2026-03-13T07:45:35.464Z

Ligavorschau

Wie steckt Wittlich nächsten Rückschlag weg?

Fußball-Rheinlandliga: Titelfavorit nach Remis gegen Bitburg unter Druck – Trier II reist zum Spitzenspiel nach Stadtkyll – Hochwald-Sieg ein Muss.

von Vinzenz Anton / Andreas Arens · Heute, 14:30 Uhr · 0 Leser
Nervenstark: Nico Fuchs sicherte den Bitburgern mit seinem souverän verwandelten Handelfmeter in der Nachspielzeit noch einen Punkt in Wittlich.
Nervenstark: Nico Fuchs sicherte den Bitburgern mit seinem souverän verwandelten Handelfmeter in der Nachspielzeit noch einen Punkt in Wittlich. – Foto: Pascal Weber

SG Arzfeld – Ahrweiler BC (Samstag, 16 Uhr, Arzfeld, Kunstrasen)

Ausgangslage: Nach dem 0:3 am Mittwoch im Eifelderby gegen die SG Schneifel schwinden die Arzfelder Hoffnungen auf den Klassenverbleib. „Man hat die hohe Qualität der SG Schneifel einfach gemerkt. Gerade die brutal starken Diagonalbälle von Davis Spruds waren für uns sehr schwer zu verteidigen. Wir hatten selbst noch die Chance zum 1:0, aber der Ball wurde von der Linie gekratzt. Das ist dann irgendwie typisch, wenn du unten stehst“, sagte Florian Moos, Spielertrainer der Kombination aus Arzfeld, Daleiden, Dasburg und Dahnen. Nun kommt mit Spitzenreiter Ahrweiler, der jüngst einen 8:1-Sieg über Rübenach feierte, die Offensivmaschine der Liga. „Auch wenn es uns zuletzt nicht gut gelungen ist, müssen wir versuchen, erst einmal defensiv gut zu stehen, um dann möglichst Nadelstiche zu setzen“, fordert Moos.

Personal: Julian Propson (Zerrung) und Marius Lempges (Probleme an der Achillessehne) sind fraglich. Jakob Lempges (Zerrung) wird dagegen sicher ausfallen.

SG Schneifel – SV Eintracht Trier 05 II (Samstag, 18 Uhr, Stadtkyll, Rasen)

Ausgangslage: Seit 23 Spielen ist die SG Schneifel nun ungeschlagen und nutzte am Mittwoch einmal mehr den Patzer der Wittlicher, um den Drittplatzierten nun gar auf vier Punkte zu distanzieren. Hierzu war aber erst einmal der eigene 3:0-Derbysieg gegen die SG Arzfeld nötig. „Wir hatten das Spiel komplett unter Kontrolle und konnten alle Hoffnungen der Arzfelder mit dem frühen 3:0 nach der Pause unterbinden. Dennoch waren wir auch auf eine Konterabsicherung bedacht, da sie hier zu Hause schon ihre Stärken haben. Das haben wir sehr gut gelöst“, sagte Stephan Simon, Trainer der Sportgemeinschaft. Gegen Trier II erwartet er einen offenen Schlagabtausch mit vielen Torchancen und glaubt, dass „am Ende die Mannschaft gewinnt, die auch im Kopf etwas cooler sein wird“. Mit einem 2:0-Auswärtssieg in Zerf erledigten die Trierer im Vorfeld des Topspiels in Stadtkyll ihre Hausaufgaben. „Wir haben einige Situationen nicht ordentlich ausgespielt. Dadurch hatte Hochwald auch die Chance zum Ausgleich. Am Ende war es aber ein verdienter Erfolg“, sagte Holger Lemke, Trainer der Regionalliga-U23. Nun erwartet er „ein wildes und hitziges Spiel“. Es gehe darum, sich auch spielerisch etwas anzupassen. „Wir müssen auch zweikampfbetonter auftreten. Schneifel ist robust und hat eine brutale Offensive. Dennoch möchten wir die englische Woche nach zwei Siegen jetzt perfekt abschließen“, so Lemke.

Personal: Im Vergleich zum Derbysieg gegen Arzfeld sind bei der SG Schneifel keine Änderungen im Kader zu erwarten. Da die erste Mannschaft der Eintracht ebenfalls am Samstag spielt, erwartet Lemke keine Verstärkungen von oben. Mit Philipp Basquit, David Wacht, Thomas Rotundu, Nils Gorges und Maximilian Marx fehlen gleich fünf Akteure aus privaten Gründen.

FC Bitburg - TuS Immendorf (Sonntag, 15 Uhr, Kunstrasen Stadion Ost)

Ausgangslage: Mit viel Moral erkämpften sich die Bierstädter am Mittwoch beim 2:2 in Wittlich einen angesichts zahlreicher personeller Ausfälle nicht unbedingt erwarteten Punkt. „Trotz der Engpässe waren wir aber auch mit dem Ziel ins Spiel gegangen, etwas mitzunehmen“, sagt Trainer Fabian Ewertz im Rückblick. Mit dem verwandelten Handelfmeter belohnte Nico Fuchs die Gäste für eine couragierte zweite Hälfte. „Nach der Pause schoben wir hoch an und haben viel Druck erzeugt – das war gut“, wusste Ewertz. Für ihn war es auch ein Punkt der Moral: „Wenn man so ersatzgeschwächt ist und der Rest der Truppe das so überragend macht, ist das schon verdammt viel wert. Das bringt uns wieder ein Stück nach vorne.“ Immendorf erwartet er „kampfstark, die werfen immer alles rein“. In erster Linie komme es aber auf sein Team an: „Wenn wir unser Ding machen und 90 Minuten marschieren, ist es fast egal, wer auf dem Platz steht. Dann können wir gegen jeden gewinnen oder zumindest einen Punkt holen.“

Personal: Benedikt Häb musste im Duell bei Rot-Weiss Wittlich früh wegen des Verdachts auf Muskelfaserriss raus und fällt definitiv für Sonntag aus. Kevin Fuchs könnte nach auskurierter Zerrung wieder zur Verfügung stehen. Der zuletzt verhinderte Joshua Bierbrauer ist wieder da. Noch eine Partie pausieren muss der rotgesperrte Simon Floß.

VfB Wissen – SG Hochwald (Sonntag, 15 Uhr, Dr.-Grosse-Sieg-Stadion Wissen, Rasenplatz)

Ausgangslage: Nach der 0:2-Niederlage gegen Eintracht Trier II fand SG-Trainer Fabian Mohsmann einmal mehr klare Worte: „Es war zwar eine Niederlage, mit der wohl jeder gerechnet hat. Ich persönlich finde aber, dass da was drin war. Leider kassieren wir wieder zu schnell das 0:1 und laufen dieser Hypothek hinterher. Am Ende fehlt uns die Qualität im Abschluss und in der Verteidigung.“ Beim Schlusslicht VfB Wissen warte nun das „vielleicht richtungsweisendste Spiel der Saison“. Sein Team müsse „endlich wieder als richtige Mannschaft auf dem Platz stehen – das fehlt mir aktuell. Ich weiß nicht, ob jeder realisiert hat, dass wir uns im Abstiegskampf befinden. Die Partie gegen Wissen müssen wir gewinnen“, so Mohsmann abschließend.

Personal: René Mohsmann wird aufgrund einer Gelb-Roten Karte fehlen. Hinter dem Einsatz von Dylan Diop (zuletzt krank) steht noch ein Fragezeichen. Nils Hemmes kehrt dagegen zurück in den Kader.

FV Hunsrückhöhe Morbach - Rot-Weiss Wittlich (Sonntag, 15 Uhr, Kunstrasenplatz am Alfons-Jakobs-Stadion, Morbach)

Ausgangslage: Im Hunsrück-Derby in Kirchberg kam die Fußballvereinigung zuletzt auswärts zu einem 1:1. Kirchberg profitierte in der 56. Minute von einem Morbacher Fehler im Spielaufbau und ging durch Nico Wilki in Führung. Zuvor hatte Louis Kappes Pech bei einem Lattentreffer. Auch nach dem Gegentor standen die FVH-Akteure sicher, ließen aber die Zielstrebigkeit vermissen. Den verdienten Ausgleich erzielte Noah Lorenz aus 20 Metern: Von halb links traf er ins lange rechte Eck (81.). Glück hatte Morbach in der Schlussphase, als eine kleine Unstimmigkeit zwischen Torwart und Außenverteidiger beinahe in einem Eigentor mündete. Trainer Pascal Meschak konstatierte: „Wir haben in der ersten Hälfte sehr gut gegen den Ball gearbeitet. Auch das Umschaltspiel hat mir gut gefallen. Dank einer guten Mannschaftsleistung haben wir uns den Punkt erarbeitet. Mit Wittlich kommt eine Mannschaft mit brutal viel Qualität auf uns zu. Wir sind Außenseiter, haben aber mit unserem Punktgewinn gegen Ahrweiler (0:0) bereits eine Spitzenmannschaft geärgert.“

Bei den Rot-Weißen machte sich am Mittwochabend Krisenstimmung breit: Das magere 2:2 gegen Bitburg war bereits das dritte sieglose Spiel aus den letzten vier. Eine gute erste Hälfte und ein klares Chancenplus konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hausherren im zweiten Durchgang immer mehr abbauten. „Wir hatten das Spiel im Griff, mussten zur Pause klarer führen. Im zweiten Durchgang war es aber viel zu wenig. Das waren nicht mehr wir.“, bilanzierte Trainer Yusuf Emre Kasal. Im Titelrennen gerät sein Team damit immer mehr ins Hintertreffen. Doch der Coach bleibt ruhig: „Es geht um unsere Leistung. Die muss erst mal passen. Wenn jeder das abruft, was er kann, können wir jeden in der Liga schlagen. Das wissen wir.“

Personal: Sam Schurich fiel am Mittwochabend krankheitsbedingt aus, könnte nun aber wieder in den Kader rücken. Kapitän Sebastian Schell (zuletzt verhindert) ist laut Meschak wieder einsatzfähig. Bei Rot-Weiss droht Torwart Philipp Berhard auszufallen: Nach einem Zusammenprall musste er an den Rippen verletzt raus. Alexander Klein fehlt gelb-rot-gesperrt.