
Fünf Tore, drei Platzverweise und Spannung bis tief in die Nachspielzeit hinein – das Topspiel in der Bezirksliga zwischen der SG Benrath-Hassels und der DJK Sparta Bilk hatte allerhand zu bieten. Am Ende einer dramatischen Partie durften sich die Gastgeber über drei Punkte freuen. Mit dem 3:2-Erfolg über den direkten Verfolger baute die drittplatzierte SG Benrath-Hassels den Vorsprung auf Bilk auf sechs Zähler aus.
Wird aus dem Vierkampf um den Aufstieg in die Landesliga nun also ein Dreikampf? So ganz sollte man die Elf von Jörn Heimann noch nicht abschreiben. Denn dass sie gegen Widrigkeiten ankämpfen können, bewiesen die Mannen von Mario Opdenberg auf dem Sportplatz Am Wald eindrucksvoll. Obwohl sie nach Gelb-Rot für Kapitän Maurice Ryboth ab der 65. Minute nur noch zu Zehnt spielten, kamen die Gäste nach einem 1:3-Rückstand noch einmal zurück. Moubarak Abdousamadou machte das Geschehen mit seinem Anschlusstreffer kurz vor Schluss noch einmal spannend (89.). In der Nachspielzeit hätte der Flügelspieler dann endgültig zum Bilker Helden avancieren können. Doch sein Schuss klatschte an den Pfosten.
Nach Ansicht von Nermin Ramic wäre ein 3:3 aus Sparta-Sicht dann doch ein wenig des Guten zu viel gewesen. „Meiner Meinung nach geht unser Sieg in Ordnung. Wir haben uns das Leben unnötig schwer gemacht und hätten die Partie in Überzahl souveräner zu Ende bringen müssen“, konstatierte der Trainer der SG Benrath-Hassels.
Zur Wahrheit dieser ereignisreichen Begegnung gehört aber auch, dass die Gastgeber in der ersten Hälfte nicht so recht in ihren Rhythmus fanden. „Wir haben vor der Pause über weite Strecken ein Topspiel gemacht und waren insgesamt auf Augenhöhe. Schade war, dass wir zur Halbzeit nur mit 1:0 vorne lagen“, meinte Bilks Sportchef Marcel Krüger.
Ex-Profi Alon Abelski hatte die ohne Cheftrainer Jörn Heimann angetretenen Gäste nicht unverdient in Führung gebracht (34.). Doch nach dem Seitenwechsel schlug das Pendel dann relativ zügi um. Zunächst markierte Mirnes Selamovic den Ausgleich (51.), dann sah Spartas bereits verwarnter Kapitän Maurice Ryboth für ein taktisches Foul Gelb-Rot (65.). „Die zweite Gelbe Karte kann man geben, aber die erste Karte war ein absoluter Witz“, echauffierte sich Marcel Krüger, der sein Team in einigen kniffligen Situationen vom Unparteiischen Bartosz Golonka benachteiligt sah. „Wenn ich sehe, was da heute wieder für Entscheidungen getroffen wurden, dann überlege ich, ob ich nicht selbst einen Schiedsrichterschein machen sollte“, meinte Krüger süffisant.
Immerhin ließen sich die Spieler davon nicht komplett aus dem Konzept bringen. Zwar hatte Benrath-Hassels mit einem Mann mehr die besseren Chancen und nach Treffern von Ajdin Koco (73.) und Kolja Pusch (81.) auch einen Zwei-Tore-Vorsprung. Doch Bilk fightete bis zum Schluss.
Dass die Gäste in Unterzahl beinahe noch zum Ausgleich gekommen wäre, ärgerte Nermin Ramic ebenso sehr wie der Platzverweis für Davor Todorovic. „Auch das war total überflüssig“, regte sich Ramic über die Rote Karte in der Nachspielzeit auf. Es sollte nicht der letzte Aufreger an diesem Nachmittag gewesen sein. Denn in der 12. Minute der Nachspielzeit zückte Golonka noch einmal Gelb-Rot für einen Vertreter aus dem Bilker Trainerstab. Erst danach war Schluss in Benrath-Hassels.
Während die siegreichen Platzherren weiter dick im Aufstiegsrennen mitmischen ist Bilk ab sofort auf Ausrutscher der vor ihr liegenden Konkurrenz angewiesen.