2026-06-12T06:52:44.557Z

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Wie der TuS Grevenbroich den Karren aus dem Dreck ziehen will

Nachdem die Tränen beim TuS Grevenbroich getrocknet sind, wird an der Zukunft gearbeitet.

von RP / Sophie Rhine · Heute, 08:30 Uhr · 0 Leser
Der TuS Grevenbroich muss erstmals in der Kreisliga B antreten.
Der TuS Grevenbroich muss erstmals in der Kreisliga B antreten. – Foto: Norbert Jurczyk

Der Abpfiff war kaum verklungen, da flossen bei den Fußballern des TuS Grevenbroich bereits die Tränen. Der Traditionsverein ist erstmals in seiner Geschichte in die Kreisliga B abgestiegen – ein bitterer Tiefpunkt für einen Klub, der vor 20 Jahren noch in der Verbandsliga spielte, damals faktisch die fünfte Liga im deutschen Fußball.

Bemerkenswerte Reaktion

Umso bemerkenswerter war die Reaktion nach dem Abstieg. „Wir hatten am Dienstag Vorstandssitzung, am Mittwoch Mannschaftssitzung – und das lief durchweg positiv“, berichtet Abteilungsleiter Friedel Geuenich. „19 Spieler bleiben im Verein. Nur zwei gehen. Das hat mich selber überrascht.“ Viele Spieler hätten den Abstieg persönlich genommen. „Da gab es viele Tränen. Die Spieler haben echt Größe bewiesen und gesagt: Das haben wir verbockt, das müssen wir auch wieder geradebiegen. Wir ziehen den Karren gemeinsam wieder aus dem Dreck.“

Sportlich lief in der vergangenen Saison vieles gegen den TuS. Vor allem die Rückrunde geriet zum Problem. „Da hat gar nichts mehr geklappt“, sagt Geuenich. Eine große Rolle spielte dabei auch die komplizierte Trainingssituation. Weil das heimische Schlossstadion derzeit umgebaut wird, trainiert die Mannschaft seit längerer Zeit in Orken. Dort kam es im Winter zu Veränderungen bei den Trainingszeiten, wodurch einige Spieler kaum noch regelmäßig teilnehmen konnten. „Wir trainieren ja aktuell in Orken – dafür noch mal ein großer Dank“, betont Geuenich. Allerdings habe der Trainerwechsel beim Gastgeber dazu geführt, dass die Trainingszeiten angepasst werden mussten. „Viele unserer Spieler konnten zu den neuen Zeiten aber schlicht nicht trainieren.“

Drei Zugänge stehen fest

Für die kommende Saison hat der Verein nun eine Übergangslösung gefunden: Dienstags trainiert die Mannschaft auf dem eigenen Kleinfeld, die Jugend weicht dafür mittwochs nach Orken aus. Der Freitag bleibt bestehen. Hoffnung macht zudem der Stadionumbau. Bis Ende des Jahres soll die neue Anlage inklusive Tribüne fertiggestellt sein. „Vielleicht können wir also ab der Winterpause wieder auf eigenem Platz trainieren und haben auch wieder ein Vereinsheim“, so Geuenich. Der Neuaufbau läuft derweil bereits. In Alejandro Pellico vom SV Uedesheim, Babinath Rathigamanathan vom SV Bedburdyck/Gierath und Telmo Perreira Santos aus der Jugend des BV Wevelinghoven stehen drei Neuzugänge fest. Weitere Gespräche laufen. „Es sieht gut aus, dass wir einen großen und starken Kader zusammenkriegen“, sagt Geuenich.

Trotz aller Aufbruchsstimmung warnt der Abteilungsleiter jedoch davor, die Kreisliga B zu unterschätzen. „Das wird kein Selbstläufer, da wollen einige Mannschaften aufsteigen.“ Die Zielsetzung sei dennoch klar: „Unsere Mission ist perspektivisch auf jeden Fall der Wiederaufstieg. Ob das direkt im ersten Versuch klappt, muss man sehen – aber wir wollen auf jeden Fall direkt oben mitspielen.“