
Leuth ist inzwischen die Heimat einer besonderen Fußballmannschaft. Und einer besonderen Idee. Unter dem Namen „Ziemlich beste Freunde“ hat sich im Nettetaler Stadtteil eine inklusive Mannschaft formiert, die weit über den klassischen Amateurfußball hinausdenkt. Ihr Ansatz: Fußball als verbindende Kraft für Menschen, Tiere und Umwelt.
Das Team versteht sich bewusst als Gegenentwurf zu klassischen Strukturen: kein Verein im herkömmlichen Sinne, sondern eine Gemeinschaft mit einer klaren Botschaft: „Fußball schafft Nächstenliebe.“ Sichtbar wird das nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Auftreten – mit einem Herzwappen und bewusst schlicht gehaltenen Vereinsfarben in Weiß, Gold und Hellblau, die für „Understatement und Offenheit“ stehen sollen.
Seinen Ursprung hat das Projekt in der gemeinnützigen Elterninitiative Kindertraum e. V., die vor über zehn Jahren den Anstoß gab. Heute wird die Mannschaft maßgeblich von der Ziemlich beste Freunde GmbH unterstützt. Als Ausrüster fungiert Teamsportwelt Wegberg. Weitere Partner – darunter auch bekannte Persönlichkeiten aus Fußball und Medien – befinden sich in Gesprächen.
Was die Mannschaft besonders macht, ist ihr konsequent gelebter Inklusionsgedanke. „Wenn Inklusion, dann richtig“, lautet das Motto. Im Team spielen Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammen: verschiedene Geschlechter, Altersgruppen, Hautfarben, Religionen und Lebensgeschichten – mit und ohne Beeinträchtigungen sowie mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen. Vielfalt ist hier keine Floskel, sondern gelebter Alltag. Ergänzt wird das Engagement durch Patenschaften im Tier- und Umweltschutz.
Sportlich geht es für die „Ziemlich besten Freunde“ vor allem um eines: Begegnung. Die Mannschaft bestreitet Benefizspiele gegen nahezu jeden Gegner. Vereine, Institutionen, Religionsgemeinschaften oder soziale Gruppen – gespielt wird dort, wo Menschen zusammenkommen. Die Einnahmen fließen in soziale Projekte.
Die Terminliste ist lang und außergewöhnlich. Spiele sind unter anderem in Leuth, Herongen, Wassenberg, Düsseldorf und Köln geplant – ebenso in Städten wie Zürich, Hamburg und München. Auch ungewöhnliche Spielorte wie eine Justizvollzugsanstalt oder Begegnungen mit internationalen Auswahlteams stehen auf dem Programm. Zuletzt absolvierte das Team eine Partie beim SC Rheindahlen.
Langfristig denkt das Projekt noch größer. „Wir wollen Grenzen überwinden – auch geografisch“, sagt Initiator Nikki Gartmann. Perspektivisch seien sogar internationale Spielreisen und globale Benefizaktionen denkbar. Gespräche über Unterstützung und Kooperationen laufen bereits.
Dabei bleibt die Grundhaltung klar: unabhängig, offen und ohne die Zwänge klassischer Verbandsstrukturen. Der Fokus liegt nicht auf Inszenierung, sondern auf echtem Engagement. Oder, wie Gartmann es formuliert: „Wir wollen nicht nur darüber reden – wir wollen helfen, anpacken und mit Fußball wirklich etwas bewegen.“