
Worms. In der Halbzeitpause des Oberligaduells befreiten Wormatia-Präsident Florian Natter und Mitarbeiter der VfR-Geschäftsstelle den Wormser Rasen von Überbleibseln von Pyrotechnik und Feuerwerkskörpern, die ihre Anhänger vor dem Anpfiff und während der Partie immer wieder zündeten. Ob davon oder vom starken Kontrahenten 1. FC Kaiserslautern II angespornt sei mal dahingestellt, Fakt ist, dass die Wormser Spieler gegen den Tabellenzweiten lange Zeit auf Augenhöhe agierte. Gegnerische Kaltschnäuzigkeit und ein altbekanntes Abwehrproblem sorgten dennoch dafür, dass die Wormser 1:2 (0:0) unterlagen und nun schon seit sieben Spielen auf einen Dreier warten.
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In einer 4-1-4-1-Formation angetreten, agierte die Mannschaft von Trainer Anouar Ddaou gegen die individuell stark besetzten Pfälzer zweikampfstark und trotz ihrer wochenlangen Sieglosserie selbstbewusst. Mit langen Bällen auf die Außen und hinter die Kette suchten die Wormaten den Weg in die Offensive. „Der Matchplan war gut und ist aufgegangen“, sagte Wormatia-Angreifer Marc Nauth nach der Partie. In der Sturmspitze aufgeboten, sorgte der 23-Jährige als einziger Wormser ohne Langarmshirt bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt für jede Menge Entlastungsangriffe der Wormser.
„Wir hatten Chancen, die wir nicht machen“, sagte Nauth und ärgerte sich über eine Wormser Abseitsposition beim vermeintlichen Führungstreffer (15.). „Im Moment haben wir die Sch... am Schuh und müssen irgendwie aus diesem Loch rauskommen.“ Nauth war sich nach dem Abpfiff sicher: „Nutzen wir eine unserer Chancen, kann das Spiel auch gut für uns ausgehen.“ Am Offensiv-Allrounder lag es gegen den FCK jedenfalls nicht, dass die Wormser nun endgültig den Anschluss an die Topteams verspielt haben. Der Ex-Lautern-Spieler fand gegen seine ehemalige Mannschaft immer wieder Räume zwischen den Linien, sicherte Bälle, legte sie für seine nachrückenden Mitspieler ab und war an allen gefährlichen Wormser Angriffen beteiligt. Ein Abschluss von Nico Jäger aus spitzem Winkel (19.), ein Nauth-Kopfball (21.), eine Doppelchance, an deren Ende Nicolas Obas an Junioren-Nationalspieler Enis Kamga scheiterte (37.) - die Wormser hatten in der ersten Hälfte gegen die zuletzt beste Elf der Liga (zehn Sieg aus den vergangenen zehn Spielen) die besseren Chancen.
Dass nach 90 Minuten die Serien beider Teams weitergingen, lag auch an einem erneuten Standard-Gegentreffer, den die Wormaten nach einem Eckball kassierten. Dieses Mal traf Chinedu Chukwukelu per Stochertor (49.) und Nauth haderte damit, „dass Dinge, die im Training klappen, im Spiel nicht funktionieren.“ Und das nun schon seit mehreren Wochen.
Nach dem Führungstreffer übernahmen die Gäste die Spielkontrolle und hatten gegen abbauende Gastgeber zunehmend leichtes Spiel. Die einzige Wormatia-Chance in Hälfte zwei verzog Jäger (71.). Beim vorentscheidenden 0:2, das Vladislav Fadeev per Distanzschuss erzielte, sah VfR-Ersatztorwart Timo Ulpins (69.) wie schon beim Pfälzer Führungstreffer nicht gut aus. Das 1:2 durch Kapitän Altin Vrella per Elfmeter kam aus dem Nichts – und aus Wormser Sicht zu spät (90+2.).