
Nach der gesicherten Meisterschaft tritt der TSV Landolfshausen/Seulingen als Tabellenführer der Bezirksliga Braunschweig Staffel 4 erstmals ohne sportlichen Druck und doch mit klarer Zielsetzung an. Die Partie bei der SG Werratal 2000 ist kein Auslaufen, sondern ein bewusst gesetzter Prüfstein im Saisonendspurt.
Der Meistertitel ist bereits gesichert, doch von einem lockeren Ausklang kann beim TSV Landolfshausen/Seulingen keine Rede sein. Mit 69 Punkten und einer beeindruckenden Bilanz von 91:32 Toren reist der Spitzenreiter am Sonntag zur SG Werratal 2000, die mit 29 Punkten im unteren Tabellenmittelfeld steht. Die Rollen scheinen klar verteilt – die Spannung jedoch bleibt.
Trainer Endrik Heberling macht deutlich, dass der Aufstieg kein Anlass für Nachlässigkeit ist: „Erstes Pflichtspiel nachdem klar ist, dass wir Meister sind und aufsteigen.“ Gleichzeitig stellt er klar: „Nichtsdestotrotz, wir wollen keine Wettbewerbsverzerrung betreiben, wir werden da hinfahren und das Spiel gewinnen wollen.“
Die Motivation speist sich auch aus der Vergangenheit. Heberling erinnert an eine schmerzhafte Erfahrung: „Wir haben in Werratal auch noch eine Rechnung offen. In der letzten Saison war es das erste Pflichtspiel, was wir verloren haben, und war auch recht deutlich und auch zu Recht am Ende mit 4:2 verloren.“
Der Anspruch ist entsprechend eindeutig formuliert. „Jetzt wollen wir definitiv aus der Liga rausgehen und auch mal auswärts gegen Werratal gewonnen haben. So gehen wir das Spiel auch an“, sagt der Trainer. Trotz möglicher Belastungssteuerung bleibt die Richtung klar: „Nichtsdestotrotz werden wir natürlich den einen oder anderen Spieler, der angeschlagen ist, jetzt nicht unbedingt durch die 90 Minuten durchziehen.“
Die Breite des Kaders soll den Unterschied machen: „Wir haben aber einen sehr breiten Kader und viele Spieler, die in der Lage sind, dieses Spiel zu gestalten und dieses Spiel auch zu gewinnen.“
Auch die Zahlen liefern zusätzlichen Antrieb. Der TSV Landolfshausen/Seulingen steht nicht nur als Meister fest, sondern hat auch offensive Ziele im Blick. Heberling formuliert sie klar: „Wir gehen noch volles Brett auf Sieg und wollen natürlich auch noch die maximale Punktausbeute bis zum Saisonende einfahren. Dazu auch die magische 100-Tore-Grenze, die wollen wir natürlich auch voll machen und da am Sonntag schon mal den ersten Schritt in die Richtung gehen.“
Die Form spricht ohnehin für den Tabellenführer: Zuletzt gewann Landolfshausen/Seulingen mit 4:0 gegen den SV Rotenberg und unterstrich dabei erneut die defensive Stabilität und offensive Effizienz.
Die SG Werratal 2000 dagegen geht mit einer wechselhaften Bilanz in die Partie. Beim 1:1 gegen die SG Bergdörfer zeigte das Team zwar Moral, ließ aber erneut Punkte liegen. Im Hinspiel gegen den kommenden Gegner setzte es eine deutliche 1:4-Niederlage.
Trotzdem ist die Aufgabe für den Meister kein Selbstläufer. Werratal hat im Verlauf der Saison bereits gezeigt, dass es unangenehme Spiele gestalten kann, auch wenn die Tabelle mit Platz 14 und 29 Punkten eine andere Sprache spricht.