2026-04-15T12:16:22.084Z

Allgemeines

Wölfe brechen in der BayArena komplett ein

Hecking kritisiert Passivität – „Wir haben es ihnen zu einfach gemacht“

von red · 06.04.2026, 08:54 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Der VfL Wolfsburg hat beim Bayer Leverkusen ein schon sicher geglaubtes Spiel noch auf dramatische Weise aus der Hand gegeben. Trotz einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung unterlag die Mannschaft von Dieter Hecking am Ende mit 3:6 und bleibt damit weiter auf dem 17. Tabellenplatz.

Vor 29.619 Zuschauern entwickelte sich in der BayArena zunächst ein offener Schlagabtausch, in dem die Wölfe über weite Strecken die reifere und zielstrebigere Mannschaft waren. „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Gegen den Ball waren wir sehr diszipliniert und haben die passenden Momente gefunden, um Entlastung zu schaffen“, analysierte Hecking später – und traf damit den Kern eines Auftritts, der zunächst Hoffnung machte.

Starke erste Halbzeit – Wolfsburg eiskalt

Die Gäste erwischten einen mutigen Start. Früh setzte Christian Eriksen Mohammed Amoura in Szene (4.), wenig später sorgte Jonas Wind für die verdiente Führung (16.). Wolfsburg blieb dran, spielte zielstrebig nach vorne – und reagierte auch auf Rückschläge eindrucksvoll: Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Alejandro Grimaldo (30., Foulelfmeter) schlug Joakim Maehle nur eine Minute später mit einem Distanzschuss zurück.

Als Eriksen per Strafstoß sogar auf 3:1 erhöhte (38.), schien das Spiel klar in Richtung Wolfsburg zu kippen. „Wir haben die passenden Momente gefunden, um unsere Tore zu machen“, so Hecking. Doch der erneute Anschlusstreffer kurz vor der Pause erwies sich als Wendepunkt: „Unglücklich war für uns, dass wir kurz vor der Pause das 2:3 gefangen haben. Das hat Leverkusen in die Karten gespielt.“

Zweite Halbzeit: Kontrollverlust und Einbruch

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild komplett. Leverkusen erhöhte den Druck – und Wolfsburg verlor die Kontrolle. „Mit Beginn der zweiten Halbzeit haben wir uns, was ich monieren muss, sehr, sehr passiv verhalten und den Gegner eingeladen, sein Spiel aufzuziehen“, kritisierte Hecking deutlich.

Der Ausgleich durch Patrik Schick (53., erneut per Elfmeter) war der Auftakt zu einer dominanten Phase der Gastgeber. Wolfsburg kam kaum noch zu Entlastung, wurde tief in die eigene Hälfte gedrängt und verteidigte zunehmend unsauber. Edmond Tapsoba brachte Leverkusen schließlich in Führung (68.), danach brachen alle Dämme.

Ibrahim Maza (74.) und Malik Tillman (90.+6) sorgten für den deutlichen Endstand, während Wolfsburg offensiv kaum noch stattfand. „Mit jedem Tor haben sich die Leverkusener gesteigert und den Ball gut laufen lassen. Wir haben es ihnen aber zu einfach gemacht“, bilanzierte Hecking ernüchtert.

Auf der Gegenseite zeigte sich Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand trotz der drei Gegentore zufrieden mit der Reaktion seiner Mannschaft: „Wir sind natürlich sehr froh über diese drei Punkte. Wir haben eine gute Moral gezeigt und nach vorne guten Fußball gespielt. In der Pause haben wir etwas verändert – nach dem Wechsel konnten wir uns viele große Chancen erspielen.“

So bleibt für den VfL nach einer starken ersten Halbzeit vor allem die Erkenntnis eines folgenschweren Einbruchs – und eine Niederlage, die im Abstiegskampf besonders schmerzt.

Bayer 04 Leverkusen – VfL Wolfsburg 6:3
Bayer 04 Leverkusen: Mark Flekken, Edmond Tapsoba, Robert Andrich, Loïc Badé, Exequiel Palacios, Alejandro Grimaldo, Montrell Culbreath, Ezequiel Fernández (46. Patrik Schick), Nathan Tella (81. Ernest Poku), Ibrahim Maza, Christian Kofane (88. Malik Tillman)
VfL Wolfsburg: Kamil Grabara, Konstantinos Koulierakis, Denis Vavro, Jeanuel Belocian, Joakim Maehle, Vini Souza, Saël Kumbedi (82. Mattias Svanberg), Christian Eriksen (81. Maximilian Arnold), Jonas Wind (81. Dzenan Pejcinovic), Patrick Wimmer (66. Jesper Lindström), Mohamed Amoura
Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart) - Zuschauer: 30000
Tore: 0:1 Jonas Wind (15.), 1:1 Alejandro Grimaldo (31. Foulelfmeter), 1:2 Joakim Maehle (31.), 1:3 Christian Eriksen (38. Foulelfmeter), 2:3 Alejandro Grimaldo (44.), 3:3 Patrik Schick (53. Foulelfmeter), 4:3 Edmond Tapsoba (68.), 5:3 Ibrahim Maza (73.), 6:3 Malik Tillman (90.+6)