
Nie war die Chance für den Heikendorfer Trainer Mark Hungercker größer als am vergangenen Sonntag, endlich den Wik-Fluch zu brechen. Seit seiner Amtsübernahme der Mannschaft vor den Osttoren von Kiel gelang dem 44-Jährigen in sechs Partien mit seinem HSV kein Sieg gegen den WSV. Im Hinspiel gab es ein 1:3.
Es war das vermeintliche Spitzenspiel der Verbandsliga Ost, doch am Ende stand ein Ergebnis, das vor allem dem Tabellenführer aus Pönitz gefallen dürfte. Der Heikendorfer SV kam beim Wiker SV nicht über ein 0:0 hinaus und verpasste es damit, den Patzer des Spitzenreiters auszunutzen. Trotz vorhandener Gelegenheiten auf beiden Seiten blieb der Torjubel auf beiden Seiten aus.
Die Vorzeichen hätten für den Heikendorfer SV kaum besser sein können: Da Ligaprimus SVG Pönitz sein Gastspiel in Oldenburg verlor, hätte die Elf von Mark Hungerecker mit einem Sieg bis auf einen Zähler an den Thron heranrücken können. Doch die Wiker erwiesen sich als der erwartet harte Brocken. Die Mannschaft von Dannie Osterhoff untermauerte ihren Ruf als unangenehme Kraft. Der WSV hat zwei Spiele weniger als das Führungsduo und kann mit zwei Siegen in den Nachholspielen den Kontakt, zumindest auf den zweiten Platz, herstellen.

Dass keine Tore fielen, lag jedoch nicht an mangelndem Offensivdrang. Vor rund 100 Zuschauern war Heikendorf im ersten Durchgang das aktivere Team. „Von der Chancenverteilung her schlägt das Pendel eher in unsere Richtung“, bilanzierte HSV-Coach Hungerecker nach der Partie. Vor allem Lukas Deutschbein setzte Impulse gegen die Wiker Defensive. Die größte Chance zur Führung vereitelte Wik-Keeper Michael Anderer mit einer Glanzparade gegen einen Kopfball von Dennis Lühr.
Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie offener. Jannik Meenken traf für die Gäste nur den Pfosten, während Kalvi Rumohr eine Kopfballchance aus fünf Metern liegen ließ. Doch auch Heikendorf brauchte das nötige Glück und einen starken Rückhalt: Der junge Luca Wiese, der sein erstes Herrenspiel von Beginn an bestritt, rettete seinem Team mit einer starken Eins-gegen-eins-Situation und einer Freistoß-Parade den Punkt.
Kritik übte Hungerecker derweil an den Rahmenbedingungen: „Katastrophal der Platz. Ich glaube, das ist aktuell sowieso das Problem von einigen Stadtmannschaften, wo die Stadt es leider nicht schafft, den Platz mal zu pflegen. Und ja, gar kein Vorwurf an die Vereine, denen sind da die Hände gebunden. Das hat nichts mit Fußball zu tun. Sehr schade, dass wir auf solchen Plätzen spielen müssen.“ Aufgrund des tiefen Geläufs verfielen beide Teams oft in das Muster langer Bälle – spielerische Highlights blieben Mangelware.

Kurz vor dem Ende hätte Nico Heinrich fast noch den Lucky Punch gesetzt, doch sein Kopfball strich haarscharf am Pfosten vorbei. Trotz der verpassten Chance zeigte sich der Heikendorfer Trainer versöhnlich: „Uns war bewusst, dass wir den Wiker SV auf Abstand halten wollten. Dementsprechend war unser Minimalziel ein Punkt. Das haben wir erreicht.“
Während der HSV nächste Woche in Preetz versucht, wieder dreifach zu punkten, bleibt der Wiker SV im Dunstkreis der oberen Plätze und lauert mit seinen Nachholspielen auf weitere Ausrutscher der Konkurrenz.
Stimme zum Spiel
Mark Hungerecker (Trainer Heikendorfer SV)
Wiker SV: Anderer – Kapess, von Roennen, Otto (71. Glowatzka), Kahnwald (46. Behrens), Bremer, Haselau (64. Ketelsen), Großmann (90.+1 Haasis), Blechenberg, Kaya, Wittern.
Trainer: Dannie Osterhoff.
Heikendorfer SV: Wiese – Markquardt, Jahnke, Rumohr, Linus Mordhorst – Heinrich – Meenken (78. Feldkamp), Tim Mordhorst, Lühr, Deutschbein (85. Jack Palm) – Kaya (83. Klindt).
Trainer: Mark Hungerecker.
SR: Patrick Jo Bohnsack (MTSV Ahrensbök).
Ass.: Marek Ziske, Patrick Nasner.
Z.: 100.