2025-12-03T05:51:34.672Z

Interview
Stefan Wilke hat eine Trainingswoche hinter sich.
Stefan Wilke hat eine Trainingswoche hinter sich. – Foto: © Sebastian Harbke

"Wir wollen ein Feuer entfachen – auf und neben dem Platz"

Vor etwas mehr als einer Woche übernahm Stefan Wilke das Traineramt beim FSV Wacker 90 Nordhausen. Nach dem enttäuschenden Saisonstart und dem Wechsel auf der Trainerbank soll der bisherige Coach der A-Junioren neuen Schwung in die Mannschaft bringen und „ein Feuer entfachen“ beim Schlusslicht der Thüringenliga.

Im FuPa-Interview spricht Stefan Wilke über seine ersten Eindrücke, seine Herangehensweise und das bevorstehende Heimspiel gegen den Topfavoriten SCHOTT Jena.

FuPa Thüringen:: Stefan, du bist seit gut einer Woche Trainer der Verbandsliga-Mannschaft. Welchen Eindruck hast du bislang von der Mannschaft gewonnen? Gab es Anzeichen dafür, dass der Trainerwechsel Spuren hinterlassen hat?
Stefan Wilke: Nach einer gemeinsamen Trainingswoche kann man natürlich nur erste Eindrücke schildern – und die waren durchweg positiv. Die Mannschaft zeigt ein hohes Maß an Engagement, Willen und Lust auf Weiterentwicklung. Das war in jeder Einheit spürbar. Ich nehme eine große Motivation wahr, was mir die Arbeit enorm erleichtert.

FuPa Thüringen: Welche Impulse konntest du in den ersten Tagen setzen? Woran habt ihr gearbeitet?
Stefan: Wir haben zwei Schwerpunkte gesetzt. Zum einen ging es darum, die Mannschaft mental aufzubauen und ihr Selbstvertrauen zurückzugeben. Wir wollten vor allem unsere Führungsspieler stärken, damit sie ihren positiven Einfluss auf die jungen Akteure ausüben können. Wichtig war mir auch, dass die Jungs verstehen: Fehler dürfen passieren. Es ist völlig in Ordnung, im Training Dinge auszuprobieren, um sie später im Spiel umzusetzen. Wenn mal etwas schiefgeht, holen wir uns den Ball einfach wieder – das gehört dazu.
Der zweite Impuls lag in der Intensität des Trainings. Wir haben physisch und athletisch an vielen Dingen gearbeitet, um die Mannschaft auf diesem Gebiet einen Schritt weiterzubringen.

Wichtig für den Weg zurück in die Erfolgsspur: Die Führungsspieler um Felix Schwerdt.
Wichtig für den Weg zurück in die Erfolgsspur: Die Führungsspieler um Felix Schwerdt. – Foto: © Sebastian Harbke

FuPa Thüringen: Du hast die Mannschaft sicher auch schon vor deiner Amtsübernahme beobachtet. Welche Schwächen hast du erkannt – und was hat bisher zum ersten Saisonsieg gefehlt?
Stefan: Ja, ich habe sowohl Spiele live als auch alle bisherigen Partien im Video analysiert. Die Schwächen liegen klar auf der Hand: Wir erzielen zu wenige Tore. Das ist am Ende der entscheidende Punkt, der uns bislang den ersten Sieg gekostet hat.

FuPa Thüringen: Am Sonntag kommt mit SCHOTT Jena ein echter Brocken in den Albert-Kuntz-Sportpark. Hättest du dir lieber einen einfacheren Gegner zum Einstand gewünscht – oder kommt so ein Gradmesser genau richtig?
Stefan: Unabhängig davon, wer unser erster Gegner ist – wichtig war mir, dass wir ein Heimspiel haben. Hier wollen wir gemeinsam mit unseren Zuschauern und Fans ein Feuer entfachen. Diese Energie soll von der Mannschaft auf die Tribünen überspringen, damit wir als Einheit auftreten. Natürlich zählt SCHOTT Jena zu den Topfavoriten der Liga, aber das spielt für uns keine Rolle. Wir sind bereit und wollen unser Spiel durchziehen. Unser Ziel ist klar: den Ball haben und ein Tor mehr erzielen als der Gegner.
Schön ist, dass wir gegen ein Team spielen, das technisch und taktisch auf hohem Niveau agiert – so kann sich ein richtig gutes Fußballspiel entwickeln.

FuPa Thüringen: Was für ein Spiel erwartest du – und worauf wird es ankommen, um die ersten drei Punkte einzufahren?
Stefan: Ich erwarte ein emotionales Spiel, in dem meine Mannschaft Wille und Leidenschaft auf den Platz bringt. Wir wollen das, was wir im Training vorbereitet haben, in die Praxis umsetzen – mit Überzeugung und Mut. Ziel ist klar: drei Punkte im AKS behalten und den ersten Saisonsieg feiern. Mit dem Schwung aus dieser Partie wollen wir dann die kommenden Aufgaben angehen.

Aufrufe: 017.10.2025, 12:00 Uhr
André HofmannAutor