
Wiepenkathen kann Relegation. Wie schon vor zwei Jahren hat sich der TSV durchgesetzt und steigt auf. Die Bezirksliga darf sich auf hitzige Stader Duelle freuen.
Vor zwei Jahren triumphierte der TSV Wiepenkathen in Hammah gegen den Vizemeister der Kreisliga Cuxhaven, TSV Lamstedt, mit 2:0. Das Spiel damals war bei weitem nicht so unterhaltsam wie das jetzige in Oldendorf.
Mit dem TSV Geversdorf traf Wiepenkathen auf den Mitabsteiger der Bezirksligasaison 2024/25. Wiepenkathens Trainer Nils Zielesniak erwartete ein umkämpftes Duell auf Augenhöhe. Es wurde eine deutliche Angelegenheit. Die knapp 400 Zuschauer sahen einen unterhaltsamen 5:1-Sieg.
„Ich war überzeugt, dass wir gewinnen können“, sagte Zielesniak, mit der Deutlichkeit habe er nicht gerechnet. Er freute sich, dass die Taktik aufgegangen ist.
Er rückte von seiner sonstigen Spielformation ab und „spiegelte das 4-4-2-System“ von Geversdorf. „Damit haben sie nicht gerechnet und wir konnten in den Eins-gegen-eins-Duellen unsere Qualität ausspielen“, so Zielesniak.
Wiepenkathen hatte die bessere Spielanlage und hat das Spiel in der ersten Halbzeit klar diktiert. „Wir haben guten Druck ausgeübt und dafür, dass es ein so wichtiges Spiel war, hat die Mannschaft recht befreit aufgespielt“, urteilte Zielesniak.
Nach zwei, drei Halbchancen wurde ein starker Angriff der Wiepenkathener zur Ecke geklärt. Stürmer Fabian Wulff haderte noch damit, dass er kein Zuspiel bekommen hatte. Kurz darauf köpfte er den Eckball zum 1:0 (21.) ein. Alles vergessen.
Michel Junge lenkte das Spiel mit feiner Technik und guter Übersicht. Kurz vor der Pause krönte er seine Leistung. Er tanzte seinen Gegenspieler im Strafraum kurz aus und schlenzte den Ball ins lange obere Eck zum 2:0 (43.). Das war ein Traumtor.
Geversdorf kam dann mit Wut und Mut aus der Kabine. Der Cuxhavener Vizemeister wollte den schnellen Anschlusstreffer. Und der gelang.
Torhüter Florian Obst verschätzte sich bei einem langen Ball. Bevor er ihn an der Strafraumgrenze fangen konnte, hatte Geversdorfs Stürmer Fabian von Essen seinen Fuß am Ball, umkurvte Obst und schob zum 1:2 (48.) ein.
leich im Gegenzug erarbeitete sich Wiepenkathen eine Ecke. Geversdorfs Torhüter sah beim Eckball ganz schlecht aus und Manuel Detje bedankte sich mit einem satten Schuss zum 3:1 (50.).
„Das war für mich die spielentscheidende Szene“, so Zielesniak, „damit haben wir Geversdorf gebrochen.“
Über Konter erhöhten Tom Martens (68.) und Jannik Spreckels (78.) auf den 5:1-Endstand. „Wir hatten auch Qualität auf der Bank“, sagte Zielesniak und meinte Spreckels wie Baris Duman, der ebenso offensiv wirbelte.
„Jetzt genießen wir zwei Tage“, sagte Zielesniak, „und dann startet noch eine Trainingswoche.“ Am Samstag, 20. Juni, muss der TSV Wiepenkathen wieder nach Oldendorf. Auf demselben Platz möchte der frisch gebackene Bezirksliga-Aufsteiger nochmals triumphieren. „Wir wollen gegen Immenbeck unbedingt den Kreispokal gewinnen“, sagt Zielesniak.
Dann ist eine lange und aufreibende Saison für den TSV Wiepenkathen beendet. Zielesniak muss eine konkurrenzfähige Bezirksligamannschaft aufbauen. „Jetzt haben wir eine Perspektive“, sagt der Trainer bezüglich potenzieller Zugänge. Es gibt drei, vier Kandidaten. Abgänge wie Wulff oder Nico Bardenhagen müssen erst mal aufgefangen werden.
„Wir werden eine gute Mannschaft stellen“, sagt Zielesniak.
Der Wiepenkathener Aufstieg ist aus Sicht des NFV-Kreis Stade gut. In den letzten zwei Saisons stiegen erst neben Wiepenkathen auch Mu/Ku und Immenbeck ab, jetzt traf es Deinste und den FC O/O. Das ist Aderlass.
In der kommenden Saison treffen Meister TuSV Bützfleth, Absteiger VfL Güldenstern Stade und Aufsteiger Wiepenkathen aufeinander. Sechs hitzige Stader Duelle machen bei so manchem Fußballfan schon Lust.