
Yan Marcos Friessner Montas hat beim Pokal-Krimi der SpVg Schonnebeck gegen den Wuppertaler SV ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Der 20-Jährige, der im Sommer von der DJK Adler Union Frintrop an den Schetters Busch wechselte, erzielte beim 3:3 nach 120 Minuten alle drei Treffer seiner Mannschaft. Am Ende fehlte allerdings nicht viel zur ganz großen Geschichte: In der 119. Minute hatte Friessner Montas den Siegtreffer auf dem Fuß, machte sich aber nicht zum endgültigen Held des Nachmittags.
"Er hat heute ein überragendes Spiel gemacht“, lobte Schonnebecks Trainer Dirk Tönnies seinen Angreifer. Dabei hatte Friessner Montas selbst zwischenzeitlich signalisiert, dass er ausgewechselt werden wollte. Tönnies wollte davon allerdings nichts wissen. "Er wollte eigentlich raus, aber in so einem Spiel haben wir gesagt: 'Du kannst nicht einfach raus, du machst hier noch das entscheidende Ding.'"
Das entscheidende Ding blieb aus. Doch auch über seine Treffer hinaus war der 20-Jährige Dreh- und Angelpunkt in der Offensive der Schwalben. Mit immensen Tempo ausgestattet, riss Friessner Montas immer wieder über Tiefenläufe und dynamische Dribblings Lücken in der bisweilen anfälligen Defensive des WSV. Vom Potenzial des Youngsters konnte sich Tönnies schon im Verlauf der Vorbereitung einen Eindruck aus nächster Nähe verschaffen. Umso wahrscheinlicher könnte er auch im Ligabetrieb eine deutlich größere Rolle einnehmen.
"Er hat jetzt und auch in der Vorbereitung angedeutet, dass er seine Leistung abruft und seine Stärken ins Spiel bringt, was er heute auch eindeutig gemacht hat. Wir sind froh, ihn dazugeholt zu haben“, sagte Tönnies.
Der Kontrast zu seiner vergangenen Saison ist durchaus bemerkenswert. Ausgebildet in der Jugendateilung von Rot-Weiss Essen, kam er bei der DJK Adler Union Frintrop in der abgelaufenen Spielzeit auf 27 Einsätze in der Oberliga. 19-mal wurde er eingewechselt, achtmal ausgewechselt – für einen Einsatz über die komplette Spieldauer reichte es somit nicht. Seine Ausbeute in dieser Zeit: ein Tor und eine Vorlage.
Beim nächsten Essener Oberligisten scheint Friessner Montas nun noch mehr Vertrauen zu genießen. Tönnies zeigt sich rückblickend sogar verwundert darüber, wie wenig Friessner Montas in Frintrop zum Zug kam. "In Frintrop hat er keine Rolle gespielt. Das ist natürlich unverständlich, wenn man ihn heute sieht, was er an Leistung abgeliefert hat.“
Für das i-Tüpfelchen hat es am Ende dann aber doch nicht gereicht. In der 119. Minute bot sich ihm die große Möglichkeit, seinen Dreierpack mit dem Siegtreffer zu krönen. Stattdessen ging es ins Elfmeterschießen, in dem Schonnebeck letztlich den Kürzeren zog. Für Tönnies ändert das aber nichts an der Einschätzung seines Angreifers: "Ich glaube, dass er auch noch für Furore sorgen wird in der Liga."
Ohnehin sind in den Reihen der Schonnebecker Torjäger mehr als gut aufgehoben. In den drei zurückliegenden Spielzeiten stellte der Klub jeweils den Oberliga-Torschützenkönig: Niko Bosnjak in der vergangenen Saison, der gegen Wuppertal nicht im Kader stand, zuvor Arne Wessels, der inzwischen für Borussia Dortmund II spielt. Davor war es Calvin Küper, den es inzwischen zum VfB Speldorf zog. Bis dahin wäre es fraglos noch ein gewaltiger Weg. Doch Yan Marcos Friessner Montas hat in jedem Fall gezeigt, dass er das richtige Rüstzeug für einen Durchbruch mitbringt.