zentrum. Thomas Roetynck verteidigte bislang auf den Außenverteidiger-Positionen, lief aber ebenso schon als Rechts- und Linksaußen in der Offensive auf. Youngster Vasileios Siontis gab mehrfach den Rechtsverteidiger, um dann im Spiel ins Mittelfeldzentrum beordert zu werden und auch dort sein Spiel souverän abzuspulen.

Während in der Sturmreihe die Offensiven Marc Nauth, Nico Jäger, Bobby Edet oder Niklas Meyer zwangsläufig rotieren, um die gegnerische Abwehrreihe vor Probleme zu stellen, war die „Versetzung” von Laurenz Grafs als Sturmspitze zuletzt eine Premiere. Mit seiner Stärke Bälle festzumachen, abzulegen und seine Kopfballstärke auszuspielen, ging auch dieser Plan auf. Mittelfeldspieler Graf, in der vergangenen Saison notgedrungen auch im Abwehrzentrum gefragt, nahm diese Rolle an und bestätigte Ddaous Auffassung, dass Flexibilität dem eigenen Spiel nur guttun kann. Kurioserweise macht der VfR-Trainer bei seinen andauernden Rotationen zwei Ausnahmen. Vize-Kapitän Tom Fladung ist vor der Abwehr gesetzt und Spielmacher Mert Özkaya, in der vergangenen Saison als Linksaußen benötigt, spielt „nur” auf der Zehn. Auch dieser Ddaou-Plan geht bislang auf. Özkayas überragende Statistik: sieben Spiele, fünf Tore, sechs Vorlagen.

Aufrufe: 024.9.2025, 12:30 Uhr
Stefan MannshausenAutor