
geschrieben von Lukas Honold:
Zu Gast in Dietmannsried ging es für die Günzer bei perfektem
Fußballwetter auf Kunstrasen gegen einen Mitverfolger im Kampf um
den Anschluss auf den Relegationsplatz. Dabei erwischten die Grün-
Weißen einen denkbar schlechten Start. Auf dem linken Flügel setzte
Florian Becherer mit seinem linken Fuß zu einer Flanke an. Die Kulle
rutschte dem Angreifer der Hausherren derart perfekt über den
Schlappen, sodass sie sich perfekt hinten ins lange Eck zur 1:0-
Führung in der 8. Spielminute senkte. Allgemein war die linke Seite
der Gastgeber besonders in Person vom dribbelfreudigen Mohamad
Saleh der Dreh- und Angelpunkt der Offensivaktionen im ersten
Durchgang. Die Heimelf ließ den Ball im Spielaufbau sonst meist
ansehnlich flach hinten und im eigenen Mittelfeld zirkulieren, um
dadurch ihre Angriffe aufzuziehen. Für die nächsten großen
Torchancen sorgten in der Folge aber die Grün-Weißen. Begonnen
durch Kapitän Michael Harzenetter, der einen langen Ball sauber
mitnahm und an die Unterkante der Latte setzte, von welcher der Ball
hinter die Linie fiel, jedoch durch den Drall wieder aus dem Tor
heraussprang, ohne das Netz je berührt zu haben, was den
Schiedsrichter optisch täuschte und somit nicht zum Ausgleich führte.
Kurz danach wurde Patrick Daufratshofer über rechts durchgesteckt
und hatte freie Bahn auf das Tor, jedoch wurde er durch eine knapp
falsche Abseitsentscheidung zurückgepfiffen. Ausgleichend muss
hier erwähnt werden, dass der Schiedsrichter seine Linie im Spiel so
durchzog und immer, wenn es knapp war auf beiden Seiten
derartigen Szenen gleichermaßen mit Abseits bewertete. Die Günzer
profitierten im Laufe der Begegnung auch noch von einer solch
engen Entscheidung. Die Grün-Weißen ließen aber weiterhin nicht
nach und kamen zu erneut guten Chancen. Leon Rampp und Michael
Harzenetter scheiterten mit ihren Abschlüssen noch am Torerfolg,
ehe Routinier Patrick Daufratshofer seinen Sturmkollegen zeigte, wo
das Tor steht. Nach einem zuvor satten Lattenschuss schaltete der
Flügelspieler der Günzer, wie schon in der Vorwoche, am
schnellsten, nahm den Abpraller vom Querbalken noch einmal mit
und schob ihn dann überlegt am Keeper zum verdienten 1:1-
Ausgleich nach einer halben Stunde ein. Dieses Ergebnis stellte
zugleich den Pausenstand dar.
Im zweiten Abschnitt musste direkt zu Beginn Noah Böckler sein
Team retten, indem er einen Schuss im Strafraum mit seinem schnell
hochgerissenen Arm abwehrte und so das Unentschieden wahrte.
Danach hatten die Günzer wieder eine 10–15-minütige Drangphase.
Beginnend mit Michael Harzenetter, der einen flachen Schuss knapp
rechts neben das Tor setzte. Gefolgt wurde er von Leon Rampp, der
mit seinem Schuss außerhalb des Sechzehners nur die Latte küsste.
Anders als im ersten Durchgang konnten die Günzer den Druck aber
nicht bis zum Torerfolg aufrechterhalten. Im Gegenteil, im Anschluss
waren es die Hausherren, die durch ihre Wechsel nun vor allem über
ihren rechten Flügel für wiederholte Gefahr sorgten. Die erste gute
Gelegenheit bot sich, nachdem man schulbuchmäßig bis auf die
Grundlinie durchgebrochen war, den Ball flach in den Rückraum im
Sechzehner servierte, wo die Direktabnahme aus der Drehung
allerdings deutlich übers Tor flog. Kurz danach wurde der
Mittelstürmer der Gastgeber per Steckpass in den Strafraum steil
geschickt. Keeper Noah Böckler kam noch rechtzeitig raus und
vereitelte das Gegentor, musste seinen Einsatz aber mit kurzzeitig
starken Schmerzen bezahlen, nachdem ihm für zwei Minuten durch
den Zusammenprall die Luft wegblieb. Die Partie bog dann in die
Schlussviertelstunde ein und war sehr spannend, da zu keiner Zeit im
zweiten Durchgang klar war, wer die benötigten drei Punkte auf seine
Seite ziehen würde. In der 83. Minute presste die Günzer
Offensivabteilung weiter auf den ungebrochen technisch
ansehnlichen Spielaufbau der Heimelf. Nach einem Rückspiel zum
Torwart vertändelte dieser den Ball allerdings unglücklich gegen den
aggressiv durchgelaufenen Knipser der Grün-Weißen. Dieser legte
sich die Kugel noch einmal sauber zurecht, bevor er ins leere Tor
einschob und dann zum Sprint ansetzte, um den Ball aus den
Maschen zu holen. Umgehend wurde er aber von seinen
Mannschaftskollegen in der Jubeltraube verschlungen und erfuhr
dort, dass er gerade den Führungstreffer und nicht nur den Ausgleich
für seine Truppe erzielte. Zu vergessen, welches Tor man
geschossen hat, kann bei den ganzen abgespulten Kilometern ja
jedem mal passieren, naja, außer vielleicht mir, ich schieß keine
Tore. In den letzten zehn verbleibenden Minuten mussten die Grün-
Weißen nochmals defensiv standhalten, brachten die knappe
Führung allerdings über die Bühne. Ein Sieg, der zwar spät erkämpft
wurde und sich hinten raus nicht unbedingt andeutete, jedoch
aufgrund der guten Chancen über 90. Minuten und dem nötigen
Spielglück in einer solch engen Partie nicht unverdient ist.
Lukas Honold