
In einem denkwürdigen Finale des Frauen-Bezirkspokals Oberschwaben hat die SGM Kirchberg/Dettingen/Kellmünz Vereinsgeschichte geschrieben. In Schwendi besiegte das Team die SG Mietingen/Baltringen mit 3:2. Ein furioser Start mit drei Treffern innerhalb der ersten zwölf Minuten legte den Grundstein für den Erfolg, den die Mannschaft trotz einer dramatischen Schlussphase diszipliniert über die Zeit rettete.
Ein historischer Erfolg für die Spielgemeinschaft
Für die SGM Kirchberg/Dettingen/Kellmünz markiert dieser Sieg den größten Erfolg seit ihrem Bestehen. Trainer Timo Erdmann zeigte sich gegenüber FuPa nach dem Abpfiff sichtlich bewegt von der Leistung seiner Spielerinnen, mit der er in dieser Form nicht gerechnet hatte. „Nein, absolut nicht. Wir hatten zwar am Anfang das Ziel, weit zu kommen, aber dass es dann bis ins Finale reicht, ist natürlich großartig, da es das erste Mal in der Vereinsgeschichte ist“, ordnete Timo Erdmann den Triumph ein. Der Plan, die Gegnerinnen von der ersten Sekunde an unter Druck zu setzen, ging vollends auf.
Zwölf Minuten für die Ewigkeit
Die Anfangsphase der Partie glich einem sportlichen Überfall. Bereits in der 2. Minute brachte Eva-Maria Pfau die SGM per Foulelfmeter mit 1:0 in Führung. Nur acht Minuten später erhöhte Isabelle Gschwind auf 2:0 (10.), ehe Melissa Eßlinger in der 13. Minute den dritten Treffer nachlegte. Ausschlaggebend für den Sieg waren laut dem Trainer „ganz klar die drei Tore in 13 Minuten. Und dass wir auf dem Punkt da waren. Von der ersten Sekunde an. Wir haben die tolle Atmosphäre ausgeblendet und unseren Plan durchgezogen und Mietingen überrannt.“ Man habe sich vorgenommen, „absolutes Pressing zu spielen, dem Gegner keine Zeit zu lassen zum Überlegen und sie einfach zu verunsichern.“
Defensive Stabilität trotz personeller Sorgen
Obwohl die SG Mietingen/Baltringen nach etwa 25 Minuten besser ins Spiel fand, blieb die Defensive der SGM lange Zeit stabil. Ein herber Rückschlag war jedoch die verletzungsbedingte Auswechslung der Stammtorhüterin. Timo Erdmann musste reagieren und setzte auf eine ungewöhnliche Lösung: „Unsere Ersatztorhüterin, die ich erst letzte Woche aus ihrem Karriereende herausgeholt habe, hat es super gemacht und sie hat geholfen, die Null bis zur 77. Minute zu halten.“ Der Trainer vertraute dabei auf die grundsätzliche Ordnung seiner Hintermannschaft: „Da war mir klar, wir ziehen heute das Ding, da wir eine bärenstarke Defensive haben und seit ich bei der SGM bin, noch in keinem Pflichtspiel mehr als drei Gegentore bekommen haben.“
Spannung bis zur letzten Sekunde
In der Schlussphase wurde es in Schwendi noch einmal hektisch. Durch einen Treffer von Svenja Petersohn (78.) und ein Eigentor von Luisa Schädler in der Nachspielzeit (90.+3) kam der Gegner noch einmal heran. Beide Gegentore fielen nach Standardsituationen. „Wir wussten, dass Mietingen super Standards schießen kann, und dass es am Ende gleich zwei tolle Standards waren, hat das Finale nochmal spannend gemacht“, resümierte der Trainer. Letztlich habe sein Team jedoch „bis zum Schluss diszipliniert als Team verteidigt“.
Grenzenloser Jubel in Kellmünz
Nach dem Abpfiff verwandelte sich die Nacht für die Spielerinnen und Anhänger in ein großes Fest, das die drei Stammvereine zusammenschweißte. „Ja, wir haben bis heute Morgen in Kellmünz gefeiert. Das war eine wahnsinnige Nacht für uns und alle drei Vereine. Es war schön, dass man die Rivalität für einen Tag vergessen hat und alle zusammen die Damen-SGM unterstützt haben“, berichtete Timo Erdmann. Die Trophäe hat bereits eine neue Heimat gefunden: „Unser Pokal wird in Kirchberg unterkommen, direkt neben unserem Bezirkshallenmeister-Pokal von dieser Saison.“