
Erst am Sonntag war Trainer Michael von Amelen bei Blau-Weiß Wickrathhahn nach nur wenigen Spielen zurückgetreten, jetzt hat sich der abstiegsbedrohte A-Ligist die Dienste eines neuen Trainers gesichert: Und der hat bereits eine Wickrathhahn-Vergangenheit in seiner Vita: Marc Gülzow, der sich erst vor einer guten Woche vom Liga-Konkurrenten SV Schelsen getrennt hatte, kehrt zu seinem alten Verein zurück. Das bestätigte der zweite Vereinsvorsitzende Jürgen Engels nach der Vertragsunterschrift von Gülzow.
Gülzow hatte Wickrathhahn bereits zwischen 2020 und 2024 trainiert, stieg 2023 mit der Mannschaft mit großem Vorsprung in die Kreisliga A auf und hielt in dieser im ersten Jahr mit Bravour die Klasse. Viele Spieler von damals wie Christoph Wolters, Kevin Schwiers und Christian Engels spielen aktuell noch in der Mannschaft und kennen Gülzow deshalb gut. „Wir sind froh, dass wir ihn bekommen haben. Wir wissen, was er kann und wir hoffen, dass mit Marc Gülzow jetzt ein wenig Ruhe in den Verein kommt“, sagt Engels. Schließlich ist Gülzow nach Carlos Miguel und Michael von Amelen bereits der dritte Trainer in dieser Saison.
Und sportlich ist die Situation demnach auch gerade sehr bedrohlich. Wickrathhahn steht auf dem voraussichtlichen Abstiegsplatz 13 in der A-Liga mit lediglich zwölf Punkten aus 19 Spielen. Das rettende Ufer ist aktuell fünf Punkte entfernt. Die „Hahner“ warten nach fünf Spielen in der Rückrunde bisher noch auf einen Sieg. „Wir brauchen sicher einen Lucky Punch, um diese fünf Punkte aufzuholen, es ist aber nicht unmöglich“, betont Engels. Zuletzt habe die Mannschaft gegen die Spitzenvereine Otzenrath und Neersbroich auch nur knapp verloren, das Spielglück habe gefehlt. „Wir haben zum Saisonende mehr die Gegner aus dem unteren Tabellenbereich“, sagt Engels zudem mit Blick auf die beiden finalen Spiele gegen die Konkurrenten im Abstiegskampf SV Schelsen und DJK Hehn.
Kurioserweise zeigte die Mannschaft noch im Winter ohne Trainer gute Leistungen: Ende November hatten Vereinsvorsitzender Thomas Schmitz sowie das Trainerduo Carlos Miguel und Mark Endemann den Klub verlassen. In der Folge organisierte sich die Mannschaft weitgehend selbst – und holte zwei Siege. Das will Engels aber nicht überbewerten. „Dafür gibt es sicherlich mehrere Gründe. Aber wenn die Unruhe in der Mannschaft mal raus ist, performt sie besser. Allerdings waren die Siege damals auch gegen eher schwächere Gegner“, sagt er. Es solle kein Dauerzustand sein, dass das Team sich selbst leite.
Dass die eigentlich schon abgeschlagenen Red Stars, derzeit Tabellenletzte, seit dem Beginn der Rückrunde plötzlich konstant punkten und nach Punkten schon zu „Hahn“ aufgeschlossen haben, sehen die Wickrathhahner mit Sorge. Sie wollen aber zunächst nur auf sich schauen. Klares Ziel ist der Klassenerhalt: Schließlich ist die Kreisliga A für den Dorfverein immer noch keine Selbstverständlichkeit, aber jedenfalls bei der Spieler- und Sponsorenakquise ein deutlicher Vorteil gegenüber dem Kreisunterhaus.
Marc Gülzow soll nicht nur bis zum Saisonende übernehmen, sondern noch mindestens ein Jahr weitermachen – übrigens unabhängig vom Ligaverbleib. „Wenn wir absteigen, darf er selbst entscheiden, ob er bleibt“, erklärt Engels.