
Der FV Ravensburg steht nach einem 2:1 im Derby gegen den SSV Reutlingen im Viertelfinale des WFV-Pokals. Vor 772 Zuschauern entwickelte sich das Achtelfinale vor allem in der Schlussphase zu einer engen Partie. Nach einer torlosen ersten Halbzeit fielen sämtliche Treffer erst in den letzten 20 Minuten.
„Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir ins Viertelfinale eingezogen sind. Die Jungs haben heute eine Top-Leistung gezeigt und am Ende verdient gewonnen“, sagte Trainer Rahman Soyudogru nach dem Abpfiff.
Dabei war die Begegnung nach Einschätzung des Trainers von Beginn an umkämpft. „Es war ein sehr intensives Derby. Beide Mannschaften hatten ihre Phasen und Möglichkeiten. Vor allem in der ersten Halbzeit hatten wir einige hohe Ballgewinne und konnten uns Torchancen herausspielen. Wenn wir etwas konsequenter gewesen wären, hätten wir da schon in Führung gehen müssen.“
Ein Treffer gelang zunächst jedoch keiner der beiden Mannschaften. So blieb die Partie bis weit in die zweite Halbzeit hinein offen.
In der 73. Minute fiel schließlich das erste Tor. Luan Kukic brachte den FV Ravensburg kurz nach seiner Einwechslung mit 1:0 in Führung und sorgte damit für den Auftakt einer ereignisreichen Schlussphase. Die Entscheidung war damit allerdings noch nicht gefallen. Elf Minuten später gelang Reutlingen durch Konstantinos Markopoulos der Ausgleich zum 1:1.
Ravensburg ließ sich von diesem Rückschlag nicht aus der Ordnung bringen. Nur drei Minuten nach dem Gegentreffer erzielte Nesreddin Kenniche in der 87. Minute das 2:1. Dieser Treffer sollte zugleich die Entscheidung bedeuten.
Soyudogru sah insbesondere in der Reaktion auf den späten Ausgleich ein positives Zeichen. „Dass wir nach dem Gegentor trotzdem ruhig geblieben sind und am Ende noch das Tor erzielt haben, spricht für den Charakter der Jungs.“

Für den Ravensburger Trainer lag der Schlüssel zum Erfolg nicht allein in den beiden Treffern. „Entscheidend war aus meiner Sicht, dass wir über weite Strecken sehr diszipliniert aufgetreten sind und als Mannschaft gut gearbeitet haben. Wir haben uns auch von schwierigen Phasen nicht aus dem Konzept bringen lassen und bis zum Schluss an unsere Chance geglaubt.“
Damit setzte sich der FV gegen einen Gegner durch, der in guter Form nach Ravensburg gekommen war und in der Oberliga bisher alle Spiele gewonnen hatte.
Eine wichtige Rolle spielte auch Michael Seaton. Der Neuzugang stand erstmals nahezu über die gesamte Spielzeit auf dem Platz. Soyudogru zeigte sich mit dem Auftritt des Angreifers zufrieden. „Er hat heute ein gutes Spiel gemacht und viel für die Mannschaft gearbeitet. Er hat beide Tore vorbereitet. Wir sind sehr froh, dass wir ihn verpflichtet haben. Er ist ein absoluter Teamplayer.“
Viel Zeit zur Erholung bleibt dem FV Ravensburg nach dem Pokalerfolg nicht. Bereits am Sonntag steht das nächste Spiel in der Oberliga Baden-Württemberg an. Gegner ist Türkspor Neckarsulm. Soyudogru will den Schwung aus dem Derbysieg mitnehmen. „Natürlich wollen wir nach dem heutigen Erfolg auch am Sonntag den Sieg einfahren. Wir wissen aber, dass uns ein anderes Spiel erwartet und wir die Partie mit der gleichen Konzentration und Einstellung angehen müssen.“
Personell muss der FV dabei weiterhin mit Ausfällen umgehen. „Wir müssen leider auf Niklas Musch verzichten. Er hat sich am Samstag im Spiel verletzt und muss erst einmal pausieren. Zudem fehlt nach wie vor Ramon Castellucci. Ansonsten sieht es personell ordentlich aus.“
Mit dem 2:1 gegen Reutlingen hat Ravensburg zunächst jedoch ein wichtiges Pokalziel erreicht und kann seinen Weg im Viertelfinale fortsetzen.