
Worms. Den Großteil der Spiele verbrachte Laurenz Graf in dieser Saison in der Innenverteidigung des VfR Wormatia Worms. Zunächst notgedrungen, weil viele seiner Mitspieler verletzt fehlten, dann, weil er dort eine gute Figur machte und sich auf dieser Position festspielte. Im Oberliga-Heimspiel am Mittwochabend gegen den FV Eppelborn, das vorgezogen wurde und nach dem Sieg in Nentershausen bei den Sportfreunden Eisbachtal (4:2) und vor dem Heimspiel gegen den SV Gonsenheim (Samstag, 14 Uhr, EWR-Arena) nun den Mittelpunkt der Englischen Woche bildete, war Laurenz Graf mal wieder auf seiner eigentlichen Position gefragt. Und beim späten 2:0 (0:0)-Sieg der Wormser übernahm der Allrounder sofort eine Hauptrolle.
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„Das war das Beste, was mir heute passieren konnte“, sagte Graf wenige Minuten nach dem Abpfiff über seinen Positionswechsel. Und auch Trainer Marco Reifenscheidt durfte sich anschließend bestätigt fühlen, mit der „Versetzung“ von Graf alles richtig gemacht zu haben. Zumal in der Innenverteidigung Kosuke Ota und Jason Onyejekwe ihre Aufgaben ebenfalls souverän meisterten.
Vor Ota und Onyejekwe hatte Laurenz Graf in der Zentrale einen großen Bewegungsradius. Mal tauchte er als Sechser, dann als Achter und teilweise sogar als Zehner im Spiel der Wormser auf. Und mit dem erlösenden Führungstreffer in Minute 85 sorgte er für tosenden Jubel in der EWR-Arena. Angreifer Erijon Shaqiri hatte von der rechten Seite eine Flanke an den langen Pfosten geschlagen, von wo David Schehl den Ball nochmal in die Mitte spielte – dort stand Laurenz Graf goldrichtig und musste nur noch seinen Kopf hinhalten, um die Führung der Hausherren zu markieren. „Im Mittelfeld konnte ich meine Kopfballstärke heute auch offensiv einbringen“, sagte ein glücklicher Graf anschließend, der in den 90 Minuten zuvor durch seine Boxbesetzung mehrfach per Kopfball zum Abschluss gekommen war und mit seinem Treffer die „gute Serie“ seiner Mannschaft im Jahr 2025 (sechs Spiele, fünf Siege) ausbaute.
Vor dem späten Führungstreffer hatte sich die Wormatia gegen den tief stehenden Gegner aus dem Saarland schwergetan. Die Wormatia war dominant, hatte außer Halbchancen aber keine lange Zeit keine nennenswerten Abschlüsse. Glück hatten die Wormser, dass die Gäste in Halbzeit eins ihre einzige Torchance der Partie nicht nutzten. Wormatia-Torwart Luca Pedretti hatte im Eins-gegen-Eins stark gegen Gästeangreifer Jona Peters pariert (32.).
Mit zunehmender Spieldauer wurden die Gäste müder und die Abschlüsse der Wormser gefährlicher. Graf sagt: „Wir haben uns auf ein Geduldspiel eingestellt und in der Halbzeit angesprochen, dass wir fit sind und hinten raus noch Kraft haben.“ In der 70. Minute wäre beinahe der erste Wormser Treffer gefallen, doch der eingewechselte Ivan Smiljanic setzte den Ball mit seiner Fußspitze nach einem kurz ausgeführten Eckball und einer Hereingabe von Mert Özkaya nur an den Pfosten (70.).
Jubeln konnte Ivan Smiljanic am Ende trotzdem nicht nur über den „Dosenöfffner“ von Laurenz Graf, sondern auch noch über ein eigenes Tor, als er den Ball nach einem weiteren Wormser Eckball aus dem Rückraum schön ins rechte untere Toreck drosch (89.).