
Das war’s für Concordia Rheinberg. Am 7. Juni 2026 spielte die erste Mannschaft des reinen Fußballvereins vorerst das letzte Mal in der Kreisliga A um Punkte. Die Concordia-Verantwortlichen hatten sich schon vor Wochen für einen freiwilligen Abschied und Neuanfang in der C-Liga entschieden. Ein Happy End gab’s im finalen Saisonspiel gegen den TV Asberg nicht, die Moerser gewannen mit 10:2.
Da es für beide Mannschaften um nichts mehr ging und auch das Ergebnis keine Auswirkungen auf die Konkurrenz hatte, entschieden sich die Teams auf Orsoyer Rasen für eine ungewohnte Aufstellung. Während bei den Rheinbergern Torwart Henrik van de Mötter im Sturm auflief, hütete Mittelfeldspieler Lars Meier das Tor.
Bei den Gästen sah’s ähnlich aus. Abwehrhüne Ogün Sengül stand zwischen den Pfosten, Keeper Ben Mockenhaupt fungierte als Innenverteidiger. Und Asbergs Torjäger Serhat Karabulut startete als rechter Verteidiger in die Partie. Bei beiden Mannschaften entschied das Los über die jeweiligen Positionen in der Startelf.
Die Teams benötigten etwas Zeit, um in die Partiezu kommen. Die Concordia ging sogar durch Mujo Adanalic in Führung (20.). Asberg drehte die Partie noch vor der Pause durch Alen Brajic (22.) und Justin Gellert (29.). Nach dem Seitenwechsel gab’s ein munteres Toreschießen. Junior Holzum erhöhte auf 3:1 (50.). Das letzte A-Liga-Tor für die Concordia gelang Kevin Röös mit einem strammen Schuss in die untere linke Ecke (51.). Der Angreifer verlässt die Rheinberger in Richtung FC Traar.
Nachdem einem Rheinberger Eigentor (52.) schraubten Petros Siainis (63.), Holzum (81.) sowie Aushilfsverteidiger Karabulut mit einem Viererpack (70., 88., 90., 90+1) das Ergebnis in die Höhe. Für Karabulut, der zum MSV Moers wechselt, waren es die Saisontreffer 27 bis 30. Für die Asberger, die vor einem Neuaufbau stehen, war‘s mit 74 Punkten und 110 erzielten Toren die beste Spielzeit seit mehr als zehn Jahren.
Ob Rheinbergs Coach Manfred Wranik wirklich eine Pause einlegt, steht doch noch nicht fest, wie er am Sonntag auf Nachfrage meinte: „Ich habe noch ein Gespräch. Es ist ein Verein aus der Kreisliga A. Ich muss schauen, ob es passt. Es war eine anstrengende Saison. Ein großes Kompliment an die Jungs, dass wir die Saison so durchgezogen haben. Wir haben seit Wochen nicht mehr wirklich trainiert.“
Jonas Baumbach, der Vorsitzende der Concordia, machte nochmals den Weg des Klubs deutlich: „Wir werden mit einer Mannschaft in der Kreisliga C an den Start gehen. Wir haben 26 Spieler, die für Rheinberg spielen wollen. Wir werden niemandem Geld bezahlen. Wir möchten den Verein gesund wieder aufbauen und versuchen, auf die Jugend zu bauen.“
Ein längerer Verbleib in der untersten Liga im Fußball-Kreis Moers schreckt Baumbach nicht ab: „Wenn wir am Ende fünf oder zehn Jahre in der C-Liga bleiben, dann ist das eben so. Wir bleiben unseren Vorstellungen treu. Es gibt genug Beispiele, in denen die Vereine über ihre Verhältnisse gelebt haben und am Ende wieder abgestiegen sind. Diesen Weg wollen wir definitiv nicht gehen.“