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Wolfgang Beller: »Der Fußball schreibt oft verrückte Geschichten«

Der neue Coach der DJK Vilzing freut sich auf das Engagement am Huthgarten und hat ein ganz besonderes Premierenmatch

von Thomas Seidl · 13.08.2026, 14:05 Uhr · 0 Leser
Wolfgang Beller freut sich auf die Herausforderung bei der DJK Vilzing
Wolfgang Beller freut sich auf die Herausforderung bei der DJK Vilzing – Foto: Michael Birkner

Mit einer schnellen Rückkehr in das Trainergeschäft hatte Wolfgang Beller nach seinem Rücktritt Anfang Juli beim Landesligisten TSV Seebach nicht gerechnet. "Die Anfrage von der DJK Vilzing kam für mich komplett überraschend", gesteht der ehemalige Bundesliga-Assistenzcoach des FC Augsburg, FC Schalke 04 und VfB Stuttgart.

Als sich Huthgarten-Fußballboss Roland Dachauer beim 62-jährigen Aiterhofener meldete, musste dieser nicht lange überlegen. "Am Sonntagabend haben wir telefoniert, am Montag haben wir uns dann getroffen und am Dienstag-Mittag habe ich zugesagt", informiert der neue Übungsleiter, der von seinem neuen Klub in den höchsten Tönen schwärmt: "Vilzing ist eine Top-Adressse und in Ostbayern hinter dem SSV Jahn Regensburg mittlerweile die Nummer 2. Auf allen Ebenen wird seit vielen Jahren hervorragende Arbeit geleistet und ich will natürlich meinen Teil dazu beitragen, dass wir auch in Zukunft die positive Entwicklung weiter gemeinsam vorantreiben."

Bei der Trainingseinheit am Dienstag stellte sich der "Neue" bereits der Mannschaft vor und begleitet auch die Übungseinheit - allerdings primär in der Beobachterrolle. "Ich habe mit noch keinem Spieler zusammengearbeitet und in der jüngeren Vergangenheit auch nur ganz selten Spiele von Vilzing gesehen. Daher muss ich mir erst einen Überblick verschaffen. Allerdings habe ich mir schon einige Infos eingeholt und in den letzten Tagen viel Video geschaut. Heute Abend leite ich erstmals das Training und freue mich, dass es losgeht", sagt Beller, dem der gleiche Staff wie seinem Vorgänger Thorsten Kirschbaum zur Verfügung steht.




Dass es am Freitagabend ausgerechnet zum FC Augsburg II geht, ist eine interessante Anekdote, den Beller verbrachte dort die schönste Zeit seiner Profi-Laufbahn. "Unvergessene Jahre und viele tolle Momente. Dass ich nun ausgerechnet in Augsburg mein Premieren-Spiel für Vilzing habe, ist eigentlich unglaublich. Der Fußball schreibt oft verrückte Geschichten, zumal die FCA-Truppe von Markus Feulner und Dominik Reinhardt trainiert wird, mit denen ich zu der erfolgreichsten Zeit des Vereins zusammengearbeitet habe." Allgemein blickt der Fußball-Fachmann, der bei den Gelb-Schwarzen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028 unterschrieben hat, mit großer Vorfreude auf die Regionalliga Bayern: "Durch den Zwangsabstieg von 1860 München ist die Attraktivität der Klasse nochmal gestiegen. Es gibt aber noch eine Reihe weiterer toller Vereine wie Unterhaching, Schweinfurt, Bayreuth, Burghausen und die ganzen Profi-Nachwuchsmannschaften. Eine supertolle Klasse."




Kurzfristig wird Wolfgang Beller nicht viel an der taktischen Ausrichtung und Spielweise seiner neuen Truppe ändern: "Die Mannschaft ist absolut intakt und homogen. Daher wäre es der komplett verkehrte Ansatz, funktionierende Abläufe zu verändern. Im Laufe der Zeit wird es sicherlich die eine oder andere kleine Anpassung geben." Über konkrete sportliche Ziele lässt sich der A-Lizenzinhaber - verständlicherweise - nicht groß aus: "Der Start ist mehr als geglückt, dennoch ist die Saison noch sehr jung. Wir haben es sicherlich im Kreuz, einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen. Wenn uns das gelingt, wäre es für den Verein wieder eine erfolgreiche Saison." Personelle Nachbesserungen sind aktuell nicht zwingend geplant. "Durch den relativ kurzfristigen Abgang von Felix Weber wäre noch ein Kaderplatz frei. Ob wir diesen besetzen, ist allerdings offen", lässt Beller abschließend wissen.