2026-04-01T12:50:56.008Z

Allgemeines

„Wir haben den Sturm überstanden“ – Der TSV West ist zurück in ruhigem Fahrwasser

Neuanfang bei den Bruckern

von Dieter Metzler · Heute, 17:00 Uhr · 0 Leser
Zur neuen Führung des TSV West gehören (v.l.) Gökhan Özkan (Jugendleiter), Koral Aksalman (2. Vorstand), Christian Ebner (Präsident), Yasemin Mizrak (Schatzmeistern), und Progon Leci (2. Vorstand). Schriftführer Siegfried Wurmdobler fehlt auf dem Foto.
Zur neuen Führung des TSV West gehören (v.l.) Gökhan Özkan (Jugendleiter), Koral Aksalman (2. Vorstand), Christian Ebner (Präsident), Yasemin Mizrak (Schatzmeistern), und Progon Leci (2. Vorstand). Schriftführer Siegfried Wurmdobler fehlt auf dem Foto. – Foto: Dieter Metzler

Der TSV Fürstenfeldbruck West hat einen neuen Präsidenten gewählt. Der Bau des Sportzentrums ist aber auch nach dessen Abschluss noch ein Thema.

Beim TSV West soll nach bewegten Jahren wieder Ruhe einkehren – organisatorisch wie sportlich. Auf der Jahreshauptversammlung wählten die Mitglieder eine neue Führungsriege, die den Verein wieder in erfolgreichere Zeiten führen will. „Sportlich wollen wir mittelfristig wieder an die Erfolge vergangener Jahre anknüpfen und dabei auch das Ansehen des TSV West wieder aufpolieren“, sagte der neue zweite Vorstand Progon Leci.

Wir haben den Sturm überstanden, jetzt dürfen andere segeln.

Osman Akyüz 2. Vorsitzender

Zum neuen Präsidenten wurde der 35-jährige Christian Ebner gewählt. Ebner spielte früher selbst für den TSV West, inzwischen sind seine beiden Söhne im Verein aktiv. Als Jugendleiter hatte er bereits Verantwortung übernommen. Komplettiert wird die neue Vorstandschaft von den zweiten Vorständen Koral Aksalman und Progon Leci, Schatzmeisterin Yasemin Mizrak, Schriftführer Siegfried Wurmdobler und Jugendleiter Gökhan Özkan.

Wie unruhig die vergangenen Jahre beim Kreisstadtverein verlaufen waren, machte der bisherige zweite Vorstand Osman Akyüz in seinem Rückblick deutlich. „In den vergangenen zwei Jahren habe ich mehr Vorsitzende bei West gehen sehen als in meinen vielen Jahren zuvor beim TSV“, sagte er. Zuletzt hatte auch Tobias Masuch, der erst im September in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum Präsidenten gewählt worden war, nach wenigen Wochen wieder aufgegeben.

Akyüz war vor zwei Jahren gemeinsam mit Markus Koller angetreten, um den damals wirtschaftlich angeschlagenen Verein zu stabilisieren. Rückblickend sprach er von einer schwierigen Aufgabe. Besonders bei der Baumaßnahme am Sportzentrum habe es an Unterlagen und Überblick gefehlt. Nach seinen Angaben waren weder im Verein noch bei der Stadt vollständige Unterlagen vorhanden. Erst nach mehreren Gesprächen und mit Unterstützung des ursprünglich entlassenen Architekten konnten die offenen Punkte geklärt werden.

Inzwischen ist das Sportzentrum III nach Angaben des Vereins vollständig fertiggestellt und abgerechnet. Eine Übergabe an die Stadt sei grundsätzlich möglich, solle aber erst erfolgen, wenn der Antrag beim Bayerischen Landessportverband eingereicht und bearbeitet worden sei. Der TSV rechnet dabei mit einem Zuschuss von rund einer halben Million Euro.

Finanziell präsentierte sich der Verein auf der Versammlung deutlich stabiler als noch vor zwei Jahren. Zum Jahresende 2025 betrug der Kassenbestand 7156 Euro. Von dem für den Bau aufgenommenen Darlehen in Höhe von 200 000 Euro wurden bereits 40 000 Euro zurückgezahlt. Insgesamt kostete das Sportzentrum III laut Verein knapp 7,5 Millionen Euro, davon entfielen 5,3 Millionen auf den TSV West und 2,1 Millionen auf den Sportschützenverein.

Kritisch blieb die Aufarbeitung der früheren Vereinsführung. Nach Angaben des Vereins kosteten Fehler aus dieser Zeit 15 000 Euro für den Steuerberater, zudem fehlten weiterhin Nachweise über rund 14 000 Euro. Deshalb lehnten die Mitglieder eine Entlastung der früheren Vorstandschaft erneut ab. Die amtierende Führung wurde dagegen einstimmig entlastet.

Akyüz zog zum Abschied dennoch ein positives Fazit. Die Mannschaft um ihn habe den Verein entschuldet, Forderungen beglichen, investiert und Eigenkapital aufgebaut. Unter langem Applaus verabschiedete er sich mit einem Satz, der den Abend zusammenfasste: „Wir haben den Sturm überstanden, jetzt dürfen andere segeln.“ (Dieter Metzler)