2026-06-03T09:07:03.210Z

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"Wir haben die Jetzt-erst-recht-Mentalität ausgepackt"

FuPa stellt Pokalsieger vor: Die SGM Unterzeil/Seibranz gewinnt nach Rückstand das Finale des Bezirkspokals Bodensee vor 1250 Zuschauern in Vogt gegen die TSG Ailingen mit 4:2.

von red · Heute, 16:20 Uhr · 0 Leser
– Foto: SGM Unterzeil/Seibranz

Die SGM Unterzeil/Seibranz hat sich in einem emotionalen Finale den Bezirkspokal Bodensee gesichert. Vor 1250 Zuschauern in Vogt setzte sich der Bezirksliga-Vertreter trotz zweimaligen Rückstands mit 4:2 gegen die TSG Ailingen durch. Nach einer strittigen Situation zur Pause drehte das Team in der zweiten Halbzeit auf und feierte anschließend den historischen Triumph bis tief in die Nacht.

Der Traum vom großen Bonusspiel

Der Weg zum Triumph begann mit einer klaren Vision. Als Klub der Bezirksliga wusste die SGM Unterzeil/Seibranz, was im laufenden Pokalwettbewerb möglich ist. Trainer Bastian Plocher erklärte nach dem Erfolg gegenüber FuPa rückblickend: „Als Bezirksligist hat man im Pokal immer eine Chance weit zu kommen, wenn man es ernst nimmt.“

Das Team fokussierte sich voll auf diesen Wettbewerb, sobald die Pflichten in der Bezirksliga erfüllt waren. „Ab dem Zeitpunkt, wo wir in der Liga durch waren, haben wir gesagt: Jetzt wollen wir ins Pokalendspiel und ein geiles Bonusspiel haben. Wenn man dann im Finale ist, will man das Ding auch holen, das ist klar“, so der Trainer über die Ambitionen seiner Mannschaft.

Zweimaliger Rückstand vor großer Kulisse

Das Endspiel in Vogt lockte 1250 Zuschauer an. Die Partie gegen die TSG Ailingen entwickelte sich von Beginn an zu einer echten Herausforderung. In der 18. Spielminute geriet die SGM zunächst durch ein Tor von Jannik Willauer mit 0:1 in Rückstand. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Nur fünf Minuten später erzielte Leonard Maucher (23.) den Ausgleich zum 1:1.

Kurz vor dem Pausenpfiff folgte jedoch der nächste Dämpfer. Durch einen verwandelten Elfmeter von Dean Fiegle in der 42. Minute ging die TSG Ailingen erneut mit 1:2 in Führung. Bastian Plocher räumte sachlich ein: „Wir waren zur Halbzeit nicht unverdient in Rückstand, auch wenn dieser durch eine strittige Situation zustande kam.“

Die Wende durch bedingungslosen Teamgeist

In der Halbzeitpause schwor sich die SGM Unterzeil/Seibranz neu ein, um das Spiel in den verbleibenden 45 Minuten zu drehen. Die Mannschaft bewies dabei außergewöhnliche moralische Qualitäten. „In der Kabine haben wir uns neu eingeschworen und sind noch enger zusammengerückt und haben die Jetzt-erst-recht-Mentalität ausgepackt“, schilderte Trainer Bastian Plocher den Wendepunkt der Partie.

Das Team ließ sich vom Spielstand nicht entmutigen: „Wir haben uns nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen lassen und unseren Teamgeist danach gezeigt.“ Taktisch nahm sich das Team vor, kompakter zu agieren: „Wir haben versucht, die Abstände zwischen den Ketten besser zu schließen und die zweiten Bälle und die wichtigen Zweikämpfe zu gewinnen.“

– Foto: SGM Unterzeil/Seibranz

Ein gieriger Auftritt im Regen

Die Vorgaben des Trainers zeigten im zweiten Durchgang schnell Wirkung, begünstigt durch einsetzenden Regen. „Das ist uns sehr gut gelungen, und mit dem Regen lief der Ball dann auch sehr gut bei uns. Wir waren ballsicher und haben am Ende verdient gewonnen“, rekapitulierte Bastian Plocher. Das Team demonstrierte eine enorme Entschlossenheit auf dem Rasen.

„Unser Teamspirit ist brutal eng geworden, und das hat man, glaube ich, in der zweiten Halbzeit gemerkt. Wir waren griffig und gierig, dieses Finale unbedingt auf unsere Seite zu ziehen.“ Zum großen Helden des Spiels avancierte dabei Florian Buffler. Mit einem Hattrick (60., 63. und 70. Minute) drehte er das Spiel im Alleingang und stellte den 4:2-Endstand her.

Feierlichkeiten bis tief in die Nacht

Nach dem erlösenden Schlusspfiff brachen alle Dämme, und die Last der vergangenen Jahre fiel von den Schultern. Die Mannschaft und ihre Anhänger machten die Nacht zum Tag. Auf die Frage nach den Feierlichkeiten antwortete Bastian Plocher freudig: „Ja, wir sind nach dem Spiel noch bis 20 Uhr in Vogt geblieben und sind dann mit zwei Bussen nach Unterzeil ins Vereinsheim und haben bis tief in die Nacht gefeiert.“

Ein Ehrenplatz im Vereinsheim

Der Lohn für diesen leidenschaftlichen Kampf wird im Clubheim einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Trophäe soll für alle Mitglieder sichtbar an diesen historischen Erfolg erinnern und sich in die Vereinsgeschichte einreihen. Bezüglich des künftigen Standorts der Auszeichnung hatte der Trainer bereits eine klare Vorstellung: „So ein Pokal sollte immer einen Ehrenplatz bekommen. Ich denke, da wird schnell ein schöner Platz im Vereinsheim gefunden.“