
Remchingen/Worms. Noch herrscht eine Diskrepanz zwischen den Leistungen in den Testspielen und den Erträgen, die die Oberliga-Spieler des VfR Wormatia Worms dabei einfahren. Auch im vorletzten Test beim baden-württembergischen Oberligisten FC Nöttingen (0:1) stimmte Wormatia-Trainer Marco Reifenscheidt der Auftritt seiner Mannschaft positiv. Der Sieg ging allerdings erneut an den Gegner. Am Samstag steht für die Wormser die Generalprobe beim Verbandsligisten FC Basara Mainz (14 Uhr) an, ehe in zwei Wochen der Pflichtspielauftakt der restlichen Rückrunde für die Wormaten beim FV Diefflen (8. März) folgt.
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„Wir haben das erste Mal in diesem Jahr auf Rasen gespielt”, sagte Marco Reifenscheidt nach der 0:1-Niederlage beim FCN. „Das ist gerade im Spiel mit dem Ball ein Faktor und direkt ein ganz anderes Spiel.” Die Partie war offen, genügend Chancen gab es auf beiden Seiten. Reifenscheidt lobt seine Spieler: „Besonders gefallen hat mir, dass wir trotz Testspiel in den letzten zehn Minuten alles versucht haben, um noch ein Tor zu schießen. Das Engagement der Spieler war top.”
Das Tor des Tages erzielte Nöttingens Jimmy Marton (13. Minute), der offenbarte, dass die Hintermannschaft der Wormser noch nicht da steht, wo Reifenscheidt sie gerne hätte. „Da sind wir einfach noch nicht eingespielt”, erklärt der VfR-Trainer der gegen Nöttingen auf die als Leistungsträger eingeplanten Defensivkräfte Kosuke Ota, Luca Jensen (beide krank) und auch weiter Ivan Smiljanic (Muskelverletzung) verzichten musste. Schon kurzfristig, so die Hoffnung der Wormser, sollen zumindest Ota und Jensen wieder einsatzfähig sein. Auch eine Rückkehr der Offensivspieler Luca Manganiello und Erijon Shaqiri steht bevor.
Rasenpremiere der Wormaten in 2025
Wormser Kader-Neuigkeiten – wenn auch erst für den Sommer – gab es derweil schon am Donnerstag. Auch wenn die Wormatia-Verantwortlichen von der Transfer-Verkündung des SC Idar-Oberstein etwas überrumpelt wurden. Diese hatten die Abgänge ihrer beiden Spieler Luca Baderschneider (Linksverteidiger) und Malik Yerima (Rechtes Mittelfeld) gen Worms veröffentlicht und die Wormaten damit etwas unter Druck gesetzt. Am Freitagmittag verkündete dann auch der VfR Wormatia die Sommerwechsel der beiden Spieler als offiziell.
In den Sozialen Medien wurden die Verpflichtungen der Wormatia von ihren Fans ungewöhnlich kritisch bewertet. Was die Frage aufwirft, ob die „Kommentar-Schreiber” die beiden Spieler bereits kennen oder nur aufgrund ihrer Vita Bedenken haben, dass sie die Wormser sportlich verstärken können. Fakt ist, dass Wormatias Sportlicher Leiter Aydin Ay anders als bei seinen vorherigen Transfers für die Wormser mit Baderschneider (26 Jahre) und Yerima (27) keine jungen Spieler die in Nachwuchsleistungszentren ausgebildet wurden, verpflichtet hat. Sie sind erfahrener und stehen wohl eher für die Merkmale Einstellung, Fleiß und Leidenschaft – Tugenden, die Teilen des aktuellen Wormatia-Kaders in der bisherigen Spielzeit etwas abgegangen waren. Und für gewöhnlich Merkmale, auf die die Wormatia-Fans besonderen Wert legen.
Gemeinsame Ausbildung bei der SG Meisenheim
Ausgebildet wurde das Duo gemeinsam bei der SG Meisenheim. Dann trennten sich die Wege. Luca Baderschneider wechselte 2020 zu Schott Mainz, Mailk Yerima 2021 zur SpVgg Ingelheim. 2022 trafen sie sich dann wieder – beim SC Idar-Oberstein. Nun folgt der Doppelwechsel im Sommer an die Alzeyer Straße. „Wir müssen viel Überzeugungsarbeit leisten, weil die letzte Zeit hier nicht so gut war“, glaubt Reifenscheidt, der zu den kritischen Kommentaren im Netz sagt. „Ich lese zum Glück nicht alles.“
In einer Pressemitteilung des Vereins sagt Aydin Ay, der in Teilen des Wormatia-Umfelds wegen der Personalentscheidungen in der laufenden Saison in der Kritik steht: „Wir schauen nicht auf Namen, wir suchen Spielertypen.“ Eine Erkenntnis der Wormatia-Macher, die sich im Verlauf der Saison wohl verfestigt haben dürfte. Aydin betont: „Malik und Luca sind Kämpfer und Arbeiter, aggressiv in den Zweikämpfen. Malik bringt Athletik mit und kann auch offensiver spielen, Luca hat einen sehr guten linken Fuß. Beide sind schon etwas erfahrener und werden der Mannschaft mit ihren Qualitäten guttun.” Liegt er damit richtig, dürfte die Kritik an den Verpflichtungen wohl schnell verstummen.