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"Wir haben es dann ordentlich krachen lassen im Klubhaus"

FuPa stellt Pokalsieger vor: Der SV Ebersbach/Fils gewinnt das Finale des Bezirkspokals Neckar/Fils vor 810 Zuschauern in Eislingen gegen den VfL Kirchheim/Teck mit 3:1.

von red · 05.06.2026, 17:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Oliver Konya

Der SV Ebersbach/Fils hat sich im Finale des Bezirkspokals Neckar/Fils gegen den VfL Kirchheim/Teck mit 3:1 durchgesetzt. Vor 810 Zuschauern in Eislingen drehte die Mannschaft einen Rückstand, feierte den Sieg und krönte sich damit zum Rekordpokalsieger des Bezirks. Eine schwere Verletzung aufseiten des Gegners und eine daraus resultierende, extrem lange Nachspielzeit prägten die emotionale erste Spielhälfte, bevor der SV Ebersbach/Fils im zweiten Durchgang die Spielkontrolle übernahm.

Eine gebührende Feier im Klubhaus

Nach dem erlösenden Schlusspfiff brachen alle Dämme, und die Mannschaft ließ den Emotionen freien Lauf. Der historische Erfolg wurde bis tief in die Nacht gebührend gefeiert. Co-Trainer Johannes Scherr berichtete gegenüber FuPa über Feierlichkeiten: „Natürlich haben wir den gestern Abend ordentlich gefeiert. Es war ein schöner Tag mit dem Pokalgewinn. Wir haben es dann ordentlich krachen lassen im Klubhaus. Ich glaube, wenn man Rekordpokalsieger wird, dann muss man das auch dementsprechend gebührend feiern.“

Der verdiente Weg des Rekordsiegers

Der Pokalgewinn war das Resultat einer konstanten und beeindruckenden Mannschaftsleistung über den gesamten Wettbewerb hinweg. Die Ebersbacher mussten sich auf dem Weg ins Finale gegen starke Konkurrenz aus der Bezirksliga behaupten. „Wir haben in der Saison insgesamt gegen fünf Bezirksligisten im Pokal gespielt. Alle fünf haben wir besiegt. Deswegen war es auf jeden Fall ein verdienter Erfolg“, bilanzierte Johannes Scherr die makellose Bilanz.

Der unbedingte Glaube an den großen Coup entwickelte sich dabei schrittweise während der laufenden Spielzeit: „Ich glaube, spätestens als wir in Heiningen gewonnen hatten im Elfmeterschießen, war für uns klar, dass wir da gerne wieder ins Finale wollen. Und natürlich haben wir echt gute Spiele absolviert. Auch verdient gewonnen, in meinen Augen, im Pokal, weil man gerade in Donzdorf und in Heiningen auswärts gewinnt und den VfL im Finale schlägt. Als Ziel haben wir es vielleicht vor der Saison nicht ausgegeben. Aber während der Saison hat sich das schon so entwickelt, dass wir da gerne ins Pokalfinale kommen wollten. Und das hat man erreicht und natürlich jetzt mit dem Finalgewinn dann auch gekrönt.“

Ein geschlossenes Team und ein Abschiedsgeschenk

Neben der sportlichen Qualität gab vor allem der geschlossene Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft den Ausschlag in den engen und stimmungsvollen Auswärtsbegegnungen. Zudem spielte eine ganz besondere persönliche Motivation eine große Rolle für das Team. Johannes Scherr erklärte rückblickend: „Ich glaube, dass wir ein sehr geschlossenes Team hatten, wo wir auch immer wieder gemerkt haben, dass diese Pokalsiege auch eine große Bedeutung haben. Weil wir gemerkt haben, auswärts zu gewinnen, diese Spiele, die doch einen Reiz hatten – gerade in Donzdorf, in Heiningen. Ich glaube, das war für uns schon auch ein großer Reiz. Und ich glaube, das war einfach so ein Ziel, auch noch mal für unseren Trainer Dinko Radojevic zum Abschluss das zu gewinnen.“

Rückstand und eine dramatische Verletzungspause

Das Endspiel selbst begann für den SV Ebersbach/Fils mit Anlaufschwierigkeiten, da der Gegner die Fehler in der Defensive eiskalt bestrafte. „Ich glaube, dass wir nicht so ganz gut reingekommen sind. Wir hatten zwar schon die eine oder andere Chance, aber wir haben es auch sehr gut mit dem Ball getan. Und dann haben wir natürlich einen Konter gefangen, wo Kirchheim das sehr gut macht und auch einen guten Abschluss macht zum 1:0“, schilderte Johannes Scherr den unglücklichen Verlauf in der 32. Spielminute, als Tom Kirschmann den VfL Kirchheim/Teck in Führung brachte.

Kurz darauf kam es zu einer dramatischen Szene, als sich der Kirchheimer Torhüter schwer verletzte. Diese Szene hinterließ deutliche Spuren auf dem Platz und führte zu einer außergewöhnlich langen Nachspielzeit in der ersten Halbzeit. „Dann kam die Verletzung vom gegnerischen Torhüter, das natürlich auch mit den Kirchheimern mit Sicherheit etwas gemacht hat“, so der Co-Trainer. In der 22. Minute der Nachspielzeit nutzte Ebersbach die Situation und schlug per Freistoß zurück: Lars Grünenwald traf zum immens wichtigen 1:1-Ausgleich. Johannes Scherr betonte: „Wir haben es dann vor der Halbzeit direkt ausnutzen können mit dem Freistoß. Und ich glaube, das war für uns dann sehr wichtig, dass wir vor der Halbzeit ausgleichen konnten.“

– Foto: SV Ebersbach/Fils

Dominanz im zweiten Durchgang und ein Ehrenplatz

Mit dem emotionalen Aufwind des Ausgleichs im Rücken dominierte der SV Ebersbach/Fils die zweite Spielhälfte spürbar. In der 59. Minute belohnte Simon Buchele die Leistungssteigerung mit dem Treffer zum 2:1. In der hitzigen Schlussphase kochten die Gemüter noch einmal hoch, als Nico Crisigiovanni vom VfL Kirchheim/Teck in der 90. Minute die Rote Karte sah. Den Schlusspunkt einer ereignisreichen Partie setzte schließlich Moritz Roos, der in der Nachspielzeit (90.+2) den 3:1-Endstand markierte.

Johannes Scherr resümierte hochzufrieden: „In der zweiten Halbzeit haben wir deutlich besser das Spiel gezogen und dann auch in der Höhe verdient gewonnen.“ Das begehrte Objekt der Begierde wird nun dauerhaft an diesen geschichtsträchtigen Tag erinnern: „Der Pokal wird mit Sicherheit irgendwo im Klubhaus platziert und kommt dann zum anderen Pokal von 2023 dazu.“