
Es ist die Gretchenfrage des deutschen Amateurfußballs: Wie schafft man es, dass fünf Regionalligen zu vier Staffeln verschmelzen, damit jeder Meister ohne den Umweg über eine Relegation direkt in die 3. Liga aufsteigen kann?
Die Debatte um die Regionalliga-Reform erreicht nun ihren Höhepunkt. Nachdem die vom DFB eingesetzte Arbeitsgruppe (AG) unter dem Vorsitz von Dr. Michael Vesper in ihrer fünften Sitzung am 25. März 2026 ihre Abschluss-Sitzung abgehalten hat, liegen nun zwei konkrete Modelle auf dem Tisch. Das Ziel ist historisch: Die Reduzierung auf vier Staffeln, damit künftig alle Meister direkt aufsteigen können und die ungeliebte Relegation entfällt. Die DFB-Arbeitsgruppe hat nun zwei gegensätzliche Modelle vorgelegt, die den Fußball in Deutschland grundlegend verändern könnten.
Das innovative Kompass-Modell sieht vor, die 80 Regionalliga-Vereine, aktuell 90, jede Saison geografisch neu zu sortieren. Mithilfe von Algorithmen (KI) würden die vier Staffeln so eingeteilt, dass die Gesamtfahrtstrecken aller Klubs minimiert werden. Feste Verbandsgrenzen gäbe es nicht mehr.
Das klassische Regionen-Modell folgt einem politischen Kompromiss. Die wirtschaftlich starken Staffeln West und Südwest blieben unangetastet. Die Reformlast trügen allein die Verbände Nord, Nordost und Bayern, die zu zwei Staffeln fusionieren müssten.
Wie geht es jetzt weiter?
Die AG hat empfohlen, nun ein breites Meinungsbild unter den 90 Regionalliga-Vereinen einzuholen. Die Initiative „Aufstiegsreform 2025“, die bereits von über 70 Vereinen unterstützt wird, macht sich massiv für das Kompass-Modell stark.
Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte die Reform zur Saison 2028/2029 in Kraft treten. Die Spielzeit davor (2027/28) würde als Qualifikationsjahr dienen, in dem sich die Teams für die neuen, verkleinerten Staffeln sportlich beweisen müssen.
„Wir müssen das Gesamtbild im Blick behalten. Wenn jeder nur durch die eigene Brille schaut, wird es keine Lösung geben“, mahnt AG-Vorsitzender Dr. Michael Vesper.