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Wormatia-Coach enttäuscht: "Nicht das, was er erwartet"

Auf die Pokal-Enttäuschung unter der Woche folgt für Oberligist Wormatia Worms ein weiterer Dämpfer

von Stefan Mannshausen · 23.08.2026, 17:30 Uhr · 0 Leser
Den Gästestürmer und Doppelpacker Marcus Kasongo-Nd’Jele (grünes Trikot) machte der Wormser Hintermannschaft um Altin Vrella nicht nur bei den Gegentreffern das Leben schwer.	Foto: Christine Dirigo/pakalski-press
Den Gästestürmer und Doppelpacker Marcus Kasongo-Nd’Jele (grünes Trikot) machte der Wormser Hintermannschaft um Altin Vrella nicht nur bei den Gegentreffern das Leben schwer. Foto: Christine Dirigo/pakalski-press

Worms. Dass Wormatia-Trainer Artur Lemm auch laut und wütend kann, davon konnten sich die Wormaten im zweiten Heimspiel der Saison ein Bild von machen. Im Oberligaduell bei der 1:2 (1:2)-Niederlage gegen den SV Auersmacher war der 51-jährige Coach mit dem Auftreten seiner Mannschaft über weite Teile des Spiels überhaupt nicht einverstanden. Mit Rufen, Mimik und seiner Gestik ließ er das seine Spieler auf dem Feld und die Zuschauer auf den Tribünen wissen. Auch beim 1:1-Ausgleichstreffer von Mert Özkaya hielt sich der Lemm-Jubel in Grenzen. Ein kurzes Abklatschen mit seinem Co Serdar Parlak, dann ein paar schimpfende Worte zu sich selbst – der Frust über das Auftreten blieb. Und nicht nur einmal forderte er in den 90 Minuten mit dem Zuruf „reißt euch zusammen“ mehr Einsatz und Aktivität von seinen Spielern.

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Wormatia-Spieler enttäuschen sich und ihren Trainer

Wormatias Vize-Kapitän Raphael Akoto hatte Verständnis für die Reaktion seines Trainers. Der Abwehrspieler fand den Auftritt „den klar schwächsten der bisherigen Saison” und erklärte nach dem Abpfiff: „Unserem Trainer ist die Art und Weise wichtig. Wie wir auftreten, wie wir in ein Spiel gehen, die Energie und die Bereitschaft – das haben wir so nicht auf den Platz bekommen, wie er es von uns erwartet.”

Von Anfang an missfielen dem Wormser Trainer der behäbige Spielaufbau seiner Mannschaft und die fehlende Zielstrebigkeit im Angriffsspiel. Von einer Körpersprache, die den absoluten Siegeswillen verkörpert, war in der Wormser Elf nichts zu spüren. „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen und waren nicht konsequent in der Verteidigung”, erklärte Akoto und folgerte daraus das Dilemma, das die Wormaten das ganze Spiel beschäftigte: „Wir laufen in viele Konter rein, gegen eine Mannschaft, die nur darauf lauert.”

Ein Abschluss von Stürmer Isaac Okwubor nach Hereingabe von Justin Barry (10.), ein Distanzschuss von Kaan Özkaya (31.), ein geblockter Versuch von Belel Meslem aus der Drehung (34.) und ein Nico Jäger-Abpraller nach einem Distanzschuss von Tom Fladung (45+1.) – so richtig gefährlich wurden die Wormaten trotz ihres Ausgleichs vor der Pause nicht. Das erste Mal in der noch jungen Oberliga-Spielzeit taten sich die Wormser richtig schwer. Nur ein Mal kombinierten sich die VfRler erfolgreich nach vorne. Mert Özkaya schlenzte den Ball nach Zuspiel von Stürmer Isaac Okwubor ins rechte untere Toreck (22.).

Auch in Durchgang zwei fehlten den Wormsern die Genauigkeit, die Zweikampfstärke und die Griffigkeit der ersten Saisonspiele. Durch Meslem und Mert Özkaya sowie den eingewechselten Amir Moore und Omar Hashem Sayed hatten sie weitere Abschlüsse im Strafraum (48., 54., 57., 78., 90.) – allesamt ebenfalls ohne Fortune. Die Gäste hielten ihr Spiel einfach. Nach Ballgewinnen ging es zügig nach vorne, hinten gab es klare Aktionen – zur Not auch lange Bälle aus der Gefahrenzone. Für die schwachen Wormaten „reichte“ das an diesem Nachmittag.

Auch, weil die Wormser bei den Gegentoren von Doppelpacker Marcus Kasongo-Nd’Jele abschalteten und sich nicht besonders clever anstellten. Vor dem 0:1 spielte Mert Özkaya einen folgenreichen Rückpass in den Fuß des Stürmers. Wormatia-Schlussmann Luca Pedretti parierte den ersten Versuch stark, war aber gegen den zweiten Schuss des SVA-Angreifers machtlos (18.). Seine Vorderleute hatten die Aktion schlicht nicht zu Ende verteidigt. Auch beim zweiten Gästetreffer zum 1:2 schien die Szene schon bereinigt und doch zappelte der Ball am Ende der Szene im VfR-Tor (41.). Dieses Mal hatte der aufgerückte Altin Vrella den Ball im Aufbauspiel verloren und die Wormser waren dadurch in einen Konter gelaufen.

Weitere Chancen ließen die Gäste ungenutzt. Kasongo-Nd‘Jele scheiterte alleine vor Pedretti (53.), Sandro Kempf knapp per Kopfball (64.). Das Tor der Saison verpasste Jan Luca Rebmann, als er Pedretti überraschte und von der Mittellinie abzog – der Ball aber rechts neben dem leeren Tor landete (67.). Für Akoto waren es schlicht zu viele Chancen für einen Gegner, der in der Liga wohl gegen den Abstieg spielen dürfte: „Wir haben sehr viele Fehler gemacht im Verteidigen als Mannschaft. Alle. Denn das fängt vorne schon an.”