
Zusammen haben sie weit über 400 Karrieretore geschossen: Urban Wazlawik (37) und Stephan Brüderlein (42) zählen zu den bekanntesten Stürmern im Regensburger Raum. Auch im hohen Fußballeralter wissen sie noch ganz genau, wo das gegnerische Tor steht. Bald machen die beiden Routiniers gemeinsame Sache. Und zwar als neues Trainerduo des Kreisklassisten SpVgg Willenhofen-Herrnried vor den Toren Parsbergs.
Mit dieser doppelten Trainer-Verpflichtung ist dem letztjährigen Kreisligisten ohne Zweifel ein Coup gelungen. Ab der kommenden Sommervorbereitung übernimmt Wazlawik als spielender Cheftrainer, während Brüderlein den Part des Co-Trainers bekleidet. „Sowohl Wazlawik als auch Brüderlein können auf eine sportliche Laufbahn im höherklassigen Fußball zurückblicken und wollen beide auch in Willenhofen selbst noch aktiv auf dem Platz mitwirken“, teilen die Verantwortlichen um Uli Goß und Herbert Kinskofer mit.
Urban Wazlawik machte sich als Knipser bei den Landesligisten TSV Kareth-Lappersdorf, FC Tegernheim und TSV Bad Abbach einen Namen. Trainererfahrung sammelte er bislang im Karether Nachwuchsbereich, bei Steinsberg, Pirkensee-Ponholz und Zeitlarn. Derzeit geht der 37-Jährige, der inzwischen in Hemau wohnt, für Willenhofens Ligakonkurrenten TV Hemau auf Torejagd. 16 Scorerpunkte steuerte er in 12 Spielen bei.
Auch Stephan Brüderlein sammelte durch seine Stationen Fortuna Regensburg und TV Parsberg (BOL und Bezirksliga) höherklassige Erfahrung. Er schoss im Parsberger Dress Jahr für Jahr Tore am Fließband. Gleiches machte er anschließend bei der SpVgg Illkofen. Und auch mit jetzt 42 Jahren scheint Brüderlein nichts verlernt zu haben – für Parsberg II erzielte er diese Saison bislang 13 Treffer in 9 Matches.
Willenhofens bisheriger Coach Oliver Überall hatte den Verantwortlichen frühzeitig Bescheid gegeben, dass er sein Amt zum Saisonende abgeben werde. Seit Oktober 2021 steht Überall bei der SpVgg in der Verantwortung. Vorletztes Jahr führte er die Mannschaft erstmals nach zig Jahren in die Kreisliga, aus der man via Relegation jedoch direkt wieder abstieg.
In der laufenden Runde steht die Rekonsolidierung nach dem Abstieg im Vordergrund. Zur Winterpause rangiert man in der Kreisklasse 3 auf Platz 7, ist aber drei Spiele im Rückstand. Groß ist im Verein schon jetzt die Vorfreude auf die künftige Zusammenarbeit mit Wazlawik und Brüderlein – was andersrum natürlich genauso ist. „Wazlawik konnte bereits Erfahrung bei mehreren Stationen als Spielertrainer sammeln und übernimmt einen jungen und entwicklungsfähigen Kader bei der SpVgg“, erklären die Verantwortlichen. Die Zielsetzung für die kommende Spiezeit sei „eine sorgenfreie Saison in der Kreisklasse sowie eine Stabilisierung der Leistung“. Neben der Integration von Jugendspielern – was dem Verein wichtig ist – solle der Spaß und die Kameradschaft im Vordergrund stehen. Zuvor soll in der anstehenden Restrückrunde der frühzeitige Klassenerhalt fixiert werden, um Noch-Trainer Oliver Überall nach knapp vier Jahren einen positiven Abschied zu bereiten.