
In der Bezirksliga Rems/Murr/Hall herrscht zur Winterpause der Saison 2025/2026 eine Anspannung, die förmlich greifbar ist. Während an der Spitze ein dramatischer Zweikampf um den direkten Aufstieg in die Landesliga entbrannt ist, klammern sich im Tabellenkeller gleich mehrere Traditionsvereine an die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Die kommenden Monate werden nicht nur durch taktische Finesse, sondern vor allem durch mentale Stärke und die Frische der Neuzugänge entschieden. Es ist eine Liga der Extreme, in der zwischen dem Triumph des Aufstiegs und der Bitterkeit der Kreisliga A oft nur ein einziger Fehler liegt.
Der SV Allmersbach thront mit 39 Punkten an der Spitze der Tabelle. Mit 13 Siegen aus 16 Partien hat die Mannschaft von Trainer Johannes Stanke eine beeindruckende Dominanz ausgestrahlt, wobei auffällt, dass das Team noch kein einziges Unentschieden verzeichnete. Die Offensive ist mit 48 Treffern brandgefährlich und das Prunkstück des Tabellenführers. Trotz der drei Niederlagen bleibt der Glaube an den direkten Aufstieg unerschütterlich. Dennoch ist der Vorsprung trügerisch, da die Konkurrenz noch Nachholspiele in der Hinterhand hat. Die Rückrunde wird zeigen, ob der Tabellenführer dem enormen Erwartungsdruck standhalten kann.
Transfers: In Allmersbach vertraut man dem vorhandenen Personal; der Verein meldete für die Winterpause weder Zu- noch Abgänge.
FuPa-Prognose: Der SVA ist der klare Favorit auf den Titel, darf sich aber keine Schwächephase erlauben.
Der TSV Gaildorf ist der heimliche Favorit der Liga und belegt mit 37 Punkten den zweiten Rang. Bemerkenswert ist, dass Gaildorf erst 14 Spiele absolviert hat und somit bei zwei Siegen in den Nachholspielen locker an Allmersbach vorbeiziehen könnte. Mit nur einer Saisonniederlage stellt die Mannschaft das stabilste Kollektiv der gesamten Liga. Die Tordifferenz von plus 32 unterstreicht die enorme Qualität in beiden Mannschaftsteilen. Das Team von Spielertrainer Philipp Kees spielt einen begeisternden Fußball. Sollte die Form konserviert werden, führt der Weg zur Meisterschaft nur über Gaildorf.
Transfers: Der Kader erfährt eine personelle Verschlankung, da Bünyamin Zorlu zum SSV Schwäbisch Hall, Aytac Uysal zur Spvgg Unterrot und Julian Ammon zum SK Fichtenberg wechselten; Zugänge wurden nicht verzeichnet.
FuPa-Prognose: Gaildorf könnte Allmersbach noch abfangen und sich die Meisterschaft sichern.
Der TSV Schornbach rangiert mit 31 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz und lauert auf Patzer des Führungsduos. Mit zehn Siegen hat man eine solide Basis für die zweite Saisonhälfte gelegt, auch wenn der Rückstand auf Platz eins bereits acht Punkte beträgt. Die Mannschaft von Trainer Giuseppe Greco zeigt sich spielstark, leistete sich jedoch in 15 Spielen bereits vier Niederlagen, was im Titelrennen schwer wiegt. Schornbach muss in der Rückrunde eine perfekte Serie starten, um noch ernsthaft in den Kampf um die Aufstiegsrelegation eingreifen zu können. Die Wintervorbereitung wird entscheidend sein, um die vielen Neuzugänge in das Spielsystem zu integrieren. Die Ambitionen im Verein sind weiterhin hoch, auch wenn die Tabellenspitze derzeit etwas enteilt scheint.
Transfers: Der Verein war sehr aktiv und holte Mohamed Sedik, Mergim Collaku, Claudio De Martino sowie den reaktivierten Ulas Yagmur, während Noah Pilchowski, Faris Hodzic, Zakaria Erriah und Noyan Firat den Club verließen.
FuPa-Prognose: Schornbach wird den dritten Platz festigen, für ganz oben wird es wahrscheinlich nicht mehr reichen.
Der Aufsteiger SV Unterweissach spielt eine überragende Rolle und belegt mit 27 Punkten einen starken vierten Platz. Dass man als Neuling so stabil in der oberen Tabellenhälfte mitmischt, ist eine der großen Überraschungen dieser Spielzeit. Acht Siege stehen lediglich vier Niederlagen gegenüber, was für die Reife der Mannschaft der beiden Trainer Andreas Grimmer und Maximilian Höfer spricht. Die Defensive steht kompakt und lässt wenig zu, was die Basis für den bisherigen Erfolg bildet. In Weissach kann man die Rückrunde ohne Druck angehen, was das Team noch gefährlicher macht. Das Saisonziel Klassenerhalt ist längst durch den Traum von einer Top-Platzierung ersetzt worden.
Transfers: Julian Wihofszki verlässt den Verein in Richtung TSV Michelfeld, während auf der Habenseite keine neuen Spieler vermeldet wurden.
FuPa-Prognose: Unterweissach wird die Saison als bester Aufsteiger auf einem einstelligen Tabellenplatz beenden.
Mit ebenfalls 27 Punkten rangiert der TSV Schmiden auf dem fünften Platz und ist punktgleich mit dem Viertplatzierten. Die Mannschaft von Trainer Damir Lisic zeigt mit acht Siegen und fünf Niederlagen eine sehr ausgeglichene Bilanz in dieser Saison. Auffällig ist die Offensivkraft, die bereits 36 Tore erzielen konnte, allerdings fängt man sich hinten auch zu viele Gegentreffer. Schmiden hat bewiesen, dass man an guten Tagen jeden Gegner in der Liga schlagen kann. Um jedoch noch weiter nach oben zu schielen, fehlt es der Mannschaft momentan an der nötigen Konstanz. Die Fans hoffen, dass die Mannschaft in der Rückrunde noch eine Schippe drauflegen kann.
Transfers: Luis Puppa kommt vom TB Untertürkheim zur Verstärkung, im Gegenzug verließ Zama Tibu Fru Gustave den Verein zur Spvgg 1897 Cannstatt.
FuPa-Prognose: Schmiden bleibt ein stabiler Top-6-Kandidat ohne Sorgen nach unten.
Der TSV Schwaikheim belegt mit 25 Punkten den sechsten Platz und führt das breite Mittelfeld der Liga an. Mit sieben Siegen und fünf Niederlagen spielt die Mannschaft eine solide Rolle, ohne jedoch die absolute Spitze gefährden zu können. Das Torverhältnis von 40:35 deutet auf spektakuläre Spiele hin, bei denen die Defensive oft gefordert ist. In Schwaikheim herrscht Zufriedenheit über die gezeigten Leistungen, auch wenn mancher Punktverlust vermeidbar gewesen wäre. Für die zweite Saisonhälfte gilt es, die Defensive zu stabilisieren, um den sechsten Rang abzusichern. Das Trainerduo Michael Will und Kilian Müller leistet kontinuierliche Arbeit.
Transfers: Einziger personeller Wechsel ist der Abgang von Lukas Hanle zur SG Schorndorf; neue Gesichter gibt es in der Winterpause nicht.
FuPa-Prognose: Schwaikheim wird am Ende der Saison einen gesicherten Mittelfeldplatz belegen.
Der Aufsteiger aus Mainhardt steht mit 21 Punkten auf einem respektablen siebten Tabellenplatz. Mit nur 14 absolvierten Partien hat das Team von Trainer Irfan Kücükatan noch Nachholbedarf und könnte sich tabellarisch noch weiter verbessern. Die Bilanz ist mit sechs Siegen und fünf Niederlagen fast ausgeglichen, was für einen Neuling beachtlich ist. Besonders die Defensive überzeugt mit lediglich 26 Gegentoren und ist der Garant für die bisherigen Punkte. Mainhardt hat sich schnell an das Tempo der Bezirksliga gewöhnt und agiert taktisch sehr diszipliniert. Wenn die Mannschaft diese Form hält, ist der Klassenerhalt nur noch Formsache.
Transfers: Beim VfL Mainhardt gab es im Winter keinerlei Fluktuation im Spielerkader.
FuPa-Prognose: Mainhardt wird sich im gesicherten Mittelfeld halten.
Die SG Oppenweiler-Strümpfelbach belegt mit 19 Punkten aus 14 Spielen den achten Platz im Klassement. Die Mannschaft zeigt sich oft unentschlossen, was die vier Remis in der bisherigen Spielzeit unterstreichen. Mit 32 erzielten Toren ist die Offensive durchaus konkurrenzfähig, doch die Konstanz in den Ergebnissen fehlt noch. Da man ebenfalls zwei Spiele weniger als die meisten Konkurrenten hat, ist der Blick eher nach oben als nach unten gerichtet. Trainer Erkut Polat wird in der Vorbereitung den Fokus auf die Chancenverwertung legen müssen. Das Potenzial für einen Platz unter den ersten Sechs ist definitiv vorhanden.
Transfers: Jan Celik verließ den Verein in Richtung Spvgg Kleinaspach/Allmersbach, neue Spieler stießen im Winter nicht zum Team.
FuPa-Prognose: Die SG wird die Saison im oberen Mittelfeld abschließen.
Für den Landesliga-Absteiger aus Breuningsweiler verläuft die Saison mit 19 Punkten und Platz neun bisher durchwachsen. Dass man bereits sieben Niederlagen hinnehmen musste, spiegelt die Schwierigkeiten nach dem Abstieg wider. Die Mannschaft von Trainer Marius Jurczyk kämpft mit ihrer Identität und schafft es zu selten, ihre individuelle Klasse in Punkte umzumünzen. Mit einem negativen Torverhältnis von 33:35 hinkt man den eigenen Ansprüchen etwas hinterher. Es droht eine Spielzeit im Niemandsland der Tabelle, wenn nicht bald eine Serie gestartet wird. Die Winterpause kommt für den SVB vermutlich zur richtigen Zeit, um sich neu zu ordnen.
Transfers: Der Kader wird deutlich kleiner, da Noah Brandhuber, Matija Ognjenovic und Donart Zeneli den Verein verlassen haben; Zugänge gibt es keine.
FuPa-Prognose: Breuningsweiler wird eine schwierige Rückrunde erleben und im Mittelfeld stecken bleiben.
Der TSV Nellmersbach mit dem Trainerteam Patrick Köllner und Timo Marx befindet sich mit 16 Punkten auf dem zehnten Platz in einer gefährlichen Zone. Nur vier Siege aus 16 Spielen sind deutlich zu wenig, um sich in Sicherheit zu wiegen. Die Abwehr ist mit 38 Gegentoren extrem anfällig und muss in der Rückrunde dringend stabilisiert werden. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist minimal und könnte bei einer Niederlagenserie schnell schmelzen. Die sportliche Leitung hat reagiert und versucht, durch Neuzugänge frischen Wind in das Team zu bringen. Es wird ein harter Kampf um jeden Zentimeter Rasen, um den drohenden Abstieg zu vermeiden.
Transfers: Der TSV rüstet mit Manuel Rotärmel, Endrit Beshi und Muamer Adzem auf, verliert aber gleichzeitig Samed Haber, Bleon Saramati, Deniz Ergen und Philipp Gutsche.
FuPa-Prognose: Dank der Neuzugänge wird Nellmersbach den Klassenerhalt schaffen.
Mit 15 Punkten aus 15 Spielen belegt Obersontheim den elften Rang und steht unmittelbar vor der wahrscheinlichen Relegationszone. Die Mannschaft teilt sich auffallend oft die Punkte, was die bereits sechs Unentschieden in dieser Saison belegen. Nur drei Siege sind allerdings zu wenig, um sich von den unteren Rängen abzusetzen. Die Tordifferenz ist mit minus vier noch moderat, was auf knappe Spielverläufe hindeutet. Obersontheim muss in der Rückrunde lernen, knappe Spiele für sich zu entscheiden, um nicht noch tiefer in den Sumpf zu geraten. Die mannschaftliche Geschlossenheit wird hier zum entscheidenden Faktor werden.
Transfers: Die Trainer Marc Schwerin und Marco Krause müssen in der Rückrunde auf denselben Kader wie vor der Winterpause bauen.
FuPa-Prognose: Obersontheim rettet sich als Remis-Könige vor dem direkten Abstieg.
Die SGM Kreßberg belegt momentan den zwölften Platz, der am Saisonende die Abstiegsrelegation bedeuten würde. Mit 15 Punkten aus 14 Spielen ist die Lage ernst, aber aufgrund der weniger absolvierten Spiele noch reparabel. Der Aufsteiger um Trainer Thomas Wenzel kämpft tapfer, musste aber bereits sieben Niederlagen einstecken und kassierte 38 Gegentore. Die Offensive zeigt mit 30 Treffern ordentliche Ansätze, doch die Balance im Spiel fehlt häufig. Kreßberg wird in jedem der verbleibenden Spiele an sein Limit gehen müssen, um den direkten Klassenerhalt zu sichern. Das Umfeld im Verein ist gefordert, die Mannschaft in dieser schwierigen Phase zu unterstützen.
Transfers: Max Rottler verstärkt die SGM, während die Abgänge von Ralf Wacker und Stefan Lindenthal schmerzen dürften.
FuPa-Prognose: Kreßberg muss bis zum letzten Spieltag um den Relegationsplatz bangen.
Auf dem wahrscheinlich ersten direkten Abstiegsplatz rangiert TURA Untermünkheim mit 15 Punkten aus 16 Begegnungen. Obwohl man punktgleich mit Obersontheim und Kreßberg ist, spricht das schlechtere Torverhältnis und die höhere Anzahl an Spielen gegen TURA. Neun Niederlagen sind ein deutliches Indiz für die fehlende Konstanz und Durchschlagskraft in dieser Saison. Nur 22 erzielte Tore sind der zweitschwächste Wert der Liga, was die Probleme im Angriff verdeutlicht. Das Trainerduo Semih Dalyanci und Timo Brenner steht vor der Mammutaufgabe, die Offensive zu beleben. Jeder Punkt wird in der Rückrunde über das Schicksal des Vereins entscheiden.
Transfers: Der Kader wird durch die Abgänge von Benjamin Hoffmann und Deniz Bonca geschwächt, ohne dass externe Verstärkungen dazukamen.
FuPa-Prognose: Untermünkheim wird es schwer haben, den Abstieg abzuwenden.
Der TSV Rudersberg steckt mit 13 Punkten tief im Tabellenkeller auf dem 14. Platz fest. Erst drei Siege konnte die Mannschaft von Trainer Hakan Keskin in 15 Spielen feiern, was für die Rettung deutlich zu wenig ist. Mit 45 Gegentoren stellt Rudersberg die zweitschwächste Abwehr der Liga, was die prekäre Lage erklärt. Es fehlt oft an der nötigen Ruhe am Ball und der defensiven Ordnung, um gegen Top-Teams zu bestehen. In der Winterpause gab es keine personellen Veränderungen, was bedeutet, dass die Wende mit dem vorhandenen Kader geschafft werden muss. Der Glaube an das "Wunder von Rudersberg" muss in der Kabine erst wieder neu entfacht werden.
Transfers: Beim TSV Rudersberg gab es im Winter weder Zu- noch Abgänge zu vermelden.
FuPa-Prognose: Ohne personelle Impulse muss Rudersberg über sich hinaus wachsen, um den Ligaverbleich noch zu schaffen.
Für den Aufsteiger aus Michelfeld ist die Lage mit 12 Punkten und Platz 15 äußerst bedrohlich. Nur 19 erzielte Tore in 16 Spielen sind der Minuswert der gesamten Liga und das Hauptproblem der Mannschaft von Trainer Felix Nierichlo. Trotz des großen Kampfgeistes gelang es zu selten, die nötigen Punkte für einen Nichtabstiegsplatz einzufahren. Drei Siege und drei Unentschieden sind eine magere Ausbeute für die erste Saisonhälfte. Der Verein hat jedoch im Winter reagiert und zwei neue Spieler verpflichtet, um die Qualität im Kader zu erhöhen. In Michelfeld hofft man, dass diese Impulse ausreichen, um eine Aufholjagd zu starten.
Transfers: Julian Wihofszki und Stefan Schmieg sollen als Neuzugänge für die nötige Wende im Abstiegskampf sorgen.
FuPa-Prognose: Michelfeld wird sich steigern, aber der Rückstand ist bereits groß.
Das Tabellenschlusslicht bildet der SC Urbach mit lediglich 10 Punkten aus 16 Spielen. Mit 53 Gegentoren stellt man derzeit die Schießbude der Liga, was den Klassenerhalt in weite Ferne rücken lässt. Nur zwei Siege in der gesamten Hinrunde sind eine Bilanz des Schreckens für den Aufsteiger. Trotz der schwierigen Lage gibt sich Trainer Pascal Hasert kämpferisch, doch die Realität spricht eine andere Sprache. Es müsste eine fast perfekte Rückrunde folgen, um den drohenden Abstieg noch abzuwenden.
Transfers: Mattheo Schuler kommt als Hoffnungsträger, während Sait Canberk Ok und Tobia Portolano den Verein verlassen haben.
FuPa-Prognose: Urbach steht vor einer ganz schweren zweiten Saisonhälfte. Mit einem Fußballwunder könnte vielleicht noch der Klassenerhalt erreicht werden.