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Wormatia gewinnt Offensivspektakel gegen Auersmacher

Verkehrte Welt: Bei den vergangenen Auftritten wirkten die Wormser offensiv eher gehemmt - standen aber meist stabil. Beim Sieg gegen den SV Auersmacher war das anders

von Stefan Mannshausen · 04.05.2025, 13:00 Uhr · 0 Leser
Nach einem Solo über den halben Platz zieht Wormate Moritz Gotthardt (rotes Trikot) in die Mitte und lässt seinen Gegenspielern auf dem Weg zum 2:0 keine Chance.	Foto: Christine Dirigo/pakalski-press
Nach einem Solo über den halben Platz zieht Wormate Moritz Gotthardt (rotes Trikot) in die Mitte und lässt seinen Gegenspielern auf dem Weg zum 2:0 keine Chance. Foto: Christine Dirigo/pakalski-press

Worms. In der vierten Minute der Nachspielzeit stand Wormatia-Stürmer Erijon Shaqiri goldrichtig. Und die punktgenaue Flanke von Kapitän Sandro Loechelt köpfte der Angreifer problemlos zum 4:3 (3:2)-Heimsieg über die Linie. Wieder mal hatten die Wormser spät zugeschlagen. Im Oberligaduell gegen den SV Auersmacher konnten einem die abstiegsbedrohten Gäste, die den Wormaten einen offenen Schlagabtausch lieferten, nach dem Abpfiff beinahe leidtun. Denn die größeren Chancen in der Schlussphase gehörten den Saarländern, die gleich mehrfach am überragenden Wormatia-Schlussmann Luca Pedretti scheiterten und dann Shaqiri, zur Freude aller Wormser, im entscheidenden letzten Moment entwischen ließen.

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Ein perfekter Start mit zwei perfekten Abschlüssen

Am Ende jubelten die Wormaten also wieder dank ihres Torjägers. Doch in Durchgang eins schien es, als würde sich Moritz Gotthardt zum Wormser Matchwinner aufschwingen. Ein humorloser Abschluss aus spitzem Winkel unter die Latte (8. Minute) und ein Konter-Treffer nach einem SVA-Eckball und einem Solo über den halben Platz (17.) machten ihn zum frühen Doppelpacker. Für den Rechtsverteidiger, der von seinem Trainer Marco Reifenscheidt dieses Mal als Schienenspieler eingesetzt wurde, weil der VfR in einer Dreier- respektive Fünferkette aufgelaufen war, waren es seine ersten Treffer in der Oberliga überhaupt. „Ich habe beim Konter geguckt, ob ich den Ball noch rüber legen kann, aber dann habe ich gedacht: Komm, ich zieh rein und schieß”, erklärte Gotthardt nach der Partie seine Gedanken auf seinem langen Weg in Richtung SVA-Tor. Mit seinem Treffer bewies der ehemalige Nachwuchsspieler der Wormser ein gutes Timing. Seine Torpremiere fiel just in die Woche, in der er seinen Vertrag bei den Wormsern verlängert hatte.

Doch lange nach Jubeln war den Wormsern nach der 2:0-Führung nicht zumute. Per Doppelschlag glichen die Gäste zügig aus. Einmal trafen sie nach einem herrlich heraus gespielten Angriff inklusive Seitenverlagerung und Ablage durch Marius Schley (27.), kurz darauf nach einem Durchbruch auf der linken Wormser Abwehrseite durch Maximilian Escher, dessen Schuss aus halbrechter Position unter dem Körper von Pedretti durchflutschte (30.). Schon war die gute Ausgangslage des Heimteams dahin. „Das nervt mich schon”, gestand Reifenscheidt nach dem Schlusspfiff trotz des Lastminute-Sieges. Die leichtfertig verspielte Führung, der 3:3-Ausgleich, als SVA-Abwehrmann Fabian Lauer den Ball nach einem Eckball per Bogenlampe ins Tor köpfte (69.) und individuelle Aussetzer in der Hintermannschaft, die dank Pedretti nicht ins Gewicht fielen, störten den Wormatia-Trainer. „So ein Spiel muss man auch mal hoch gewinnen”, sprach er das aus, was wohl viele der Zuschauer in der EWR-Arena nach dem scheinbar beruhigenden 2:0-Vorsprung dachten.

Doch die Wormser Spieler fühlten sich offensichtlich zu „sicher”. Und die Gäste spielten mit offenem Visier und brachten die Hintermannschaft der Hausherren mit ihrem Offensivspiel ein ums andere Mal in Bedrängnis. Die Wormser, bei denen Sandro Loechelt und Nik Rosenbaum ihre Comebacks feierten und prompt für mehr Spielkontrolle auf dem Platz sorgten, hielten mit individueller Qualität dagegen. Nicht nur in der Schlusssequenz blitzte die spielerische Klasse der VfR-Akteure auf. Beim 3:2-Führungstreffer steckte Offensivspieler Mert Özkaya, der schon das 1:0 durch eine schöne Einzelleistung vorbereitet hatte, den Ball auf den startenden Erijon Shaqiri durch, der mit perfektem Timing den Ball am SVA-Schlussmann Dirk Jank vorbeispitzelte, ihn umkurvte und den Ball ins leere Tor schob (36.).

So furios der erste Durchgang war, so ereignisarm war der zweite zu Beginn. Die Gäste wirkten dennoch zielstrebiger und erspielten sich die besseren Abschlüsse. Und sie verdienten sich den Ausgleich. Dann verpassten sie aber wie zunächst auch die Wormaten mehrfach das 4:3 (Shaqiri, 85.) – und standen nach dem späten Luckypunch der Wormser sogar ganz ohne Punkte da.