
Obwohl in der Regionalliga West noch reichlich Spieltage anstehen, verspricht der Abstiegskampf Ende Februar bereits eine Menge Spannung. Selbst die vor Wochen noch abgeschlagene SSVg Velbert ist nach drei Siegen wieder bestens im Rennen um den Ligaverbleib - und jetzt gibt es gute Nachrichten: Weil die NRW-Drittligisten ihre Sache ordentlich machen, gibt es nach aktuellem Stand nur drei Absteiger aus der Regionalliga in die Oberligen.
Der 1. FC Bocholt hat als einstiger Titelfavorit nach seiner 1:2-Niederlage gegen den Bonner SC zuletzt den Abstiegskampf ausgerufen. Nach 22 absolvierten Partien hat der FCB 24 Punkte, Schlusslicht SC Wiedenbrück sammelte in bislang 20 Begegnungen 14 Zähler. Dazwischen liegen Fortuna Düsseldorf II, der Wuppertaler SV, der SV Rödinghausen, Velbert und der VfL Bochum II, die allesamt noch Nachholspiele in der Hinterhand haben. Deshalb bleibt das Bild im Tabellenkeller noch einige Wochen verzerrt.
In der 3. Liga haben dagegen alle 20 Vereine 25-mal gespielt, das Gesamtbild ist klar - und aus nordrhein-westfälischer Sicht sogar ein vielversprechendes. Während der MSV Duisburg, der SC Verl und Rot-Weiss Essen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga spielen, haben Viktoria Köln und Alemannia Aachen ein ordentliches Polster auf den Tabellenkeller aufgebaut. Die Domstädter rangieren mit elf Punkten Vorsprung im Mittelfeld, bei Aachen sind es nach einem tollen Lauf mittlerweile acht Punkte Luft auf die rote Zone. Die Tivoli-Kicker sind laut FuPa-Formtabelle sogar das heißeste Team der dritten Profi-Liga.
Während mit dem 1. FC Schweinfurt (nur zehn Punkte, 18 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer) ein Absteiger so gut wie sicher ist, schneiden die anderen Kandidaten TSV Havelse, SSV Ulm und Erzgebirge Aue in der Form- und Ligatabelle schlecht ab. Das sah bei Aachen rund um Weihnachten vergleichbar aus, aber der TSV hat sich unten rausgekämpft und kann im Zweifel immer noch auf seine Fans bauen (Platz zwei in der Zuschauertabelle). Eine Rückkehr in die Viertklassigkeit scheint äußerst unrealistisch.
Die NRW-Vertreter laufen also (wieder) rund, entsprechend wird keiner dieser fünf Vertreter in die Regionalliga West zurückmüssen. Deshalb würde sich die Zahl der Absteiger um eins reduzieren – bedeutet: Nur die Klubs auf den Rängen 16, 17 und 18 müssen in die Oberliga runter, das wären aktuell Velbert (Niederrhein), Bochum II (Westfalen) und Wiedenbrück (Westfalen). Rang 15 reicht anders als in der Vorsaison wieder zum Klassenerhalt. Doch weil sich das Feld zwischen Bocholt und Wiedenbrück so eng zusammengekuschelt hat, wird noch eine Menge passieren – und genau hier liegt die Spannung.