
Der Verband nimmt Türkgücü München vorübergehend aus dem Spielbetrieb. Der Grund: versäumte Zahlungen. Doch wie konnte das passieren?
München – Insolvenz zu Drittligazeiten, kurzfristige Spielabsagen mangels passender Heimspielstätte, ausbleibende Gehaltszahlungen an Spieler – und nun das: Türkgücü München wurde nach versäumten Zahlungen an den Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) vorerst aus dem Verband ausgeschlossen. Alle Spiele des kompletten Vereins wurden deshalb gemäß den Regularien des Bayerischen Fußball-Verbands am grünen Tisch als verloren gewertet.
Von den A-Junioren über die erste Herrenmannschaft in der Bayernliga bis hin zu den Alten Herren sind die Sonderwertungen bereits ab dem 6. Oktober im System eingetragen. Ärgerlich vor allem auch für das Bayernliga-Team, das nach dem Abstieg im Vorjahr aus der Regionalliga aktuell auch eine Klasse tiefer gegen den Abstieg kämpft und jeden Punkt händeringend gebrauchen kann. „Das ist natürlich enttäuschend für alle gewesen“, erklärt Türkgücü-Vorstandsmitglied Serdar Yilmaz den fatalen Fauxpas innerhalb des Vereins.
Warum den Verantwortlichen diese Panne nicht früher auffiel, ist merkwürdig. Laut Yilmaz sei der Hinweis im veralteten Mail-Postfach des einstigen Präsidenten zu Drittligazeiten und Ex-Mäzen Hasan Kivran aufgeschlagen – und diese Zahlungsaufforderung dann erst zu spät von den Verantwortlichen bemerkt worden sein. „Das ist natürlich schon ein bisschen chaotisch“, gestand Yilmaz ein.
Wir sind nicht tot, wie manche jetzt gedacht haben.
Türkgücü-Vorstandsmitglied Serdar Yilmaz
Die Nachzahlung habe der Verein dem Funktionär zufolge bereits am vergangenen Freitag geleistet, man setzt auf eine baldige Wiedereingliederung in den Spielbetrieb. „Ich hoffe, dass die Zahlungen korrekt eingegangen sind und sich die Angelegenheit in den nächsten Tagen erledigt hat“, so Yilmaz, der am Montag noch einmal diesbezüglich mit dem BLSV Kontakt aufnehmen wolle.
Einer chronischen Zahlungsunfähigkeit sowie einem dauerhaften Ausschluss widerspricht Yilmaz. „Wir sind nicht tot, wie manche jetzt gedacht haben. Sportlich wird alles beim Alten bleiben und wir werden weitermachen“, verspricht Yilmaz. Der renommierte Münchner Verein kommt einfach nicht zur Ruhe. Man darf gespannt auf die nächsten Hiobsbotschaften des derzeitigen Münchner Chaos-Clubs sein.