
Die beste Ausgangslage im Kampf um die beiden verbliebenen Aufstiegsplätze in der Kreisliga A Neuss hatte vor dem letzten Spieltag der BV Wevelinghoven – und die Mannschaft von Markus Stupp ließ nichts mehr anbrennen. Gegen den bereits geretteten TuS Reuschenberg gewann der BVW 4:0 und machte damit den Aufstieg perfekt.
„Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben auch keine Zweifel mehr aufkommen lassen“, sagte BVW-Trainer Markus Stupp. Der letzte Spieltag sei für den BV ohnehin emotional gewesen: „Es durften auch alle Spieler ran, die sich verabschieden. Deshalb ging es nicht nur um den Aufstieg.“ Nach dem Schlusspfiff wurde der zweite Platz hinter Grefrath entsprechend gefeiert: „Es war ein rundum gelungener Sonntag. Danach haben wir mit dem ganzen Verein zelebriert.“
Auch die DJK Novesia Neuss durfte trotz einer 3:5-Niederlage beim SV Glehn am Ende über Platz drei jubeln. Aber nur weil Verfolger VfR Büttgen parallel völlig überraschend beim FSV Vatan leer ausging, reichte es für die Mannschaft von Darius Ferber trotzdem zum Bezirksliga-Aufstieg. „Das war pure Gänsehaut, ich kann das kaum in Worte fassen“, sagte Ferber. „Wir hatten uns so viel vorgenommen und lagen dann nach fünf Minuten nach zwei Kontern schon 0:2 hinten.“ Spätestens nach dem zwischenzeitlichen 1:4 habe sich der Fokus verschoben: „Da haben wir immer mehr auf das Spiel in Vatan geschaut und die Partie per Live-Schaltung verfolgt.“ Nach dem Schlusspfiff sei dann pure Ekstase ausgebrochen.
Der große Verlierer im Aufstiegsrennen war dagegen der VfR Büttgen. Die Mannschaft musste beim abstiegsbedrohten FSV Vatan gewinnen und gleichzeitig auf Schützenhilfe hoffen – am Ende platzte der Traum von der Bezirksliga jedoch auf dramatische Weise. In der vierten Minute der Nachspielzeit traf Yuki Nakagawa zum 1:0 und schoss den FSV Vatan zum Klassenverbleib, während Büttgen in die Röhre schaute. „Vor zwei Wochen hatten wir vielleicht noch ein Prozent Chance auf den Klassenerhalt – und genau diese Chance haben wir genutzt“, sagte Vatans Trainer Semih Ciftci. Wie schon beim Remis gegen Weißenberg habe seine Mannschaft erneut über die eigenen Grenzen hinaus gespielt: „Das war wieder eine tolle Leistung von allen. Wenn wir immer so gespielt hätten, hätten wir da unten eigentlich nichts verloren gehabt.“ Wie es für ihn persönlich weitergeht, sei noch offen: „Wir setzen uns jetzt mit dem Vorstand zusammen und besprechen, ob ich Teil des Trainerteams bleibe.“
Während Vatan über den Ligaverbleib jubelte, wurde die Niederlage für den TuS Grevenbroich zum endgültigen Knockout im Abstiegskampf. Weil der TuS sein Heimspiel gegen den FC Straberg verlor, steht fest: Neben der Reserve des FC Zons muss auch Grevenbroich den Gang in die Kreisliga B antreten. „Das war ein bitterer Tag“, sagte TuS-Abteilungsleiter Friedel Geuenich. „Ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet.“ Besonders schmerzhaft sei, dass die Mannschaft den Klassenerhalt selbst in der Hand hatte: „Uns hat wie die gesamte Saison über vorne die Durchschlagskraft gefehlt.“ Für den Traditionsverein sei der Abstieg schwer zu verdauen: „Vor 20 Jahren haben wir noch in der vierten Liga gespielt, jetzt geht es in die Kreisliga B.“