
Noah Pesch darf seit wenigen Tagen bei Borussia Mönchengladbachs Profis mittrainieren, am Wochenende spielte er aber wieder für die U23 – und traf direkt dreifach. Was Trainer Eugen Polanski zur Entwicklung seines Torjägers sagt und was er von ihm sehen will.
Borussias U23 durfte sich in der vergangenen Woche über einen Aufstieg freuen. Dabei ging es nicht etwa um den Aufstieg in die 3. Liga, der trotz des starken dritten Tabellenplatzes aktuell kein Thema sein dürfte, sondern um Noah Pesch. Der 19-Jährige ist nach dem Leih-Abgang von Grant-Leon Ranos zum 1. FC Kaiserslautern in den Kader des Bundesligateams befördert.
„Ich glaube, dass er den kontinuierlichen Weg mit Gladbach gehen wollte. Das hat er im ersten halben Jahr getan, aber er weiß auch, dass er mit dem Weg noch nicht zu Ende ist. Wichtig ist, dass er die Dinge annimmt, die er bei den Profis bekommt – es ist ein anderer Input, eine andere Intensität“, sagt Polanski über die neue Situation des Offensivspielers.
Pesch kam vor der Saison aus der U19 von Bayer Leverkusen und lässt seitdem Zahlen sprechen: 16 Tore und sieben Vorlagen in 19 Spielen stehen in der Statistik des Deutsch-Kroaten. Es sind Werte, die es in der Borussen-Reserve seit langer Zeit nicht mehr gab. Das letzte Mal, dass einem Akteur dort mehr als 16 Treffer im Laufe einer gesamten Spielzeit gelangen, war in der Saison 2015/16. Damals traf Marlon Ritter 24-mal.
Mit seinem Dreierpack beim 6:4-Auswärtserfolg über Eintracht Hohkeppel – der Polanski im Übrigen „auf jeden Fall zu wild“ war – kam Pesch nicht nur näher an Ritter heran, sondern zeigte auch, dass ihn der neue Status nicht aus der Bahn wirft. „Ich habe ihn und seine Familie jetzt ein halbes Jahr kennengelernt. Ich glaube, wenn er jetzt abheben würde, ist er gut aufgehoben bei seinen Eltern. Dementsprechend mache ich mir da keine Sorgen“, betont Cheftrainer Polanski.
Dass Pesch die Trainingswoche nun bei Gerardo Seoane verbringt, ändert logischerweise auch die Handhabe bei der U23. „Für mich ist Noah Pesch ein Spieler, der bei den Profis trainiert und die Möglichkeit hat, sich dort für den Spieltagskader zu empfehlen. Der Junge hat sich das verdient und ist gut drauf“, sagt Polanski und würde im Sinne des 19-Jährigen auch gerne in der Regionalliga auf ihn verzichten: „Es ist ein Verdienst von Noah, dem Trainerteam und der Mannschaft und wir würden uns freuen, wenn wir ihn am Wochenende im Fernsehen sehen.“
Möglicherweise könnte der spezielle Termin der U23 am kommenden Spieltag sogar einen Doppel-Einsatz erlauben. Polanskis Team muss am Montag (14 Uhr) bei der Zweitvertretung des SC Paderborn ran. An der Spielvorbereitung ändert das aber nichts, wie der 38-jährige Cheftrainer erklärt: „Die Inhalte und die Hauptbelastungstage werden ähnlich bleiben.“
Ob Torjäger Pesch mit von der Partie ist, hängt seit vergangener Woche allerdings mehr denn je von der Personalsituation des Bundesligateams ab.