
Der 26. Spieltag bringt eine Begegnung mit klar verteilten Rollen: Tabellenführer SV Ramlingen/Ehlershausen U23 IItrifft auf den Tabellensechsten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide II. 52 Punkte, nur drei Niederlagen – die Gäste spielen eine Saison, die kaum Raum für Zweifel lässt. Und doch klingt Marcel Pawlow nicht nach einem Trainer, der sich vorab mit der Rolle des Herausforderers zufriedengibt.
„Samstag Heimspiel gegen den Tabellenführer, der eine überragende Saison spielt. Das muss man auch mal anerkennen“, sagt der Trainer – und ordnet die Kräfteverhältnisse damit nüchtern ein. Zugleich erwartet er ein Spiel, das kaum Anlass zur Passivität bieten dürfte: „Zuhause bei uns gegen Ramlingen-Ehlershausen II erwarte ich ein Spiel gegen einen Gegner, der nach vorne spielt, der mit einer Idee nach vorne spielt und der Bock hat, Tore zu schießen.“
Die jüngsten Ergebnisse liefern die passende Folie. Während Krähenwinkel zuletzt mit 1:2 gegen Döhren unterlag, setzte sich Ramlingen/Ehlershausen II mit 2:0 gegen Burgdorf durch. Der Tabellenführer reist also mit der gewohnten Stabilität an – und mit einem klaren Profil, auf das sich Pawlow einstellen will.
„Da geht es für uns darum, gerade die Geschwindigkeitsspieler von denen in den Griff zu kriegen, gut zu verteidigen und gut gegen den Ball zu arbeiten, aber auch selber unser Spiel auf den Platz zu bringen.“ Es ist ein Plan, der nicht auf Schadensbegrenzung zielt, sondern auf Eigeninitiative. „Wir wollen uns nicht verstecken. Wir sind keine Mannschaft, die sich hinten reinstellt. Wir versuchen immer, mutig nach vorne zu spielen.“
Dabei wird die Aufgabe durch personelle Engpässe erschwert. „Wir haben zwei, drei Ausfälle, zwei gesperrte Spieler vom letzten Spiel und zwei Urlauber, also sind wir bei vier Ausfällen.“ Doch auch hierin erkennt der Trainer weniger Problem als Normalität: „Aber auch das konnten wir die letzten Wochen immer gut kompensieren. Ich glaube, jede Mannschaft hat das in einer gewissen Phase der Saison, wo immer mal wieder Spieler fehlen. Jetzt ist bei uns die Phase, aber auch das werden wir meistern.“
So entsteht vor dem Duell mit dem Spitzenreiter eine Mischung aus Respekt und Angriffslust. Die Ausgangslage ist eindeutig, der Druck begrenzt – und genau darin liegt für Pawlow die Chance: „Wir haben nichts zu verlieren. Für uns geht es nicht nach oben, aber auch nicht großartig nach unten.“
Ein Satz, der fast wie ein Leitmotiv über diesem Spiel steht. Zumal er unmittelbar ergänzt wird: „Wir wollen aber natürlich nicht nur verteidigen oder sagen, wir gucken, was kommt. Wir wollen gegen jeden Gegner gewinnen, und das wollen wir auch gegen Ramlingen versuchen.“
Bleibt noch die Hoffnung auf die passende Kulisse. „Wir haben Bock auf das Heimspiel, freuen uns. Hoffentlich kommen bei schönem Wetter ein paar Zuschauer zur Unterstützung.“
Und dann, so viel Realismus muss sein: „Dann gucken wir mal, was am Samstag dabei rauskommt.“