2026-10-05T13:53:51.974Z

Ligabericht

Wilstermarsch befreit sich mit 5:0

Trotz angespannter Personallage und einer Roten Karte kurz vor der Pause feiert die SG Wilstermarsch einen deutlichen 5:0-Erfolg gegen den TSV Gutheil Lütjenwestedt. Vier Treffer innerhalb von neun Minuten entscheiden die Partie schon vor der Halbzeit – Interimstrainer Ralf Maron hofft nun auf den ersehnten Brustlöser.

von MW · 14.09.2026, 15:41 Uhr · 0 Leser
– Foto: Max Jubold

Ausgerechnet unter schwierigen Vorzeichen gelingt Wilstermarsch der Befreiungsschlag. Nach fünf Niederlagen in Serie setzte sich die SG in der Kreisliga Westküste West deutlich mit 5:0 gegen Lütjenwestedt durch und zeigte dabei jene Geschlossenheit, die Maron zuletzt immer wieder eingefordert hatte.

Dabei verschärfte sich die ohnehin angespannte Personalsituation kurz vor der Partie noch einmal. Abwehrchef Oke Strüven fiel nach Angaben Marons nach einem Arbeitsunfall zusätzlich aus. Der Interimstrainer musste seine Mannschaft daher erneut umbauen.

Der Start verlief zunächst offen. Maron sah drei große Möglichkeiten seiner eigenen Mannschaft, die ungenutzt blieben. Auf der anderen Seite fehlten auch Lütjenwestedt nur Zentimeter zur Führung: Die Gäste trafen nach seiner Schilderung einmal die Latte gleich doppelt sowie zusätzlich den Pfosten.

„Da sah das wieder so aus, als hätten wir den Pechvogel in der Hosentasche“, beschrieb Maron die Anfangsphase.

Dann kippte die Partie komplett.

In der 30. Minute brachte Marc Stüven die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Nur fünf Minuten später verwandelte Nino Rocky Lappanese einen Foulelfmeter zum 2:0.

Wilstermarsch war nun kaum noch zu bremsen. Tjark Tiedemann erhöhte in der 37. Minute auf 3:0 und legte nur zwei Minuten später seinen zweiten Treffer nach.

Innerhalb von neun Minuten hatte die SG aus einem offenen Spiel eine klare 4:0-Führung gemacht.

Platzverweis stoppt den Lauf nicht

Kurz vor der Pause folgte allerdings der nächste Rückschlag. Lappanese sah in der 43. Minute die Rote Karte, sodass Wilstermarsch die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten musste.

Am deutlichen Spielstand änderte das nichts mehr.

Im Gegenteil: Auch mit zehn Spielern gelang den Gastgebern noch ein weiterer Treffer. Jan Haack verwandelte in der 61. Minute einen Foulelfmeter zum 5:0.

Für Maron war gerade dieser Auftritt in Unterzahl ein Beleg für die Geschlossenheit seiner Mannschaft. Er sprach von einer „super geschlossenen Mannschaftsleistung“ und hofft nun, dass der deutliche Erfolg mehr als nur ein einzelnes gutes Ergebnis bleibt.

„Jetzt hoffen wir mal, dass das so ein Brustlöser für uns war und wir jetzt endlich in die Saison starten können“, ordnete der Interimstrainer den Sieg ein.

Für Lütjenwestedt fiel die Bewertung deutlich ernüchternder aus. Trainer Timo Ihfe erkannte den Erfolg des Gegners ohne Umschweife an. „Wir haben Wilstermarsch wieder in die Saison geholfen und dort völlig verdient verloren“, bilanzierte er.

Dabei sah auch Ihfe Möglichkeiten für einen anderen Spielverlauf. Nutze seine Mannschaft eine der ersten Chancen, könne sich die Partie anders entwickeln. Gleichzeitig räumte der Coach ein, dass das Ergebnis am Ende sogar noch deutlicher hätte ausfallen können.

Nach dem ordentlichen Saisonstart sieht Ihfe seine Mannschaft nun wieder auf dem Boden der Tatsachen. Erfolgreicher Kreisligafußball sei für Lütjenwestedt weiterhin nur möglich, wenn mehrere Voraussetzungen gleichzeitig stimmen. Personal, Trainingsbeteiligung und Tagesform müssten zusammenpassen.

„Wir sind in unserer zweiten Saison nun wieder völlig geerdet und müssen den Abstiegskampf annehmen“, stellte der Trainer klar.

Die Tabelle unterstreicht diese Einschätzung. Lütjenwestedt rutscht nach sieben Spielen mit fünf Punkten auf den letzten Platz ab. Wilstermarsch verlässt durch den zweiten Saisonsieg dagegen die direkte Abstiegszone und verbessert sich auf Rang 13.

Für die SG war es nach turbulenten Wochen damit ein besonders wichtiger Nachmittag. Nach Trainerwechsel, Verletzungssorgen und fünf Niederlagen am Stück gelang nicht nur wieder ein Sieg – sondern gleich einer, der neues Selbstvertrauen bringen dürfte.

SG Wilstermarsch – TSV Gutheil Lütjenwestedt 5:0
SG Wilstermarsch: Paul Maron, Nils Rave, Jimmy Stenzel, Lewe Heutmann, Meeno Looft, Marc Stüven (80. Mauritz Wiebers), Jan Haack (77. Noah Goos), Tjark Tiedemann (75. Jan-Felix Evert), Asmus Doberstein, Hannes Maron (72. Howe Heutmann), Nino Rocky Lappanese - Trainer: Ralf Maron - Co-Trainer: Lutz Stüven
TSV Gutheil Lütjenwestedt: Niels Ole Rimkus-Dall, Timo Pietryga, Tim Eichert (46. Leve Rohwer), Janis Willmann, Nils Hansen, Henrik Ehlers (67. Marek Juan Wichelmann), Mika Rühmann, Janek Böge, Yanick Andreas Michael Spannaus, Finn Hansen (46. Lucas Marvin Hätscher), Cedric Hube - Trainer: Timo Ihfe
Zuschauer: 100
Tore: 1:0 Marc Stüven (30.), 2:0 Nino Rocky Lappanese (35. Foulelfmeter), 3:0 Tjark Tiedemann (37.), 4:0 Tjark Tiedemann (39.), 5:0 Jan Haack (61. Foulelfmeter)
Rot: Nino Rocky Lappanese (43./SG Wilstermarsch/)