
WORMS. Landesligist VfR Wormatia Worms II hat sich souverän die traditionelle – 58. – Wormser Stadtmeisterschaft durch einen klaren Finalsieg über B-Ligist TuS Hochheim gesichert. Im Spiel um Platz drei besiegte Bezirksligist SV Horchheim den B-Liga-Vertreter SV Suryoye Worms. Der ASV Nibelungen Worms um Organisator Sascha Bauer und Platzsprecher Wolfgang Baier erwies sich als ausgezeichneter Gastgeber. Kurios: Im vergangenen Jahr waren die Horchheimer das Maß aller Dinge – und die Wormatia landete auf Platz drei.
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Finale
Vor 250 Zuschauern gingen beide Kontrahenten trotz sommerlicher Temperaturen von Beginn an zur Sache. In der ersten Halbzeit hielt der Underdog Hochheim gut mit und von einem Drei-Klassen-Unterschied war nichts zu sehen. Der Landesligist ging aber erwartungsgemäß in Führung: Omar Hashem Sayed nutzte eine Hereingabe zentral zum 1:0 in der 8. Spielminute. Der TuS ließ sich nicht beirren und glich aus: Kapitän Jens Ihrig schoss den Ball von der Strafraumkante ins lange Eck – 1:1 (18.). Die Wormatia drückte wieder. Aber TuS-Keeper Simon Schrott konnte sich mehrmals auszeichnen. Noch vor der Pause verfehlte wiederum ein raffinierter Heber von Hochheims Liam Brach den Kasten (40.).
Die Wormatia kam stürmisch aus der Kabine, ihr Vorwärtsdrang sollte fortan Bestand haben. Es war quasi ein Spiel auf ein Tor. „Die Luft hat uns irgendwann gefehlt und die Wormatia hat andere Möglichkeiten mit Spielern, die auch in der Oberliga-Mannschaft spielen“, sagte TuS-Trainer Amin Hadj-Chaib nach dem Schlusspfiff. „Ich bin aber stolz, was wir bei dieser Stadtmeisterschaft erreicht haben“, rief er seinen Jungs im Mannschaftskreis zu. Die weitere Torfolge, 1:2 (48.): Vom Strafraumeck ins lange Eck war nach Ballverlust erneut Sayed zur Stelle. 1:3 (53.): Nach schneller Kombination traf Namik Softic. 1:4 (63.): Nach schnellem Antritt markierte Fabio Pietro Genna ebenfalls aus wenigen Metern den Endstand.
Wormatia-Trainer Björn Weisenborn resümierte: „Wir haben gewonnen, das ist die Hauptsache. Aber mit der Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, war ich wie schon im letzten Spiel nicht zufrieden. Wir wollten den Ball schnell laufen lassen und Dominanz haben. Wir haben das Spiel viel zu lange offengehalten. Der Klassenunterschied war nur teilweise zu sehen.“
TuS Hochheim: Schrott – Vlasic (63. A. Ihrig), Kaiser (78. Eder), Kronauer (68. Neumann), Jener (84. Tatos) – König, R. Ihrig (70. Reuber) – Amankwah (63. Marin), J. Ihrig, Eken – Brach (72. Kabak).
VfR Wormatia II: Vettermann (46. Mrachacz) – Joof, Jennewein, Wekesser, Skelchy (46. Tamon) – Mani, Sayed, Softic – Genna, Kolbüken (46. Nagel), Boateng (84. Petermann).
Spiel um Platz 3
Die zwei Klassen höher angesiedelten Horchheimer taten sich schwer gegen den B-Ligisten um Trainer Paul Nergiz. „Suryoye hat fast zu jeder Zeit dagegengehalten“, betätigte ASVler Sascha Bauer, der aber auch von einem „Sommerkick bei großer Hitze“ sprach. „Wir waren schwach auf den Beinen nach intensiver Vorbereitung“, räumte SVH-Trainer Sascha Löcher ein. Das Goldene Tor vor 150 Fans schoss Wasiqullah Azami, der einen Abpraller vom eingewechselten Glent Morina – er hatte sich fein durchgesetzt – nutzte (70.).
„Mir hat bei der Stadtmeisterschaft gefallen, dass es Spiele gab, die wir dominiert haben und solche, die nicht so gut für uns gelaufen sind“, sagte TuS-Coach Hadj-Chaib. Dennoch sei im Vergleich zum zurückliegenden Jahr eine deutliche Steigerung erkennbar, freut sich der 32-Jährige, der viele Jahre als Spieler und Jugendtrainer bei der TSG Pfeddersheim gewirkt hatte. Dass seine Formation im Achtelfinale FT/Alemannia 02 Worms (B-Klasse), im Viertelfinale TuS Wiesoppenheim/Heppenheim (B-Klasse) und den SV Suryoye Worms ausgeschaltet hatte, erklärt sich der junge Coach auch damit, „dass wir über den Kampf kommen und Gas geben und uns auch belohnen“.
Und überhaupt: „Die Jungs können alle Fußball spielen – ob es B-Klasse ist oder nicht. Die besten Spiele haben wir gegen höherklassige Mannschaften gemacht“, hebt er hervor. Und worauf legt Amin Hadj-Chaib bei seinen Jungs noch Wert? „Dass die Chemie stimmt, alle zueinander passen, keiner versucht herauszustechen und es überhaupt ein harmonisches Miteinander ist“, schildert er. „Wir sind auch ein Verein, der auf die Jugend setzt und dort alle Altersklassen besetzt“, schiebt er stolz hinterher. Beim Saisonziel hält er sich allerdings noch zurück: „Das besprechen wir intern“. so der Coach.