
Walluf. Nach dem Abschied von Trainer Christian Lüllig zum Ende der Saison 2024/25 nahm die Suche nach einem Nachfolger beim Verbandsligisten SG Walluf einige Zeit in Anspruch. Mit Ex-Profi Matthias „Adi“ Dworschak und Co-Trainer Kevin Detloff (beide zuvor bei der SG Heftrich/Niederseelbach) wurde schließlich eine Lösung präsentiert, die sich als glückliche Fügung erweisen sollte.
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Denn unter dem freundschaftlich miteinander verbundenen Duo trotzten die Rheingauer einer fast schon unheimlich anmutenden Serie schwerer Verletzungen zu Saisonbeginn, gingen mit starken 35 Punkten nur drei Zähler hinter dem Rangzweiten Türkischer SV (hat allerdings ein Spiel weniger ausgetragen) in die Winterpause.
Angesichts dieser überaus positiven Zwischenbilanz brauchte es nur „ein kurzes Gespräch“, bis Clubchef Detlef Dombrowski und der bei der SG im Hintergrund engagierte frühere Spieler Otto Mohr mit den beiden Trainern Einigkeit für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit in der Saison 2026/27 erzielten. Das bestätigt Adi Dworschak. Die per Handschlag besiegelte Vereinbarung ist ein sicheres Indiz von beidseitiger Zufriedenheit und der Überzeugung, die gute Entwicklung perspektivisch zu untermauern. Wo doch schon in der vergangenen Spielzeit unter Christian Lüllig (übernimmt im Sommer das Team der SG Hüffelsheim) als Fünfter im Endklassement mit 66 Zählern eine Klassebilanz zu Buche stand.
Ehe die Verletzungspechsträhne zu Beginn der laufenden Runde Dworschak und Detloff gleich alles abverlangte. Marvin Esser, Jan Löwer (beide im Aufbau), Marvin Kauer (im Aufbau, wechselt im Sommer zur Spvgg. Eltville) und Daniel Bienek seit der Vorbereitung wieder dabei) fielen aus. Die Sorgen wuchsen beinahe täglich, zum Jahresendspurt 2025 war der Kader merklich ausgedünnt. Umso mehr freut sich Adi Dworschak über die winterliche Auffrischung durch Torhüter Jonathan Höser (SG GW Bornheim) sowie die Feldspieler Julian Gerwalt, Paul Lutterbüse (beide Germania Okriftel) und Dillon Fosuhene (SV Wiesbaden). Für den Jahresstart der SG gegen Okriftel (So., 15 Uhr) sind alle vier spielberechtigt und fit. „Das passt genauso fußballerisch und wie charakterlich. Ihre Integration verlief schnell und problemlos“, betont der Chefcoach mit Blick auf die „absolut notwendige“ Aufstockung des Aufgebots. Beim Testspiel-1:1 gegen Hanau 93 umfasste der Kader 17 Mann.
Aber es gab auch einen winterlichen Wermutstropfen. So erwischte es Defensiv-Talent Bastian Bsullak mit der Diagnose Pfeiffersches Drüsenfieber heftig. Erst am vergangenen Freitag konnte er das Training wieder aufnehmen. Allrounder Nico Hernandez ist in dieser Woche nach Knieproblemen wieder eingestiegen. Beide seien für das Okriftel-Spiel noch keine Option, erläutert Dworschak und sieht Julian Gerwalt anstelle von Bastian Bsullak auf der Innenverteidiger-Position. Paul Lutterbüse hat in der Vorbereitung als „Achter“ gut mit Julius Buff harmoniert, während der athletische Dillon Fosuhene praktisch in jedem Mannschaftsteil flexibel einsetzbar ist. Bei ihm gelte die getroffene Abmachung zunächst bis zum Saisonende. Bei Gerwalt, Lutterbüse und Torwart Höser schließe sie die nächste Spielzeit mit ein, streicht Dworschak heraus.
Und sieht auch in Jonathan Höser einen Zugang mit großen Qualitäten, der das Niveau im Training auf ein neues Level hebe. Die Torhüter-Position ist mit Höser und Tim Burghold, der die Nummer eins bleibt, dadurch gut bestückt. Ungeachtet von Grippewelle und Einschränkungen während der Vorbereitung durch Schneefälle gelte es nun, „die letzten 13 Spiele möglichst alle positiv zu bestreiten,“ gibt Adi Dworschak die Richtung für den Rest der Runde vor. Wo doch der in Reichweite befindliche Platz zwei zur Teilnahme an Aufstiegsspielen berechtigt. Auch Kevin Detloff gibt sich zuversichtlich: „Mit jedem Verletzungspech, das dazukam, ist die Truppe enger zusammengewachsen. Und man merkt, dass die Jungs in jedem Training Bock haben, sich zu verbessern. Das ist charakterlich schon ganz weit oben.“
Parallel hat die Kaderplanung für 2026/27 begonnen. In diesem Zusammenhang bedauert Dworschak den Weggang von Marvin Kauer („Sehr schade, ein toller Fußballer und toller Junge.“) und geht durchaus von sommerlichen Veränderungen, nicht aber von riesiger Fluktuation aus. Aus dem aktuellen Kader habe mit Ruben Monteiro-Carvalho bereits ein auf und außerhalb des Platzes wichtiger Spieler seine Bereitschaft zum Verbleib signalisiert, nennt der SG-Coach exemplarisch eine zukunftsweise Personalie.