2026-05-15T09:36:57.455Z

Spielbericht

Wieder DFB-Pokal im Paradies

Der FCC besiegt den ZFC Meuselwitz im Pokalfinale 2026 mit 1:0 und gewinnt bei der 21. Finalteilnahme zum 16. Mal den Thüringer Landespokal.

von PM FCC · Heute, 17:26 Uhr · 0 Leser
– Foto: © Martin Bäumler

Das goldene Tor des Tages erzielte Manassé Eshele unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff...

BERICHT des FC Carl Zeiss Jena

Über die Stationen Weida, Greiz, Heiligenstadt, Schott und Erfurt zogen die FCC-Jungs in dieser Saison ins 36. Finale des Thüringer Landespokals ein, welches auch in diesem Jahr zur eher ungewöhnlichen Anstoßzeit von 11:30 Uhr angepfiffen wurde. Aufgrund der Wetterverhältnisse zeigten sich aber vor allem die Spieler dankbar bei „nur“ 23, statt der im Tagesverlauf erwarteten 30 Grad auf dem Feld zu stehen.

Jena-Trainer Volkan Uluc nahm gegenüber des Derbysiegs nur eine Veränderung in der Startformation vor. Der wieder genesene Manassé Eshele rückte für den unter der Woche erkrankten Emeka Oduah in die Startformation. Oduahs Gesundheitszustand ermöglichte aber zumindest einen Platz zunächst auf der Bank. Auf dieser durften heute, wie im Landespokal noch üblich, insgesamt sieben, statt der inzwischen in der Liga erlaubten neun Spieler Platz nehmen.

Die erste Halbzeit nahm nach circa vier Minuten fahrt auf, als Butzen erstmals über die rechte Seite Richtung Grundlinie ging, seine Hereingabe aber von Nitschke ins Toraus geklärt werden konnte. Im Anschluss an die fällige Ecke landet der Ball im Strafraum der Meuselwitzer, die sich aber nur wenig Mühe geben, das Spielgerät aus der Gefahrenzone zu befördern. Maxim Hessel nutzte die riesige Lücke in der Abwehr und suchte aus 11 Metern den Abschluss, welcher umgehend geblockt und somit zur nächsten Ecke geklärt wird. Dieser brachte ebenso wenig ein wie der anschließende versuchte Konter der Zipsendorfer. Nur wenig später wollten es die Gäste nach ihrem ersten Eckball besser machen. Kapitän René Eckardt beförderte den Ball in den Strafraum, wo Ben Nitschke am höchsten stieg, den Ball aber knapp neben das Tor von Marius Liesegang platzierte. Meuselwitz hatte Blut geleckt und wollte mehr. René Eckardt wurde aus der eigenen Hälfte auf die Reise geschickt und hatte viel Platz und reichlich Zeit. Von rechts zog er in den Strafraum und ging auf Marius Liesegang zu. Als dieser ihm das kurze Eck freimachte, überlegte Eckardt wohl etwas zu lang und spielte einen Ball, der weder Torschuss noch zielführende Hereingabe in den Jenaer Fünfmeterraum war. Das Leder jedenfalls trudelte parallel zur Torauslinie entlang bis ins gegenüberliegende Seitenaus. Nach 17 Minuten gab es erneut Eckball für die in grün gekleideten Meuselwitzer. Anders als zuvor brachte dieser aber keine Gefahr für das Jenaer Tor, sondern wurde von der FCC-Defensive zum gefährlichen Konter umgeleitet. Prokopenko und Lankford kombinierten sich gefällig durchs Mittelfeld, ehe Letzterer mit dem Ball in den Strafraum eindringt, drei Gegenspieler aussteigen lässt und zu Boden geht… die Pfeife von Schiedsrichter Johannes Drößler allerdings blieb stumm. Drei Zeigerumdrehungen später sind die Protagonisten beim FCC die gleichen, das Zusammenspiel zwischen Prokopenko und Lankford gar noch eine größere Augenweide als zuvor. Am Strafraum angekommen flankt Prokopenko in Richtung langer Pfosten, wo Burmeister den schwer zu verwertenden Ball aber nicht kontrolliert aufs Tor bringt. Nur kurz danach sind die Protagonisten für Jena die gleichen. Prokopenko und Lankford kombinieren sich vorzüglich durchs Mittelfeld bis an den Strafraum der Gäste. Die Flanke in Richtung des langen Pfostens landet zwar bei Burmeister, ist aber schwer zu verwerten. Nach einer kurzen Trinkpause, das Thermometer im EAS zeigte inzwischen gut 25 Grad an, setzten die Gäste das nächste Achtungszeichen. Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld war Hansch gefährlich im Strafraum aufgetaucht, stand plötzlich allein vor Liesegang und konnte diesen auch überwinden, ehe Talabidi aus dem nichts herangrätschte und den Einschlag des Balles im Tor verhindern konnte. Die Hausherren reagierten, setzten die Spieler des ZFC jetzt zumehmend unter Druck und erzeugten damit mehr Offensivaktionen, ohne dabei aber wirklich Torgefahr zu entwickeln. Richtig gefährlich wurde es für Sedlaks Tor erst wieder, als in der 35. Minute Burmeister sehenswert von links in den Strafraum flankte, Hessel den Kopfball mit viel Gefühl gen rechten Pfosten beförderte, der besagte Meuselwitzer Torhüter das Leder aber parieren konnte. Die erste Halbzeit neigte sich dem Ende, selbst die dreiminütige Nachspielzeit war schon fast vorbei, da spielte Maxim Hessel einen seiner unglaublichen Diagonalbälle auf den linken Flügel. Kevin Lankford ging Richtung Grundlinie, schien das Leder kurzzeitig sogar verloren zu haben, doch setzte entschieden nach und konnte nach großem Kampf zurück in den Fünfmeterraum legen, wo Manasse Eshele goldrichtig stand und unbedrängt einschieben konnte. Es folgte ein Torjubel aus mehr als 10.000 Kehlen, der einer Erlösung gleich kam. Wohl wissend, dass noch mindestens eine weitere Halbzeit zu spielen war. Das Schiedsrichtertrio bewegte sich noch während des Jenaer Torjubels in Richtung Kabinen, die Partie wurde vor der Halbzeit gar nicht wieder angepfiffen. Eine durchwachsene Halbzeit endet mit ihrem Höhepunkt, der FCC geht mit einer Führung in die Kabine.

Im zweiten Durchgang steht der FCC hinten Kompakt, versucht vor allem über Prokopenko Nadelstiche zu setzen. Den größten Aufreger gab es in der 53. Minute, als Marius Liesegang nach einem Rückpass nicht die richtige Anspielstation findet, beim sichten des heran eilenden Eckardt kurz die Orientierung verliert, sich dann aber für einen Klärungsversuch ins seitenaus entscheidet. Die größte Chance für den FCC den Deckel endgültig drauf zu packen, gab es 12 Minuten später, als der eingewechselte Patrick Weihrauch einen Eckball gefährlich an den Fünfmeterraum schlägt, wo Talabidi das Leder in Richtung Tor köpft und Sedlak zu einer Glanzparade zwingt. Doch bevor die fällige Ecke ausgeführt werden konnte, gibt es im Fünfmeterraum eine Rudelbildung der Marke Pausenhof. Das Schiedsrichtergespann zeigt Würr und Lankford stellvertretend gelb. Aus jeder Mannschaft einer - gerechte Entscheidung! Und so vergeht die Zeit. Meuselwitz müsste hinten auf machen, hat aber Angst in den entscheidenden Konter zu laufen, Jena versucht mit Tempo über die Flügel zum 2:0 zu kommen, wird aber vor dem Tor nicht gefährlich genug. Hoppes Versuch nach tollem Solo über die linke Seite verfehlt den langen Pfosten nur knapp. So wurde es in der Schlussphase dann doch nochmal spannend. Die Gäste warfen alles nach vorn, animierten damit sogar den 300 Mann (und Frau) starken Gästeblock nochmal zur Anfeuerung ihres Teams… doch vergebens. Auch der aufgerückte Sedlak kann beim letzten Eckball der Partie nichts ausrichten. Der Schiedsrichter beendet die Partie! DER FCC ist zum 16. Mal Sieger des Thüringenpokals! Das emotionale Highlight des Tages aber fand wenige Sekunden vor Abpfiff der Partie statt. Als Maurice Hehne an der Seitenlinie zur Einwechslung bereit steht, ahnen wohl die meisten der anwesenden Zuschauer im Stadion, was gleich passieren wird! Nach insgesamt 221 Pflichtspielen im FCC Dress verlässt Justin Schau zum letzten Mal den heiligen Rasen des Ernst-Abbe-Sportfelds. Kaum ein Auge blieb trocken, als der „Kernberg- Gattuso“, Identifikationsfigur, Kampfsau und heimlicher Leader dieses Teams durch Maurice Hehne ersetzt und anschließend vor der Trainerbank innig geherzt wird.

Auch bei der Siegerrunde nach dem Abpfiff ist Schaui das Thema, wird vor Nord- wie Südtribüne frenetisch gefeiert. Als krönenden Abschluss seiner Profikarriere ist er es auch, der von Nils Butzen den Vortritt bekommt und als erstes den Pokal in Richtung Jenaer Mittagssonne strecken darf.