
Worms. Gespielt waren noch nicht mal 90 Sekunden. Und noch ehe jeder Wormate überhaupt einmal gegen den Ball getreten hatte, führten die Wormser Oberliga-Fußballer gegen den FV Engers bereits. Drei Minuten später legten die Wormaten das zweite Tor nach und sorgten für Freude auf dem Spielfeld und den Rängen in der EWR-Arena. Ein Blitzstart und der Grundstein, für den am Ende deutlichen 4:1 (2:0)-Erfolg der Wormser im Topspiel der Liga gegen den Kontrahenten aus dem Koblenzer Raum, der aber kaum drei Tore schwächer war, als das Ergebnis es an diesem sonnigen Herbstnachmittag später darstellte.
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„Wir haben direkt in der ersten Halbzeit gezeigt, was wir heute vorhaben”, sagte Wormatia-Angreifer Niklas Meyer nach dem Schlusspfiff und nannte das Ergebnis „eine Ansage” an die Konkurrenz. Als die ersten beiden Treffer fielen, das 1:0 durch Laurenz Graf nach einer schönen Wormser Kombination inklusive Hacken-Assists von Noah Maier und das 2:0 nach einem Konter über Nico Jäger und Mert Özkaya sowie einem genauen Abschluss von Marc Nauth, saß Meyer noch auf der Bank. Von dort sah er eine furios beginnende Wormser Mannschaft, die bis zum Pausenpfiff dann mit ihrem Gegner aber auf Augenhöhe agierte.
Noah Maier per Hacke, Marc Nauth nach einem Konter
Auf beiden Seiten gab es in dem kurzweiligen Spiel Chancen auf Treffer, Tore fielen aber erst nach dem Seitenwechsel wieder. „Wir haben Präsenz gezeigt”, befand Meyer, der nach 72 Minuten selbst mitmischen durfte und eine bärenstarke Leistung zeigte und ein Sonderlob von seinem Trainer erhielt. „Respekt an die Jungs, die reingekommen sind”, sagte Anouar Ddaou, um Meyer dann für seine Arbeit gegen den Ball und im Angriffsspiel der Wormser, die erstmals ohne ihren Dauerbrenner im Mittelfeldzentrum Tom Fladung (krank) angetreten waren, explizit zu loben. Das Ganze machte Meyer wohl mit etwas Mut im Bauch, denn wie schon unter der Woche beim Pokalspiel in Dudenhofen (3:2), erhielten seine Teamkollegen den Vorzug bei der Startelfnominierung. Ddaou sagte wenig überraschend: „Klar, war Niklas enttäuscht, dass er nicht von Anfang an gespielt hat.”
Nach Meyers Einwechslung jubelten dann zunächst die Gäste und belohnten sich für eine der vielen guten Offensivaktionen mit dem Anschlusstreffer. Ein abgefälschter Schuss landete vor den Füßen von Angreifer Hasan Kesikci, der den Ball, halb liegend in der Luft, artistisch ins VfR-Tor versenkte (76.). „Der Gegentreffer ärgert uns”, erklärte Meyer danach und erklärte, dass sich die Wormser auf die Stärken des Gegners - Bälle hinter die Kette und die zweiten Bälle sowie die schnellen Außen – eigentlich vorbereitet hatten. Alles zu unterbinden, gelang dem VfR nicht, aber mit einem „4:1 gegen Engers können wir ja absolut zufrieden sein“, fügte Meyer hinzu.
Meyer: Erst Einwechslung, dann Tor und Assists
Und ein Bruch brachte der Anschlusstreffer der Gäste auch gar nicht in das Spiel der Wormser. „Der Sieg für uns war nie so richtig in Gefahr, hatte ich das Gefühl”, sagte Meyer und auch sein Coach Ddaou hatte eine ähnliche Wahrnehmung. „Auch nach dem 1:2 hatte ich weiter ein gutes Gefühl, weil wir die ganze Zeit im Spiel waren.”
Für Erleichterung sorgte Meyers Tor auf Wormser Seite trotzdem, der sich in dieser Aktion an die Worte seines Trainers gehalten hatte. „Entscheide das Spiel!”, hatte Ddaou seinem Offensivspieler bei der Einwechslung mit auf den Weg gegeben. Und der Angesprochene lieferte und drosch den Ball mit einem Mix aus Instinkt und Wille aus mehr als 20 Metern Entfernung zur Vorentscheidung in die Tormaschen (84.). „Ich habe kurz gezögert, ob sich was ergibt”, erklärte Meyer die Entstehung des dritten Wormser Treffers. Das tat es nicht, also, „habe ich dann einfach draufgehalten.” Getreu dem Motto: „Wenn du nicht weißt wohin mit dem Ball, dann ins Tor.”
Kurz vor dem Abpfiff veredelte der 23-jährige Sommerneuzugang von Bayern Alzenau seinen Auftritt mit einer perfekten Flanke auf den ebenfalls eingewechselten Publikumsliebling Bobby Edet, der sich mit seinem Kopfballtreffer ein eigenes kleines Geburtstagsgeschenk machte (90.). Und für Niklas Meyer galt: den Auftrag des Trainers erfüllt.