Für Spelles Trainer Henry Hupe steht die Zielsetzung vor dem Derby außer Frage. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen, also auch das am Freitag unter Flutlicht“, erklärt er – und unterstreicht damit den Anspruch seines Teams, unabhängig von der Tabellenkonstellation.
Den Begriff „Wiedergutmachung“ für das 3:3 im Hinspiel vermeidet er bewusst und erklärt auf der Homepage des SC Spelle-Venhaus: „Ich blicke immer nach vorn.“ Dennoch ist die Erinnerung an die verpasste Führung präsent – auch im Umfeld.
Warnung nach Hinspiel: „Niemals mehr aus der Hand geben“
Die Analyse der Partie am Biener Busch fällt beim SCSV-Coach deutlich aus. „Ein Spiel, das man niemals mehr aus der Hand geben darf – und trotzdem haben wir es mit dummen Fehlern leider gemacht.“
Besonders die Dynamik eines Derbys hebt Hupe hervor: „Wir haben gesehen, welche Dynamik so eine Partie annehmen kann. Deswegen sind wir absolut gewarnt.“ Trotz dieser Mahnung formuliert er eine klare Erwartung: „Das kann nur ein Sieg sein.“
Vor dem Spiel muss Spelle mehrere Ausfälle kompensieren. Jan-Hubert Elpermann fehlt gesperrt, Steffen Schepers fällt verletzt aus. Auch Torhüter Mattis Niemann steht vorerst nicht zur Verfügung.
Hupe sieht dennoch ausreichend Qualität im Kader: „Er ist auf und neben dem Platz ganz wichtig für uns“, sagt er über Vertreter Bernd Lichtenstein, der zuletzt überzeugte. Gleichzeitig zeigt er sich erleichtert über die absehbare Rückkehr Niemanns: „Nichtsdestotrotz sind wir glücklich, dass Mattis nicht lange ausfällt.“
Biene mit körperlichem Nachteil – aber mental bereit
Beim SV Holthausen Biene ist die Ausgangslage eine andere. Als Tabellenvorletzter steht die Mannschaft unter Druck, zudem ist die Belastung hoch. Zwischen dem Spiel gegen Hildesheim und dem Derby liegen nur 46 Stunden.
Philipp Elfert benennt den Nachteil offen: „Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, ist es schon ein Nachteil, weil die Regenerationszeit kürzer ist.“ Gleichzeitig setzt er auf die besondere Atmosphäre: „Der Gedanke an das Derby unter Flutlicht wird dafür sorgen, dass man schnell wieder auf Touren kommt.“
Die tabellarischen Unterschiede sind deutlich: Spelle rangiert mit 39 Punkten im gesicherten Mittelfeld, Biene steht mit 13 Zählern auf dem vorletzten Platz.
Doch das Hinspiel hat gezeigt, dass sich solche Duelle nicht allein über Zahlen erklären lassen. Für Spelle geht es darum, die Favoritenrolle zu bestätigen. Für Biene ist es eine der letzten Chancen, im Abstiegskampf ein Zeichen zu setzen.
Die Voraussetzungen sind klar – die Aussagen der Beteiligten ebenso. Nun muss sich zeigen, ob Spelle den eigenen Anspruch umsetzen kann oder ob das Derby erneut eine unerwartete Wendung nimmt.