
Die ersten 45 Minuten erinnerten an einen offenen Schlagabtausch: Beide Teams warfen früh ihre Fäuste, gingen ins Risiko, suchten den Knockout. Doch nach dem Pausengong zeigte nur noch ein Team echte Schlagkraft. Die Eintracht steigerte Runde für Runde die Kontrolle, schnürte den Gegner mehr und mehr in der eigenen Hälfte ein und gewann am Ende mit einem klaren technischen K.o. – 0:4 aus Sicht der Gastgeber.
Zwar hätte man den Endstand humorvoll mit dem Gründungsjahr der Sonneberger assoziieren können, doch für Gästetrainer Dirk Forkel war das lediglich Nebensache. Ihm ging es um eine andere Statistik: „Hinten bleibt die Null“, forderte er lautstark zehn Minuten vor Schluss – als würde ein Boxtrainer seinem Schützling zubrüllen, er solle die Deckung hochnehmen. Kapitän Johannes Schelhorn nickte kurz, nahm die Order an – und verteidigte mit seiner Hintermannschaft bis zum Schluss kompromisslos.
Bei leichtem Nieseln eröffneten beide Teams das Duell mit einer intensiven Anfangsphase. Die gut 100 Zuschauer bekamen kein Abtasten, sondern sofort wuchtige Kombinationen und klare Trefferansagen zu sehen. Hildburghausens Louis Kreußel versuchte über rechts die ersten Wirkungstreffer zu platzieren, doch die Abschlüsse von Sandro Eichhorn und Maxi Schneider gingen knapp vorbei. Sonneberg antwortete mit einer Dreierkombination: Laurenz Benn zweimal in Topposition, dazu Louis Göhring – doch Gästekeeper Julius Geyling parierte alles, ein echter Mann für den Clinch. Beim Versuch von Göhring brauchte er sogar einen zweiten Zugriff. Der nächste Angriff der Hausherren: Kevin Thau probiert den Distanzschlag, Florian Scheidemann setzt einen Kopfball nach Wittmann-Freistoß knapp am langen Pfosten vorbei. Dann – kurz vor dem Pausengong – trifft Hildburghausen: Jonas Treubig initiiert selbst die Kombination, ein verunglückter Klärungsversuch landet vor seinen Füßen, sein abgefälschter Schuss schlägt ein. 0:1. Und fast hätte Christoph Peters noch einen zweiten Treffer nachgelegt.
Zu Beginn der zweiten Hälfte kehrt Sandro Eichhorn humpelnd zurück in den „Ring“, muss jedoch kurz darauf aufgeben. Der nächste Treffer fällt nach einem unglücklichen Handspiel von Robin Fischer: stramme Hereingabe von links, Arm berührt den Ball – der Ringrichter zeigt auf den Punkt. William Simon verwandelt den Strafstoß sicher zum 0:2. Ab da wird es einseitig. Hildburghausen führt die Schläge nun sauber, kontrolliert die Ringmitte, während Sonneberg immer stärker an die Seile gedrückt wird. Die Eintracht erspielt sich klare Möglichkeiten, vergibt jedoch teilweise leichtfertig. Die Gastgeber überstehen einige brenzlige Aktionen mit Glück – oder vielleicht auch mit Kampfgeist, der sie noch im Spiel hält. Auffällig zudem: Der Sonneberger „Doppel-Hammer“ Göhring und Wittmann, zusammen für 25 Saisontore zuständig, wird konsequent neutralisiert. Die Gäste stellen sich auf jeden Ansatz ein, als hätten sie wochenlang Sparringsvideos studiert. Göhring, ohnehin angeschlagen, kommt kaum in den Schlagrhythmus.
Fazit: Mit diesem deutlichen Auswärtserfolg zieht der FSV nach Punkten mit Sonneberg gleich und dank der besseren Trefferbilanz vorbei – ein sauber gesetzter Wirkungstreffer im Rennen um die Spitzenplätze. Der Abstand zu Tabellenführer Meiningen beträgt weiter sechs Punkte, doch Hildburghausen hat zwei Kämpfe weniger absolviert. Der Titelkampf bleibt also offen – die Schlussrunden versprechen Spannung.