2026-05-15T09:36:57.455Z

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Wildes Spektakel in Großaspach: Osnabrück krönt Meistersaison

Nach dominanter erster Hälfte wird es gegen Stuttgart II plötzlich hektisch – der VfL rettet den 24. Saisonsieg ins Ziel

von red · Heute, 15:01 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Als die Spieler des VfL Osnabrück nach dem Abpfiff vor dem Gästeblock verschwanden, lagen sich viele der 2.000 mitgereisten Fans längst in den Armen. Manche sangen schon vom Rathausbalkon und vom Goldenen Buch der Stadt, andere blickten einfach nur grinsend aufs Spielfeld. Denn selbst dieser letzte Nachmittag der Saison hatte noch einmal alles geliefert, was diese Meisterschaft ausgemacht hat: Tore, Tempo, Chaos – und am Ende wieder einen Sieg.

Es war ein Saisonabschluss, der perfekt zu dieser Rückrunde passte. Der VfL Osnabrück gewann beim VfB Stuttgart II mit 4:3, knackte die Marke von 80 Punkten und verabschiedete sich nach einer historischen Spielzeit mit einem weiteren Auswärtssieg in die Sommerpause.

Osnabrück dominiert – und belohnt sich endlich

Dabei deutete zunächst wenig auf einen wilden Nachmittag hin. Die Mannschaft von Timo Schultz kontrollierte die Partie von Beginn an, ließ Ball und Gegner laufen und bestimmte das Geschehen in der WIRmachenDRUCK Arena fast nach Belieben.

Schon früh zeigte sich, dass die Schwaben große Probleme mit der Dynamik über die Außenbahnen bekommen würden. Vor allem Patrick Kammerbauer sorgte immer wieder für Gefahr. Nach etwas mehr als einer halben Stunde war es schließlich soweit: Kammerbauer kombinierte sich mit Lars Kehl durch und flankte punktgenau auf Bjarke Jacobsen, der per Kopf zum 1:0 traf (31.).

Nur sieben Minuten später legte der VfL nach – erneut über Kammerbauer. Diesmal landete dessen Flanke bei Fridolin Wagner, der den Ball technisch stark direkt ins lange Eck schlenzte (38.).

Die Stuttgarter fanden offensiv kaum statt. Einzig Justin Diehl prüfte kurz vor der Pause den erstmals eingesetzten Niklas Sauter, der stark mit dem Fuß parierte und damit einen gelungenen Pflichtspieleinstand feierte.

Plötzlich kippt das Spiel

Direkt nach Wiederbeginn schien die Partie endgültig entschieden. Robin Meißner erhöhte nach Ballgewinn von Kehl und Vorarbeit von David Kopacz auf 3:0 (47.). Die rund 2.000 Osnabrücker Fans feierten bereits ausgelassen – doch danach verlor der VfL zunehmend die Kontrolle.

Zwar antwortete Osnabrück auf den Anschlusstreffer von Diehl (57.) zunächst eindrucksvoll. Wieder war Kammerbauer beteiligt, wieder kam der Ball zu Kehl – und dessen Abschluss wurde noch entscheidend abgefälscht (63.).

Doch das 4:1 brachte keine Ruhe. Im Gegenteil.

Der eingewechselte Mansour Ouro-Tagba traf nur wenige Minuten später sehenswert zum 2:4 (67.), anschließend drängte Stuttgart den Meister immer weiter zurück. Die junge Mannschaft von Nico Willig spielte plötzlich mutiger, aggressiver und deutlich direkter.

Als Kapitän Nicolas Sessa einen Freistoß aus dem Halbfeld direkt halbhoch ins lange Eck setzte (78.), wurde aus dem souveränen Nachmittag endgültig ein Nervenspiel.

Die Osnabrücker hatten in dieser Phase mehrfach die Möglichkeit zur Entscheidung, spielten ihre Konter aber zu ungenau aus. Stuttgart drückte, der VfL verteidigte – und rettete den Vorsprung schließlich über die Zeit.

Historische Zahlen zum Abschluss

Mit dem Sieg schraubte der VfL sein Punktekonto auf 80 Zähler und beendete die Saison mit zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Gleichzeitig war es bereits der 13. Auswärtssieg der Spielzeit – ein neuer Bestwert.

Dass selbst ein turbulentes 4:3 am Ende kaum noch überrascht, sagt vielleicht alles über diese Mannschaft aus. Auch in einem Spiel, das zwischenzeitlich zu kippen drohte, fand der Meister wieder einen Weg.

Nun folgt der letzte Höhepunkt dieser Saison: der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt und die große Feier auf dem Osnabrücker Marktplatz. Danach beginnt für Spieler und Trainer endgültig die Sommerpause – nach Monaten, in denen der VfL die 3. Liga geprägt hat wie kaum ein anderes Team zuvor.

VfB Stuttgart II – VfL Osnabrück 3:4
VfB Stuttgart II: Jerik von der Felsen, Christopher Olivier, Leny Meyer, Mykola Petrovskyi (89. Kenny Freßle), Samuele Di Benedetto, Nicolas Sessa, Justin Diehl (74. Alexandre Azevedo), Nuha Jatta (64. Mattheos Tsigkas), Noah Darvich, Mohamed Sankoh (45. Mansour Ouro-Tagba), Jordan Majchrzak (45. Abdenego Nankishi) - Trainer: Nico Willig
VfL Osnabrück: Niklas Sauter, Niklas Wiemann, Jannik Müller, Robin Fabinski, Lars Kehl (64. Kai Pröger), Ismail Badjie (84. Robert Tesche), Patrick Kammerbauer (74. Frederik Christensen), David Kopacz (74. Bernd Riesselmann), Bjarke Jacobsen, Fridolin Wagner (64. Bryan Henning), Robin Meißner
Schiedsrichter: Davina Lutz (Poppenhausen) - Zuschauer: 2300
Tore: 0:1 Bjarke Jacobsen (31.), 0:2 Fridolin Wagner (38.), 0:3 Robin Meißner (48.), 1:3 Justin Diehl (57.), 1:4 Lars Kehl (63.), 2:4 Mansour Ouro-Tagba (67.), 3:4 Nicolas Sessa (78.)