2025-12-03T05:51:34.672Z

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Jacqueline Scheim (links) und Maggy Fritzsch freuen sich auf die neue Saison.
Jacqueline Scheim (links) und Maggy Fritzsch freuen sich auf die neue Saison. – Foto: Verein

Wieder vereint auf dem Platz: Die Schwestern der SG Spremberg

Maggy Fritzsch und Jacqueline Scheim zeigen, was familiärer Zusammenhalt im Fußball bedeutet

Die neue Saison in der Frauen-Kreisliga Niederlausitz hat für die SG Spremberg einen besonderen Glanzpunkt: Nach vielen Jahren stehen die Schwestern Maggy Fritzsch und Jacqueline „Jaggy“ Scheim endlich wieder gemeinsam auf dem Fußballplatz. Was auf den ersten Blick wie eine Rückkehr zum Sport aussieht, ist für die beiden viel mehr – es ist ein Stück Familie, das zurückgekehrt ist.

Ein besonderes Wiedersehen auf dem Rasen

Nach langer Zeit sind Maggy Fritzsch und Jacqueline Scheim nicht nur wieder in derselben Mannschaft, sondern auch gemeinsam auf dem Feld aktiv – ein Moment, auf den beide lange gewartet haben. Für Jaggy ist es ein emotionaler Schritt: „Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Schwester sich wieder für den Fußball entschieden hat. Durch den ganz normalen Alltag schafft man es selten, sich noch zu sehen. Jetzt haben wir wieder einmal die Woche Zeit, etwas gemeinsam zu unternehmen und trotzdem unserem Hobby nachgehen zu können.“

Auch Maggy teilt diese Freude, obwohl sie offen zugibt, dass die Harmonie zwischen zwei Schwestern nicht immer selbstverständlich ist: „Ja, es ist sehr schön. Auch wenn wir uns in sicherlich vielen Momenten nicht einig sind, halten wir in anderen Momenten umso stärker zusammen. Man sieht sich wieder öfter. Als jeder in einer anderen Mannschaft gespielt hat - aufgrund des Umzuges meiner Schwester nach Hessen - , war es erstmal ein komisches Gefühl und ein wichtiger Teil hat einfach gefehlt.“

Eine lange Pause – und ein vertrautes Gefühl

Die gemeinsame Zeit auf dem Platz lag lange zurück. Umso größer war das Gefühl der Verbundenheit beim ersten Wiedersehen im Trikot. Jaggy erinnert sich an das letzte Spiel zusammen: „Unser letztes gemeinsames Punktspiel haben wir 2010 zusammen gehabt. Ich bin damals dann von zu Hause ausgezogen."

Gemeinsamer Humor – und manchmal auch Reibung

Typisch Geschwister? Auch auf dem Platz lässt sich das nicht verleugnen. Jaggy bringt es auf den Punkt: „Ich glaube unsere Teammitglieder haben es mit uns beide nicht einfach. Wir haben den gleichen Humor und beenden manchmal unsere Sätze. Ob das hilfreich für das Spiel ist, bezweifle ich stark.“

Maggy sieht das ganz ähnlich, verweist aber auch auf Unterschiede zwischen Alltag und Fußballplatz: „Ich kann das nur bestätigen. Allerdings denke ich, dass wir uns im Alltag ‚blinder verstehen‘ als auf dem Feld. Das wird erst mit der Zeit wieder kommen. Und manchmal verstehen wir uns ja auch gar nicht – wir sind eben auch Geschwister – das darf man nicht vergessen.“

Ähnlichkeiten in Charakter und Ehrgeiz

In Sachen Spielstil und Persönlichkeit erkennen beide viele Parallelen. Jaggy beschreibt es so: „Auch wenn wir es uns nicht eingestehen wollen, sind wir charakterlich sehr ähnlich. Unser gemeinsamer Vorteil auf dem Platz ist, dass wir beide sehr ehrgeizig sind.“

Dieser Ehrgeiz zeigt sich auch im gegenseitigen Ansporn. Für Maggy ist klar: „Selbstverständlich – ich will doch besser sein als meine Schwester. Aber ob sie auf dem Feld steht oder nicht – wir spielen in einem Team und das ganze Team spornt uns an.“

Fußball als Treffpunkt für die ganze Familie

Was für viele einfach ein Sport ist, ist für die beiden Schwestern ein regelmäßiges Familientreffen geworden – besonders für Jaggy: „Da ich zwei Kinder habe, die natürlich regelmäßig mit zu den Spielen kommen, ist es immer wieder schön, ein Familientreffen der anderen Art regelmäßig zu haben. Sehr oft kommt auch unsere Mama mit. Es sind für mich unglaublich schöne Familienmomente. So fühlt sich das Hobby Fußball auch sehr nach Familie an.“

Auch Maggy blickt auf einen ganz besonderen Moment zurück, der ihre Verbundenheit mit dem Team und ihrer Schwester geprägt hat: „Nach all den Jahren kann ich den schönsten Moment gar nicht mehr genau sagen. Prinzipiell kann ich meiner Schwester da nur Recht geben und muss sagen, ich kann mich noch an den Tag erinnern, als ich in die Mannschaft aufgenommen wurde, ohne bereits offiziell in der Mannschaft spielen zu dürfen." Und wann war das? "Es war am 3. Oktober 2007 – die Frauen vom TV 1861 Forst gewannen das Pokalfinale. Selbstverständlich wurde dies gebührend gefeiert und meine Schwester war bereits fester Bestandteil der Mannschaft. Auch, wenn ich aufgrund meines Alters noch nicht mitspielen durfte, war mir, meiner Schwester und sicherlich auch allen anderen klar, dass ich ab sofort dazu gehöre und bald auch offiziell dabei bin. Um auf die Familie zurückzukommen – Mama und Papa waren an und ab diesem Tag selbstverständlich bei allem dabei.“

Realistische Ziele und viel Leidenschaft

Trotz aller Emotionen bleibt der sportliche Ehrgeiz nicht auf der Strecke. Jaggy formuliert das Saisonziel gewohnt klar: „Wie jede Spielerin sagen würde, gewinnen und in unserer Liga einen der oberen Plätze besetzen.“

Maggy begegnet der neuen Herausforderung mit einer Portion Selbstironie, aber klarem Willen: „Erstmal mehr Kondition aufbauen und versuchen zu überleben. Ansonsten möglichst viele Siege gemeinsam mit meiner Schwester und der Mannschaft einzufahren.“

Fazit: Wenn Fußball mehr ist als nur ein Spiel

Was die SG Spremberg in der neuen Saison erlebt, ist mehr als eine Verstärkung durch zwei Spielerinnen – es ist gelebter Zusammenhalt, familiäre Bindung und ein Zeichen dafür, dass Fußball Brücken schlägt. Maggy Fritzsch und Jacqueline Scheim zeigen, wie man als Schwestern, Spielerinnen und Familienmenschen gemeinsam wachsen kann. Ihre Rückkehr auf den Platz ist eine Bereicherung – für das Team, den Verein und vor allem für ihre Familie.

Aufrufe: 028.5.2025, 11:00 Uhr
redAutor