2026-04-10T07:15:08.667Z

Ligabericht

Westercelles Chancenwucher - Big Points für Estetal und JesBe

Bezirksliga Lüneburg 2: VfL hält den Druck auf Elstorf hoch, im Keller bleibt die Spannung hoch

von Moritz Studer · Heute, 19:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Felix Schlikis

Weil der VfL Westercelle beste Gelegenheiten ungenutzt ließ, geriet der Tabellenzweite gegen seinen Angstgegner noch ins Wanken. Im Kampf um den Klassenerhalt feiern die SG Estetal und der FC Jesteburg-Bendestorf Big Points - die Eintracht Munster macht es sogar zweistellig.

Mit dem achten Sieg in Serie ist der MTV Soltau bereits, um sich in der kommenden Woche als Team der Stunde mit Tabellenführer TSV Elstorf zu messen. Tom Luca Hagen bracht die Eintracht Elbmarsch zwar noch in Führung (10.), doch vor der Pause bekam Linas Renken für die Soltauer den Fuß in die Tür (36.). Nach dem Seitenwechsel drehte der MTV das Geschehen mit dem Selbstvertrauen der vergangenen Wochen durch die Treffer von Lukas Meyer (62.) und Leon Isernhagen (67.).

Nachdem der VfL Westercelle die letzten vier Duelle gegen den TV Meckelfeld nicht gewinnen konnte, traf der Tabellenzweite auf seinen vermeintlichen Angstgegner. Als Max Hoppenstedt (6.) und Eric Schlumbohm (12.) mit einem frühen Doppelschlag die Weichen für einen Heimsieg stellten, schien dieser Nachmittag für die Mannschaft von Sebastian Zich ruhiger zu verlaufen.

Stattdessen ließ Westercelle gute Möglichkeiten liegen, um schon früh für die Entscheidung zu sorgen. Die Bravehearts wiederum trafen aus 30 Metern nur den Pfosten des verwaisten Tores, blieben zunächst aber blass. Kolja Überheim schien schließlich für die Entscheidung zu sorgen (57.), ehe der VfL seine Gäste für Tore durch Jassem Abdallah (67.) und Aktivposten Kandal Kaval (77.) einlud. Dadurch kam die Erlösung für die Gastgeber erst in der Nachspielzeit, als Dominik Gärtner einen Konter mit dem 4:2-Endstand veredelte.

VfL-Cheftrainer Sebastian Zich: „Wir waren super im Spiel und haben den Ball gut laufen lassen. Wir müssen schon zur Halbzeit deutlicher führen und hatten insgesamt Torchancen für drei Spiele. Allerdings haben wir es verpasst die Dinger zu machen, bekommen durch eigene Fehler die Gegentore und müssen dann wirklich noch zittern. Unter dem Strich ist es ein verdienter Sieg, der hätter ruhiger werden können, als er am Ende war. Die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, war aber zufriedenstellend.“

TVM-Teammanager Heiko Brandenburg: „Wir mussten unsere Abwehr ein wneig durchwürfeln und haben gemerkt, dass wir Westercelles Druck nicht standhalten konnten. In der ersten Halbzeit müssen wir so ehrlich sein, dass sie Chancen im Fünf-Minuten-Takt hatten. Unser Trainer hat in der Pause aber umgestellt, wonach wir immer mehr mitspielen konnten. Ein großes Lob an die Mannschaft, die sich nicht hängen lassen hat. Wir hatten gute Chancen auf den Ausgleich und das Spiel war nochmal auf Messerschneide. Von der Moral können wir uns zwar nichts kaufen, wir müssen sie aber in die bevorstehenden direkten Duelle mitnehmen. Auf das ganze Spiel betrachtet ist der Sieg für Westercelle hochverdient.“

Obwohl der TuS Hermannsburg mit zwei Zählern in dieser Spielzeit nicht konkurrenzfähig ist, hielt er zuletzt die Spiele stets offen. Dieses Mal geriet das Tabellenschlusslicht bei Eintracht Munster ordentlich unter die Räder. Für die Hausherren trug sich Ahmed Sevik gleich fünf Mal in die Torschützenliste ein. Munster landet damit nicht nur einen wichtigen Erfolg im Kampf um den Ligaverbleib, sondern poliert auch sein Torverhältnis ordentlich auf.

Big Poits für Jesteburg-Bendestorf! Spielertrainer Andre Müller brachte die Gäste auf die Siegerstraße (68.), doch Schneverdingen blieb nach einer Ampelkarte auch in Unterzahl hartnäckig (76.). Schließlich schien Marvin Heering den Gästen ihren Lohn noch zu entreißen (90.), doch fast im Gegenzug bekam JesBe einen Strafstoß zugesprochen. Jannik Thees behielt die Nerven und schob das Leder souverän ins Eck (90.+2).

Die SG Estetal zeigt viel Moral und feiert einen wichtigen Coup im Abstiegskampf. Denn die SGE fing sich zwei Gegentore nach ruhenden Bällen, mit denen Ole Albers den MTV Egestorf in Führung schoss (8., 55.). Dass Steffen Westermann kurz vor der Pause einen Elfmeter verschoss, erschwerte die Widerstände der Hausherren. Der Aufsteiger gab aber nicht auf und kam nach einer feinen Kombination über Tom Künzer, Torben Schweer und Torschütze Janko Hinrichs zum Anschluss (72.), nur zwei Zeigerumdrehungen später egalisierte Maximilian Köster den Rückstand mit einem Distanzschuss (74.). In der Nachspielzeit belohnte sich Estetal dann sogar mit dem Lucky-Punch durch Steffen Glade nach einem Eckball (90.+2).

SGE-Co-Trainer Sascha Mummenhoff: "Was für ein Spiel. Ich bin ehrlich gesagt immer noch beeindruckt von der Moral, die die Jungs heute gezeigt hat. Wir kassieren zwei Gegentore, die so eigentlich nicht fallen dürfen. Trotzdem reagieren wir gut, spielen uns mehrere klare Chancen heraus. Kurz vor der Halbzeit kommt dann noch der verschossene Elfmeter von Steffen Westermann dazu. Trotz dieses Elfer-Rückschlags kommen wir ordentlich aus der Pause, bekommen dann aber mit dem zweiten Torschuss der Egestorfer das 0:2 - wieder nach einem Standard. Das ist der Moment, in dem bei vielen Mannschaften das Spiel kippt. Bei uns war das nicht so. Nach dem Ausgleich hat man gespürt, dass die Mannschaft das Spiel unbedingt komplett drehen will. Wir haben uns im Minutentakt Chancen erarbeitet und uns am Ende belohnt. Dass Steffen Glade in der Nachspielzeit nach einer Ecke den Ball über die Linie drückt, passt dann einfach zu diesem Spiel. Unterm Strich ist das ein verdienter Sieg - vor allem aufgrund der zweiten Halbzeit und der Art und Weise, wie die Mannschaft zurückgekommen ist. Mit diesem positiven Erlebnis fahren wir jetzt nach Bendestorf."

Die beiden Duellanten operierten mit vielen langen Bällen, von denen der TSV einen in den Treffer des Tages ummünzte. Der Wind drückte einen Schuss von Sam-Jeremy Siewert an den Querbalken, den Rebound staubte Kevin Machado dankend ab (20.). Der Torschütze hatte zuletzt vermehrt Spielzeit in der Kreisliga-Mannschaft bekommen, sich nach einer guten Trainingswoche aber aufgedrängt, den verhinderten Timo von Reith zu vertreten.

Nach dem Seitenwechsel sorgte Joker Jonas Lancker für frischen Wind, dessen Hereingaben von Justin Birkholz und Machado gegen BFC-Schlussmann Jan-Eric Kranzmair aber nicht in Zählbares umgemünzt wurden. Weil auf der anderen Seite Torhüter Dennis Bock einen Fernschuss von Andre Lars Fricke parierte, hielt sich der Elstorfer Ärger über einen ausgebliebenen Elfmeterpfiff nach einem vermeintlichen Foul an Benedikt Georgiou in Grenzen.

Elstorf-Cheftrainer Michel Welke: „Auf dem Platz und mit dem Wind war Fußball spielen nicht richtig möglich. Dadurch haben beide nur mit langen Bällen agiert, sodass es uns in die Karten spielte, dass einer der unseren recht früh durchrutschte. Wir haben mehr vom Spiel gehabt, waren aber auch zu wild und haben nicht wirklich Ruhe und Dominanz reinbekommen – das viele meiner Jungs eine BFC-Vergangenheit haben und es für sie ein besonderes Spiel war, war schon zu merken. Insgesamt war es ein Arbeitssieg und wir sind super stolz darauf, dass wir in 23 Spielen erst elf Gegentore kassiert haben und freuen uns sehr über den Dreier."

Eigentlich war Eversen/Sülze am Drücker, ließ seine Gelegenheiten aber fahrlässig liegen. Schließlich klärten die Hausherren eine Flanke ins Zentrum, wo Daniel Milzarek den entscheidenden Raum bekam, um seinen Distanzschuss flach im Eck unterzubringen (40.). Nach dem Seitenwechsel war es ein Ballverlust im Spielaufbau, den Robin Ohlde postwendend bestrafte (46.). Die Gäste verteidigten ihren Vorsprung leidenschaftlich ins Ziel und legten nach einem Freistoß durch Jan Kindermann entscheidend nach (66.). Altencelle schöpft wieder Hoffnung, Eversens Polster schmilzt langsam.

TuS-Cheftrainer Nils Rogge: „In der ersten Halbzeit waren wir klar spielbestimmend, auch wenn wir Altencelle ab und zu den Ball überlassen haben. Sie haben allerdings auf lange Bälle gesetzt und ihnen ist wenig eingefallen. Wenn wir durch einen unserer beiden 1.000-Prozenter in Führung gehen, wird es für uns ein einfacheres Spiel. Wir machen unsere Dinger aber nicht und bekommen die Tore aus dem Nichts. Das 0:2 war dann der Genickbruch, Altencelle hat danach mit viel Herzblut verteidigt und nicht viel zugelassen. Weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben, geht der Sieg über 90 Minuten in Ordnung. Es bleibt dabei: Wir verlieren die Spiele nicht, weil wir schlecht spielen, sondern weil wir zu einfache Gegentore bekommen. Mittwoch sind wir in Elbmarsch gefragt – da müssen wir liefern.“

Mit einem Sieg in diesem Sechs-Punkte-Spiel springt Düshorn/Krelingen zurück ans rettende Ufer und stößt Borstel-Sangenstedt auf den direkten Abstiegsplatz. Borstel startete nach einem 0:3-Rückstand kurz die Aufholjagd und kam nur in fünf Minuten mit einem Doppelschlag zurück. Als Yusuf Kocabas aber nur drei Zeigerumdrehungen später für Düshorn wieder erhöhte, war der Schwung des MTV gestoppt. Besonders bitter: Spielertrainer Lukas Pägelow sah in der Schlussphase die Ampelkarte (77.). In den Schlussminuten schraubten die Gastgeber das Ergebnis empfindlich in die Höhe.