
Der TSV 1860 München stimmt sich mit einem buntem Fanfest auf die neue Saison ein. Ein neuer Fanliebling scheint Patrick Hobsch zu sein.
Grillgeruch, ploppende Bierflaschen und eine lange Schlange vor dem Fanshop – das alles schon vor dem offiziellen Beginn des Fanfests am Sonntag um 9.30 Uhr. Heiß begehrt auch über den ganzen Tag: die Schatten spendenden Bäume, die den Bereich vor der Showbühne säumen. Das Thermometer kletterte auf über 30 Grad, doch was ist das schon gegen das Löwen-Fieber, das sich breitmacht, je näher der Saisonstart rückt. In zwölf Tagen ist es so weit, dann wird sich im Eröffnungs-Heimspiel gegen Saarbrücken zeigen, was die Testspielserie wert ist, in der die Löwen seit sechs Spielen unbesiegt sind. Am Freitagabend kam ein 0:0 beim First Vienna FC dazu.
„Wir sind ein Rudel. Team schlägt Talent – das ist auf und neben dem Platz so.“
Oliver Mueller, Geschäftsführer beim TSV 1860, auf dem Fanfest.
Eingestimmt sind die Fans spätestens seit gestern: Showtraining, Teamvorstellung, Blasmusik und Autogrammmeile. Es war ein abwechslungsreicher, weiß-blauer Rummel- und Tummelplatz, der mehr als 1500 Menschen an die Grünwalder Straße lockte. „Wir sind ein Rudel. Team schlägt Talent – das ist auf und neben dem Platz so“, rief Geschäftsführer Oliver Mueller zur Begrüßung.
Zwischen ihm und Sportchef Christian Werner präsentierte sich auch das Maskottchen im neuen Heimtrikot. Das dritte Design – weiß gehalten – wurde erst mittags enthüllt. Nicht nur das Sechzgerl musste für viele Selfiewünsche herhalten an einem langen Sonntag. Auch die Profis, die um 9.50 Uhr erstmals aus der Kabine kamen, präsentierten sich volksnah. „Wir haben eine tolle, charakterstarke Mannschaft“, lobte Werner das Team, das er seit Februar akribisch geplant hat.

Bei der Kaderpräsentation ab 13.30 Uhr kochte die Stimmung auch hitzetechnisch über. Stadionsprecher Sebastian Schäch rief die 1860-Akteure einzeln auf die Bühne. „Einmal Löwe, immer Löwe“, skandierte die Menge. Den dicksten Applaus erntete wie üblich Kurvenliebling Marco Hiller – gefolgt von Kapitän Jesper Verlaat und Patrick Hobsch, der weiterhin von seinem Familien-Bonus lebt.
Seine Nummer 34, die schon Papa Bernd in den 90ern trug, wird mit am häufigsten beflockt. Und auch Fatih Arslan durfte noch mal auf die Bühne. Der langjährige Teammanager wechselt zu RB Salzburg. Wer ihn beerbt, ist noch geheim. Felix Hiller wird es nicht sein – der Torwartbruder gab seinen Rücktritt als Fanbeauftragter bekannt und wird nach Informationen unserer Zeitung in die Pressestelle wechseln. Seinen Posten besetzt ab sofort Jamie Jesse (24), bisher Werkstudent im Verein.
Den Kehraus übernahmen am Nachmittag die Sechzger-Musikanten. Der TSV 1860 traditionell und bodenständig, wie die Fans das lieben. Doch gilt das auch fürs siebte Drittligajahr, auf das die Löwen zusteuern? „Wir haben einiges vor“, rief Hobsch, und auch Trainer Argirios Giannikis klang optimistisch. „Wir haben eine ganz spannende Mischung da oben“, sagte er auf der Bühne. Eineinhalb Wochen muss die noch abgestimmt werden – dann soll sie auch im Ligabetrieb Löwen-Fieber auslösen.